#166 Trainerin Evelyn Kolfen über frühe Trauer um ihren Papa und ein Leben nach der Wende

Shownotes

„Heb mal den Blick und schau, ob schon ein paar Blumen aufgegangen sind.“

Vielleicht kennst du das: Die Trauer ist schon lange da, und trotzdem kommt sie manchmal wie eine Welle, die dir den Atem nimmt und die Schultern zusammenzieht. In dieser Folge nimmt mich SeelenSport®-Trainerin Evelyn Kolfen mit in die Zeit kurz vor der Wende, als sie mit 17 ihren Papa zu Hause gepflegt und verloren hat. Sie erzählt, wie sich ihre Wut in einer Straßenbahn plötzlich in Freude verwandelt hat, wie ein Traum ihr in der Schwangerschaft half, der Liebe mehr Raum zu geben als den Sorgen, und was ihr der Glaube in der größten Einsamkeit geschenkt hat. Wir sprechen auch darüber, wie Evelyn mit SeelenSport® zu einer aufrechteren Haltung und einem freieren Atem gefunden hat und warum es so wertvoll ist, sich in traurigen Momenten selbst in den Arm zu nehmen. Zum Schluss liest Evelyn ihre eigene Trostbankgeschichte, die sie für den Hospizverein in Bramsche geschrieben hat.

✅ Wut, Angst und Scham dürfen da sein, und mit der Zeit darf auch ein neues Gefühl wieder Platz bekommen. ✅ Trauer geht nicht einfach weg, sie wird Teil deines Lebens, wie ein Krug mit einem Riss, an dessen Weg trotzdem Blumen wachsen. ✅ Sich selbst in den Arm zu nehmen und sich Liebe zu schenken kann in traurigen Momenten Halt geben.

→ Hier findest du Evelyns Profil, wenn du mit ihr trainieren möchtest: https://www.seelensport.at/stores/evelyn-kolfen/

→ Du möchtest selbst SeelenSport®-Trainer:in werden? Alle Infos zur Ausbildung, der nächste Start ist im Frühjahr: https://www.seelensport.at/ausbildungen-zertifikate-2/

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Trauerwelle ist der SeelenSport® Podcast für trauernde Menschen, die selbstsicher und mutig ihre Trauerwellen surfen wollen. Du erfährst, wie du deiner Trauer Raum und Zeit gibst und aus ihr deine körperliche Kraft zurückgewinnst.

Denn Trauerwellen sind anstrengend und kosten Kraft, wenn sie über dich hereinbrechen, du sie ignorierst oder versuchst zu unterdrücken. In den einzelnen Podcast-Folgen leitet dich Katy Biber liebevoll und achtsam, und gleichzeitig mit Leichtigkeit durch die Wellen der Gefühle, damit du deine Trauer verstehst und den Mut findest deinen eigenen Trauerweg selbstwirksam zu gehen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Manche Trauer beginnt mit einem Geheimnis, das du nicht aussprechen

00:00:04: darfst.

00:00:05: Evelyn Kolfen war siebzehn als ihr Papa an Krebs

00:00:09: erkrankte.

00:00:10: Es war die DDR.

00:00:12: Die Ärzte schwiegen und Evelyn wachte nächtelang an seiner Seite.

00:00:17: Drei Monate nach seinem Tod kamen die Wände Und nix mehr war wie es mal war.

00:00:24: In dieser Folge sitzen wir mit Trainerin Evelyn zusammen und reisen fast vierzig Jahre zurück.

00:00:30: Sie erzählt sehr offen und sehr berührend von Wut, die sich in Freude verwandeln durfte – von Ängsten in der Schwangerschaft und von einem Krug mit einem Riss!

00:00:42: Und sie liest ihre eigene Trostbankgeschichte vor….

00:00:46: Wenn deine Trauer schon lange mit dir geht, dann ist diese Folge definitiv für

00:00:50: dich.".

00:00:51: Wir sprechen noch über die Sehensport-Trainerinnen Ausbildung.

00:00:55: Endlich haben wieder die Erstgespräche geöffnet, du kannst dir jetzt das Webinar zur Ausbildung anschauen und sie damit unverbindlich auf die Warteliste setzen und dann dir dein erstes Gespräch buchen mit der lieben Christina und schauen ob die Ausbildung für die twenty-sevenundzwanzig das Richtige ist.

00:01:15: Den Link dazu findest Du in den Show notes!

00:01:18: Und jetzt ab in die Liebe Evelyn, schön dass wir heute gemeinsam sprechen im Podcast Trauerwelle.

00:01:43: Ich freue mich riesig drauf und bin ganz gespannt auf deinen Weg den du ausführlich mit uns teilen willst weil durch natürlich auch eine Trauergeschichte die schlussendlich jetzt eben zur Zehenspott-Trainerin hingeführt hat.

00:01:58: Und da wollen wir uns das ein bisschen genauer anschauen, wann ist es passiert und was hat dir dann auch geholfen?

00:02:05: Wie bist du dann zur Trainerin geworden?

00:02:08: Magst Du dir vielleicht als Einstieg erst mal vorstellen, wer Bist du?

00:02:12: Was machst du so?

00:02:13: Erzähle uns ein bisschen von dir!

00:02:16: Ja liebe Kati erstmal ganz lieben Dank dass ich auch meine Geschichte hier teilen darf und dass du dafür Ja, Zeit und Raum einfach schenkt.

00:02:26: Und genau ich bin Evelyn.

00:02:29: Ich bin verheiratet und habe vier Kinder, vier erwachsene Kinder und einen schon alten Hund zu Hause.

00:02:37: Genau!

00:02:38: Ich lebe in Bramsche das ist in der Nähe von Osnabrück eine Kleinstadt und beruflich arbeite ich zurzeit als medizinische Fachangestellte bei einem Lungenfacharzt Genau.

00:02:53: Und ja, was macht meinen Alltag noch so aus?

00:02:58: Es ist nicht nur die Arbeit, nicht nur Kinder, die jetzt schon aus dem Haus rausgegangen sind es auch ehrenamtliche Arbeit gerade eben auch im Bereich Hospiz.

00:03:11: Hospizarbeit bin Sterbe und Trauerbegleiter engagiere mich beim Kaffee endlich Genau.

00:03:21: Und hab auch im Hospiz verschiedene Projekte schon mit begleitet, bin in einer Kirchengemeinde auch aktiv und zusätzlich versuche ich jetzt gerade meine ersten Schritte in der Selbstständigkeit eben auch als Sehensporttrainerin und im Coachingbereich Fuß zu fassen.

00:03:44: Ja krass!

00:03:45: Und ich denke mal grad so die ganze Zeit so oh mein Gott wie macht sie das alles?

00:03:50: Ich habe ein Kind und denke mir so, oh mein Gott ich bin voll überfordert.

00:03:55: Also Hut ab was du da schon alles geschafft hast in den ganzen Jahren.

00:03:59: weil du hast ja auch gesagt sie sind ja schon erwachsen.

00:04:03: Das älteste Kind ist jetzt?

00:04:06: Genau meine ältester Tochter.

00:04:07: die ist um neunundzwanzig Jahre alt.

00:04:10: Die hat gerade frisch geheiratet.

00:04:15: Und der Jüngste ist neunzehn.

00:04:19: Ach krass!

00:04:20: Also da hast du schon, ja wow.

00:04:22: Gut ab, was du da alles geleistet hast und gratuliere an der Stelle auch so.

00:04:28: Das ist echt nicht ohne!

00:04:30: Und dann warst du doch alles erzählisch?

00:04:31: Was du so nebenbei jetzt auch noch machst, also wow.

00:04:35: Schon nicht ohne.

00:04:36: Wobei ich als Kinderkleinbar, ich war fast zwanzig Jahre beruflich eigentlich habe ich mich zurückgezogen und konnte einfach dann auch zeitlich ehrenamtlich tätig sein Was mir auch sehr wichtig war neben der Kindererziehung.

00:04:55: Ja, und du hast eine eigene Trauergeschichte, die du mitbringst.

00:04:59: Und zwar vor über dreißig Jahren schon ist dein Papa verstaubend!

00:05:05: Du warst noch sehr jung zu dem Zeitpunkt.

00:05:08: Magst du uns mal ein bisschen mitnehmen?

00:05:10: Das ist ja echt... Also man kann so vorstellen jetzt haben wir so ne krass digitale... Zeit und alles ist anders, oder wie vor damals.

00:05:19: Vor fast vierzig Jahren hat der das Leben der Alltag irgendwie noch ganz anders ausgeschaut.

00:05:24: Nimm uns doch mal mit in diese Zeit und beschreibe mal, wie damals in diesem Alter dein Leben so ausgeschattet hat, dein Alltag?

00:05:33: Genau es ist schon fast vierzehn Jahre her und ich habe damals oder damals war Deutschland noch geteilt in DDR und BRD im Ostbereich gelebt, also in der DDR und war keine einfache Zeit.

00:05:54: Gerade wenn man auch in der Kirche aktiv war, war das nicht so einfach.

00:06:04: Genau ich war damals siebzehn Jahre alt habe gerade meine Ausbildung angefangen als Röntgenassistentin und musste die Woche über im Internat sein.

00:06:15: Ich konnte das nicht von zu Hause ausmachen, sondern meine Sonntagabend ins Internat gefahren.

00:06:20: Hat er die Woche verbracht mit anderen Mädels zusammen und ist dann entweder Freitag oder Samstag je nachdem wie Schule oder Arbeit war, ist man wieder nachhause gefahren und dann hatte mein halt ein kunstes Wochenende zu Hause Und es war... ich war ja nicht so lange in der Ausbildung da kam dann halt die Erkrankung.

00:06:43: von meinem Vater War schon erst mal in den Schock.

00:06:48: Ja,

00:06:49: schwierig.

00:06:49: Hast du warst das siebzehn wo die Diagnose war oder?

00:06:53: Ja, siebzenten, gerade siebzen geworden.

00:06:56: ja und es war so... In der DDR.

00:07:01: es gab zwei schon zum Ende und es gab eigentlich nichts mehr.

00:07:09: also auch die medizinische Versorgung da gab's nichts.

00:07:15: Das kann man so gar nicht vorstellen.

00:07:17: Genau, er wurde operiert und es waren auch ganz strenge Zeiten.

00:07:26: nur wenn man ins Krankenhaus durfte und meine Mutter ist dann dahin und der Arzt hat sie erst mal zur Seite gerufen und hat gesagt ja wir haben aufgemacht und wieder zu da kann man nichts mehr machen und sie dürfen ihm nichts sagen

00:07:42: Und man hat ihm nichts sagen dürfen.

00:07:44: War das damals so Gang und Gebe oder wie?

00:07:47: Ja, ich glaube es ist schon... Ich habe da auch so drüber nachgedacht dass einfach die Unfähigkeit mit sterben und tot umzugehen.

00:07:56: Und dann wird einfach tot geschwiegen.

00:07:59: nicht wenn ich erzählt und ja Dann muss der andere sich damit nicht auseinandersetzen und vielleicht stucke einfach oder ich weiß nicht was die Leute sich dabei gedacht haben.

00:08:12: Aber für die Person Zell war jetzt das logische dahinter, wenn dein Papa operiert worden ist, dann hat er ja gewusst, dass etwas nicht stimmt oder?

00:08:23: Hat er da nicht nachgefragt oder hat sein Mama trotzdem gesagt oder was hat sie mit euch oder mit dir also mit der Familie gemacht?

00:08:31: Also ... Die Ärzte haben gesagt Ja, es so weit alles in Ordnung, nur eine Entzündung Und von dem Krebs wurde halt nichts erzählt.

00:08:41: Ach, krass!

00:08:43: Er hatte dann erst mal Hoffnung und hat sich gefreut und hat alle Kräfte mobilisiert wieder auf die Füsse zu kommen... ...und ist dann entlassen worden womit die Ärzte vielleicht auch gar nicht gerechnet hatten.

00:08:57: Dann war er zu Hause und das war ganz schlimm für mich weil ich musste bei ihm einfach weinen weil ich sehr wusste und er dann gefragt, warum weinst du?

00:09:13: Und dann sage ich ach nur so mir ist gerade so.

00:09:17: Also geht es jetzt nicht sagen zu dürfen und meine Mutter hat sich aber recht schnell dazu entschlossen ihm die Wahrheit zu sagen das etwas so wertvolles und so wichtig ist dass man das einfach als Familie miteinander traurig sein kann.

00:09:35: über die Diagnose Okay, wie geht jetzt das Leben weiter?

00:09:41: Und ja ... wird nicht eben einfach nur mal so wieder gesund.

00:09:48: Nein, da steht eine tödliche Diagnose letztendlich im Raum und die ist da.

00:09:57: Und dem stellen wir uns auch alle

00:10:00: zusammen.".

00:10:02: Ja, und Osoi denkt man eben so durch ihr selbst selber Ruckrinda Diese Last und die Verantwortung, die dann Akkrid schlussendlich tragen soll.

00:10:11: Das kann ja da nicht sein so dass man das dann... Also diese Zeit ich finde es echt immer... Ich bin ja Historikerin ursprünglicher und ich war sehr auf viel von solchen Geschichten.

00:10:21: Und wenn man's aber so hört, diese echten Menschen, die das dann so erlebten, also da muss man mal wieder den Kopf schütteln und kannst das jetzt einfach nicht vorstellen?

00:10:31: In Zeiten anders sparen Mhm.

00:10:36: Und du hast ja auch geschrieben, du warst dann sehr intensiv oder so was die Pflege deines Papas angeht.

00:10:45: Ja, da voll mit drin, gell?

00:10:46: Oder als Kind ... Was ich glaube nicht so einfach ist in dem Alter.

00:10:50: man kennt sich selber kaum und es ist ja also eine Umbruchssituation mit siebzehn oder da findet er sich selber erst irgendwie verbinde eigentlich und so.

00:10:59: Wie war denn das für dich dann so?

00:11:01: wie ist es weitergegangen?

00:11:04: Also ich hatte Glück, dass ich gerade Semesterferien hatte und in der Zeit wusste ihm dann sehr schlecht ging.

00:11:15: Er konnte auch nicht mehr aufstehen und musste auch nachts betreut werden eigentlich alle zwei Stunden irgendwie mal gedreht oder mal auf Toilette oder was trinken Und da habe ich die Nächte übernommen.

00:11:36: Wir hatten so ein Sofa.

00:11:39: Und dann konnten wir da beide auch einfach liegen, konnte ich zwischendrin schlafen und er konnte mich auch ganz einfach wecken wenn er dann was gebraucht hat.

00:11:51: Und da war ich sehr dankbar dass sich in der Zeit wirklich die Ferien hatte um da sein konnte.

00:11:56: das war schon ein Geschenk und auch überhaupt ist zu Hause zu erleben.

00:12:02: Das finde

00:12:03: ich auch.

00:12:05: sehr lang weg unter der Woche und dann kriegt man gar nichts mit.

00:12:09: Aber auch diesen Prozess, dieses die Pflege und das Abschied nehmen zu Hause zu erleben ist er jetzt auch zuhause verstorben.

00:12:20: dass empfand ich als sehr wertvoll und auch so eine intensive Zeit.

00:12:30: also ich konnte ihm nochmal so Liebe schenken.

00:12:35: Also er war für mich ja so als Papa, weil er immer eigentlich Schutz und Geborgenheit für mich.

00:12:43: Und hat mir die Liebe zur Mathematik

00:12:46: gezeigt?

00:12:47: Ja!

00:12:48: Also ein Zahlenkünstler.

00:12:54: Das haben wir dann auch miteinander einfach geteilt.

00:12:59: Die Freude über Knobelaufgaben.

00:13:05: Als Kind, also er hat mir immer so über den Kopf gestreichelt.

00:13:10: Und als er dann eben im Sterben lag in den letzten Wochen, da mochte er es sehr wenn ich ihm über einen Kopf gestreichelt habe.

00:13:22: Es ist so ein Stückchen dem anderen Liebe schenken und das kann oder wäre nicht gegangen, wenn er im Krankenhaus gewesen wär.

00:13:34: Und das finde ich sehr, sehr wertvoll für mich oder auch für uns als Familie.

00:13:40: Für dich da mal sagen war es eine sehr wertfuelle Zeit, dass das so erleben zu dürfen.

00:13:50: Gleichzeitig war das aber natürlich auch körperlich herausfordernd oder?

00:13:55: Für die bist du denn da.

00:13:57: irgendwie gingen also psychisch körperliche abgesehen von dieser engen Bindung oder Beziehung Bleibt ja doch was hängen, wenn man die Nacht oft nicht schlaufen kann.

00:14:08: Die Sorgen und Ängste, die man vielleicht auch nicht teilen kann, erzählt das es deiner Mama dann ohne zu gutganglich in der Zeit.

00:14:15: Das heißt viele sich einfach an dir hängenblieben.

00:14:17: Und stellen wir vor, dass macht ihr auch etwas mit so einem jungen Menschen wo's Kröhhilfe oder Anlaufstelle gegeben hat?

00:14:24: Wie hast du die da selber durchgetragen?

00:14:27: Was hat dir dann geholfen in derzeit?

00:14:32: Genau also meine Mama ist selber dann auch mal einfach zusammengebrochen, kreislaufmäßig.

00:14:41: Meine Schwester hatte in der Zeit noch eine Vielgeburt gehabt die auch ne ganz unglückliche ungute Ausschabung erlebt.

00:14:53: Du musst dann noch ne zweite über sich ergehen lassen.

00:14:58: Die war dann auch mit zu Hause und da war ich schon habe ich mich schon so eigentlich nicht gesehen gefühlt, so für alle da sein.

00:15:08: Alle irgendwie versorgen und selber war es eigentlich schwierig.

00:15:17: Also ich habe schon immer im Glauben deine Kraft und Stärke gefunden.

00:15:24: das war schon da Und die eigentlich war für mich nochmal prägnant Die letzte Nacht mit ihm.

00:15:32: Ich war total auf, schon und fertig.

00:15:36: Und wusste okay wenn ich jetzt einschlafe und der weckt mich... Ich kann nicht aufstehen!

00:15:41: Ich habe die Kraft nicht mehr und hab dann das Licht angelassen und habe gelesen dass ich nicht einschrafe.

00:15:49: Und da bist du wachblieben beim Lesen?

00:15:52: Das ist krass!

00:15:53: Genau.

00:15:54: und er hat gesagt komm du musst doch schlafen und du na nein ich bin nicht müde habe ich gesagt aber ich wusste wenn ich einschafe Ich kann mich nicht mehr, nicht mehr dann mobilisieren aufzustehen und er hat es

00:16:09: gemerkt.

00:16:10: Also ohne dass wir darüber gesprochen haben, hat er's gemerkt und ist dann den nächsten Tag auch verstorben.

00:16:18: Krass!

00:16:19: Warst du denn dabei?

00:16:21: Oder alle oder wie?

00:16:23: Also meine Mama und meine Schwester waren auch dabei.

00:16:27: zu dem Zeitpunkt war ich da nicht dabei.

00:16:31: Wie war das dann?

00:16:31: oder wo warst du zu dem Zeitpunkt?

00:16:35: Ja, ich sollte dann versorgen essen machen.

00:16:43: Hat es denn irgendwas mit dir gemacht?

00:16:45: Sie haben ja schon sehr viele Gespräche geführt so und du wirst unter die Trainerinnen aber auch mit den Trauernden usw.

00:16:53: Ich kenne das ja persönlich gar nicht mit diesem Todeszeitpunkt dass man irgendwie dabei ist oder nicht dabei ist.

00:16:57: Das war bei uns gar nicht so ein Thema.

00:17:01: Was hat das dann mit dir gemacht, dass du als Unsicke von der Kernfamilie jetzt da nicht dabei warst?

00:17:07: Sondern eben vielleicht in einem anderen Raum oder eben nicht anwesend.

00:17:11: Hat es da irgendwas Besonderes bei dir ausgelöst, gewirkt

00:17:16: ...

00:17:17: oder bist du damit gegangen?

00:17:19: Schon auch traurig wäre auch gern so mit dabei gewesen.

00:17:24: ich weiß, dass meine Mutter es nicht wollte so nach dem Motto als Schutz Du bist die kleine.

00:17:34: Natürlich kann man jetzt auch emotional tiefer reingehen und sagen, ich fühle mich ausgeschlossen.

00:17:44: Aber das will ich gar nicht sondern eher so sehen okay jeder für jeden war es ja eine erstmalige Situation und in der man vielleicht auch mal falsch entscheidet Es ist so.

00:18:02: Und für mich ist es eher, ich nehme das an und hab meinen Frieden drüber.

00:18:09: Ich habe die Situation, die ich brauche und mit ihm erlebt habe... ...und auch hinterher einen Abschied nehmen da gewesen.

00:18:21: Wo ich sage, es ist okay.

00:18:25: So wie's ist, es is ok.

00:18:30: Eine Beerdigung?

00:18:31: Wie war das damals, also hat es da bestimmte Dinge gegeben die jetzt anders sind.

00:18:36: Also generell eine Beerdigung und damals anders ausgeschaut wie heute.

00:18:39: oft aber vielleicht durch die Situation DDR hat's da bestimmten was in den Vorgaben geben.

00:18:46: oder wie hat sie so eine Beerdigung dann ausgeschafft.

00:18:49: Habs da frei mitgestalten können, wie war das?

00:18:55: Ich glaube, so viel Freie Mitgestalten war jetzt da noch nicht wie es jetzt ist.

00:18:59: Ich glaube das war früher dann auch hier jetzt auch noch nicht so ausgeprägt sondern der Pastor hat einfach durchgetragen.

00:19:12: was vielleicht nochmal besonders ist dass seine Eltern ja auch noch gelebt haben dass sie auch mit auf der Beerdigung waren.

00:19:20: die wohnten aber weiter weg also sind dann angereist ist schon auch noch mal was.

00:19:27: So Oma Opa, die da voll hier auch ein Trauer, die ihr Kind verloren haben und das Betrauern.

00:19:41: Aber ansonsten ist es so für mich jetzt nicht irgendwie etwas Prägnantes oder Wichtiges hängen geblieben.

00:19:50: Was noch war?

00:19:52: Ist dass die Beerdigung einen Tag vor der Silberhochzeit meiner Eltern war.

00:19:58: Ach krass!

00:20:01: Also so eher für meine Mutter.

00:20:03: nochmal was ganz Einschneidendes auch?

00:20:08: Ja, kann ich

00:20:10: mal vorstellen und wie war es dann für dies oder wie ist das gewesen als Tochter die Mama ja auch so trauern zu sehen?

00:20:18: hat's da dann Möglichkeiten geben über die Trauer danach zu sprechen miteinander wie du gesagt hast, vor einer Todgeschwiegung innerhalb von Familie.

00:20:29: Also mit deinen Großeltern zum Beispiel hat man da einfach drüber geredet dann so im Alltag danach oder hat einfach niemand was mehr dazu gesagt?

00:20:39: Es ist ganz schnell eigentlich dass wir in den Alltag eingetaucht sind.

00:20:44: Wenig miteinander drüber reden gerede haben.

00:20:51: die Großelter waren einfach weiter weg und auch nicht vor Ort Und für mich ging ja die Ausbildung weiter.

00:21:01: Ich war dann die Woche über wieder im Internat, da waren schon zwei Mädels noch.

00:21:06: mit denen habe ich mir das Zimmer geteilt.

00:21:09: Da war es schon immer mal auch, dass auch mal gesprochen wurde so ne?

00:21:13: Dass ich auch mal was gesagt habe.

00:21:16: aber das ist auch ein Stück Normalität dabei.

00:21:20: Was ja auch hilft und auch gut.

00:21:25: Ja vor allem so eine Struktur dann irgendwie So, die gibt ja doch ein bisschen Halt.

00:21:29: Wenn so Routinen sind, die man kennt.

00:21:34: Genau und dann war es auch drei Monate nach seinem Tod kamen die Wände?

00:21:40: Ja das habe ich eben gelesen aber dachte mal so krass!

00:21:44: Also an Veränderungen wie viel... Das ist sehr... Nimm uns damit Wie war das was sich dann passiert Und wie hat sich dein Leben dadurch wieder verändert?

00:21:53: Mit der Trauer, die dann mit dabei war?

00:21:55: natürlich

00:21:59: Genau, also die Wende ist ja erstmal genau so ein Schockerlebnis wie der Tod eines Menschen.

00:22:12: Es hat ja keiner damit gerechnet.

00:22:14: Plötzlich waren die Grenzen auf und das war auch wunderbar und ich habe das auch sehr begrüßt mich sehr darüber gefreut.

00:22:24: aber es ist natürlich auch eine Veränderung.

00:22:28: Das Leben wird auf links gekrempelt und auch so ein Staat, wenn es ein ungutes System ist, gibt es ja Struktur- und Orientierung.

00:22:39: Und das war weg!

00:22:41: Also nichts war mehr wie es war, wie ich es kannte.

00:22:47: Alles war verändert.

00:22:49: Kannst du da vielleicht irgendwas Konkretes unterzählen?

00:22:54: Sackspotter hat mir zum Beispiel total gemerkt, wie anders es plötzlich war.

00:22:59: Genau also eigentlich war... ich war ja in der Ausbildung und hatte auch schon einen Arbeitsvertrag wo ich dann in welchem Krankenhaus sich dann auch arbeite Und das wurde die Verträgewohnheit alle angeliert und keine... Also vielleicht ein zwei die da noch in ihr Krankenhaus gekommen sind wo sie den Vertrag hatten.

00:23:20: aber alle anderen mussten gucken okay Wo komme ich jetzt unter?

00:23:25: Wo kann ich mein Geld verdienen, wo gehe ich hier arbeiten.

00:23:29: Genau und das blieb eigentlich...

00:23:30: Du hast schon oft ein Zettel gekriegt oder jemand hat gesagt hey!

00:23:35: Das wird jetzt doch nix.

00:23:38: Jetzt kannst du schauen was machst.

00:23:39: Und also eben hat man sich dann nicht gefragt die Ausbildung die ihr jetzt gemacht ist überhaupt noch etwas wert oder gleichgestellt sozusagen Oder wird es überhaupt nicht anerkannt oder so?

00:23:54: War so was Thema zum Beispiel.

00:23:57: Also da hatte ich dann schon meinen neuen Arbeitsvertrag, also ich hatte eine Bewerbung geschrieben und bin nach Hannover gekommen.

00:24:08: Dann meine erste Arbeitsstelle, ganz jung!

00:24:11: Und da war das dann mal kurz Thema ob ich noch irgendeine Prüfung machen müsste um dass das anerkannt wird.

00:24:21: aber Das war dann auch von Tisch.

00:24:25: Das heißt, wie alt war es schon da?

00:24:27: Warst du da schon dann achtzehn?

00:24:29: Ja, also ich war dann schon neunzehn.

00:24:32: in der Zwischenzeit ja... Das

00:24:34: heißt so bist dann mit neunzen Volk alleine noch Hannover.

00:24:41: Wow!

00:24:42: In eine ganz neue Welt eintaucht sozusagen

00:24:46: Und genau plötzlich Großstadt, aus dem dörflichen Leben in die Großstadt und ins Berufsleben.

00:24:55: So ein Staat hat mich schon sehr einsam und unsicher gefühlt.

00:25:02: Ja das glaube ich.

00:25:02: Und wie stark wohnt Aloha-Wohnung oder wie war es?

00:25:06: Das war dann auch so ein Wohnheim vom Krankenhaus aus.

00:25:11: Die hatten einen Wohnheim.

00:25:12: Und das war eigentlich sehr gut weil der Viele andere auch noch waren, die auch alleine waren.

00:25:19: Und da habe ich meinen Mann kennengelernt?

00:25:22: Weil in dem Wohnheim oder wie?

00:25:24: Echt?

00:25:24: Genau!

00:25:25: Lustig!

00:25:29: Wie man sich so vorstellt ist schön und dann war es gleich mal so verliebt.

00:25:36: und jetzt zusammen oder was eher etwas langes hin und her

00:25:42: also erstmal kennenlernen schon so ein bisschen und man findet sich interessant, man mag sich.

00:25:49: Und dann kam das eigentlich sehr schnell dass wir gesagt haben okay wir wollen ein Paar sein, wir wollen uns intensiver kennenlernen.

00:26:02: Und er ist aus Hannover kommen oder ist ja auch gerade frisch hergezogen?

00:26:07: Der war schon Jahr länger da aber es ist auch von woanders also war für ihn auch nicht seine Heimat dort.

00:26:16: Okay, also dann hat es gemeinsam ein bisschen die Stadt dann entdecken können und so das Leben dort

00:26:24: schön

00:26:24: spannend.

00:26:25: Und hast du da einen damaligen Freund erzählt was mit deinem Papa passiert ist oder hast du das lange für dich behalten?

00:26:36: Wie bist denn damit umgangen wenn in der neuen Stadt bist man da und neue Leute kennen ich bin ja auch nach Wien damals zogen.

00:26:43: Man klebt das jetzt nicht an Direkt oder Haut, es gleitet direkt als erstes raus.

00:26:48: Wie war das so?

00:26:50: Genau irgendwann kommt dann ja die Frage auch mal nach Eltern.

00:26:55: und dann habe ich's schon erzählt mein Papa ist tot, mein Papa lebt nicht mehr.

00:27:02: Und dann ist immer je nachdem fragt jemand weiter nach oder belässt das dabei.

00:27:11: Also mir war es eigentlich schon wichtig, dass es jemand von mir weiß.

00:27:15: Mein Schmerz auch das Wissen der anderen darum.

00:27:22: Und wie hat dein jetziger Mann damals reagiert

00:27:25: drauf?

00:27:27: Also direkt wo ich's erzählt hab habe ich jetzt so keine Erinnerungen mehr dran wie Reaktion war.

00:27:35: aber ich hatte immer wieder diese Trauerwellen geweint habe, wo ich einfach dieses oft auch mit dem Zyklus zusammenhängt.

00:27:46: Das kennen wir hier als Frauen.

00:27:49: Genau und dann heißt es Geweind.

00:27:54: Und er war einfach da.

00:27:56: Er hat mir eine Wärmflasche gebracht.

00:27:58: Der hat mir ein Tee gekocht und ist einfach da geblieben.

00:28:03: Und das fand ich so wertvoll.

00:28:06: Also, ohne Fragen zu stellen.

00:28:08: Ohne irgendwie nur ist mal gut oder was hast du denn jetzt schon wieder erst einfach da geblieben?

00:28:16: Das ist richtig schön!

00:28:19: Das heißt, du hast die dann

00:28:20: doch

00:28:20: ziemlich schnell um... Was das angeht, reingefunden so in dieser neuen Lebenssituation mit ihm an der Seite.

00:28:29: oder hat es da noch Herausforderungen gegeben wo du sagst, dass war dann doch schwierig?

00:28:36: Klar gab es immer wieder noch so Herausforderungen oder Hürden, die jeder irgendwie auch zu meistern hat.

00:28:47: So sich einzufinden in einem ganz neues System, eine andere Gesellschaftsordnung.

00:28:58: Man spricht vielleicht dieselbe Sprache und doch redet man anders?

00:29:07: Eben, das kann man so nicht vorstellen.

00:29:10: Wo ich mich manchmal eben dann auch nicht verstanden gefühlt habe oder auch die anderen, wo ich es erst mal kennenlernen muss?

00:29:21: Ja aber mit meinem Mann schon sehr glücklich ja.

00:29:26: Wir haben dann auch bald geheiratet.

00:29:28: Ahja okay!

00:29:29: Wie lange hat's dauert?

00:29:30: also wann hats dann geheirattet?

00:29:33: Wir haben geheiratete'

00:29:43: Und du hast gesagt eben, dass auch in dieser größten Einsamkeitszeit da wo du dann am Anfang und dann nur in diese Stadt usw.

00:29:53: Hast du für die entschieden egal was passiert ich will nie aufhören zu beten?

00:29:58: Was gibt dir denn der Glaube generell im Leben und auch in Bezug auf die Trauer?

00:30:07: Genau, also es war so eine absolute Einsamkeit die ich gefühlt habe.

00:30:15: So dass allein sein und eigentlich hatte ich nichts mehr und da hab' ich gesagt Ich will nie aufhören egal was noch kommt was mir noch begegnet mich will nicht aufhörn zu beten weil das ist das was ich brauche Und was mir halt gibt in meinem Leben und hab da immer schon, auch wenn ich zurückgucke war immer so ein Schutz da.

00:30:47: Also auch auf der Arbeit oder irgendwo.

00:30:50: also zum einen Menschen die ich kennengelernt habe eben auch mein Mann ist für mich ein absolut großes Geschenk dass wir uns begegnet sind das sich genau da an dem Ort wo er auch gelebt hat.

00:31:07: und es gab aber auch auf der Arbeit immer Menschen, die irgendwie die Hand so über mir gehalten haben.

00:31:17: So ein Stück Schutz ohne dass drüber geredet wurde, ohne das den Dankeschön von mir bekommen haben.

00:31:24: oder viele Worte habe ich doch gemerkt?

00:31:26: Oder ist einer, der passt gerade auf dich auf?

00:31:30: Der spricht grad für dich, der sorgt grad.

00:31:37: Da habe ich schon gemerkt, dass sie mich schon auch beschützt und behütet gefühlt hat.

00:31:46: Und das dann ebenfalls in Bezug auf die Trauer?

00:31:49: Dass du da so egal wie groß der Schmerz ist, dass trotzdem dieser Halt da ist und dass du nie weiter als in der Loch irgendwie fallen kannst durch dieses Beten und dem Glauben.

00:32:03: genau das ist eigentlich ganz spannend, dass ihr so ansprichst weil ich hatte ja niemanden.

00:32:09: Da war kein Psychologe da war kein Trauerbegleiter da war niemand.

00:32:15: Ich war da ja allein mit meiner Trauer und durfte aber so tolle Erfahrungen machen.

00:32:22: Das eine es war noch relativ zu Anfang, da saß ich in der Straßenbahn Ich war eigentlich viele Trauerenden kennen die Wut, die erst mal da ist.

00:32:34: Die auch wichtig ist, die Energie und Dynamik und Kraft bringt.

00:32:41: Und ich war fütend oder neidisch auf alle, die noch einen Papa hatten.

00:32:50: Wie gesagt, in der Straßenbahn und ich habe so gesehen ein kleines Mädchen vielleicht zu fünf Jahre und läuft auf den Papa zu.

00:32:56: Und der Papa nimmt sie in die Arme und dreht sich einmal so rum.

00:33:01: Da ist für einen kurzen Moment mein Herz aufgegangen und dann denke ich Ups!

00:33:07: Du willst auch eigentlich wütend sein?

00:33:11: Dann kam ich selber für mich in so einem Konflikt und hab gedacht nie das ist doch jetzt ganz... Blöd wenn du deine Wut wieder hoch holst, weil das war doch so schön und es war ein Moment der ist auch in dein Herz gegangen mit Freude.

00:33:28: Und dann konnte ich quasi diese Wut austauschen in Freude darüber dass ich gesagt habe Es ist schön jeder der noch einen Papa hat und den gutes Verhältnis miteinander haben Das ist ganz wertvoll und das ist sowas Wunderbares.

00:33:48: Ich ist nicht mehr habe, habe ich doch nicht das Recht es allen anderen abzusprechen.

00:33:54: Sondern es ist doch schön mich eigentlich mit den anderen drüber zu freuen und da kam so ein Licht wieder in mein Leben, die Freude durfte einfach wieder ins Herz und das fand ich ganz besonders.

00:34:11: Ja, das stimmt.

00:34:12: also diese Momente... kenne ich ebenfalls, also ich war ja auch ganz viel müdend und voller Hass usw.

00:34:18: Und dann durch die Strossen, wenn ich gegangen bin noch immer dachte du hast nur Schwester oder die Candy und so, aber wie du gesagt hast es ist ja wichtig, dieses Gefühl hat ja einen Sinn natürlich und das darf er rausgelassen werden.

00:34:33: und ich glaube wenn wir dem Ohr ein Raum geben Und dann eben unseren Blick wieder ändern können oder uns darauf einlassen, oder Perspektiven wechseln wie du sagst.

00:34:44: Oder zu machen... Dann kann ich auch das andere wiedersehen.

00:34:47: und ja manchmal springt es wahrscheinlich bei dir zwischendurch vielleicht einmal Momente geben wo's wieder schlechter ginge oder wo mal ein Wut wieder kommen ist.

00:34:55: Und gleichzeitig hat man die Erfahrung gemacht und kann leichter wieder zu dem anderen hinschauen.

00:35:01: Ja?

00:35:02: Das wird einfach dann leichter noch zu switchen!

00:35:07: Also ich würde sagen, da ist plötzlich so ein Gedankenfunke in meinen Kopf gekommen der einen Bereich einfach hell gemacht hat.

00:35:17: Und dass ich das ja was austauschen konnte.

00:35:23: Ja voll schön!

00:35:24: Ich stelle mir das gerade so richtig lebendig die Szene vor.

00:35:28: Mega schön und wenn du jetzt Also wenn ihr jetzt zum Beispiel eine Person uns zuhört, die ebenfalls bis zu ihrem Verlust gläubig war und jeder glaube auch immer ganz viel Halt geben hat.

00:35:42: Und jetzt durch den Verluscht das höre ich auch immer wieder dass man vielleicht dann zweifelt oder Konzin mehr darin sieht oder irgendwas also so am Glauben zweifelte.

00:35:54: Was würdest du der Person mitgeben wollen?

00:36:02: Ja halt durch durch die Wüstenzeit zu gehen Das ist okay, dass du manches nicht verstehst oder das auch nur Wut vielleicht auf Gott nur Wutsch da ist.

00:36:18: Aber bleib im Gespräch.

00:36:22: Bleib in Verbindung.

00:36:23: Also Gott hält es aus, dass Du wütend auf ihn bist und erhält es auch aus, Ja, eben eigentlich die ganze Verzweiflung bringst.

00:36:42: Und ja einfach Mut zu machen und dran zu bleiben ist wirklich auch mit allen Gefühlen auch zu ihm zu gehen.

00:36:51: Das ist schienner Satz.

00:36:56: Ja und du hast es mit der Wut jetzt schon angesprochen.

00:36:59: Und da hat es aber nur das andere gegeben, die Sorgen- und Ängste.

00:37:03: Du hast geschrieben oder gesagt wo du dann schwanger geworden bist ist so viel um Sorgen und Ägste.

00:37:10: plötzlich also man kennt das ja auch gerade wenn man Verluste erlebt hat bei mir war das ähnlich und dann schwangern und oh mein Gott wenn ich jetzt nommel und wenn jetzt irgendwas passiert usw.

00:37:20: Und du mit deiner Vorgeschichte vielleicht durch das Schwester usw.. Was für Sorgen und was für Ängste waren das erst mal bei dir?

00:37:28: Also, worum hat sich das bei deinen Gedanken gedreht.

00:37:31: Und wie hast du das dann wieder so ein bisschen geswitscht und verwandelt?

00:37:36: Also ich war schwanger und hab mich eigentlich gefreut... ...und ich musste wieder weinen!

00:37:41: Ich bin also die Zeit auf der Arbeit.

00:37:45: Das habe ich geschafft und ich war zu Hause und ich habe geweint und geweint weil einfach Ja, plötzlich so ein Leben dieses Wissen.

00:38:00: Ein Leben kann ganz schnell vorbei sein und sich ganz schnell und nichts ist Und auf Gesundheit und und vollständig sein.

00:38:13: das haben wir kein Recht Sondern es ist ein Geschenk.

00:38:19: und nicht zu wissen Kind, wie entwickelt so dich in meinem Bauch?

00:38:25: Braust du alles was du brauchst.

00:38:27: Es geht es dir gut!

00:38:29: Wie wird die Geburt sein?

00:38:32: Wie wirst du aussehen?

00:38:35: Wirst du gesund sein?

00:38:37: Schaff ich es oder ist er letztendlich in der Schwangerschaft?

00:38:41: Das können ja auch Komplikationen entstehen und da waren so viele Sorgen, die sich so breit gemacht haben Und ich wusste auch gar nicht, wohin.

00:38:55: Man kann ja eigentlich mit dem Gynäkologen drüber reden und es ist mir überhaupt nicht in den Kopf gekommen, mit irgendjemandem darüber zu reden.

00:39:05: dann auch ... dass ich mich geschämt habe?

00:39:08: Dass ich weine wo ich denke du musst dich doch freuen.

00:39:11: warum bist so traurig?

00:39:15: Warum kann die Freude nicht da sein?

00:39:19: Also da waren so viele Konflikte in mir.

00:39:24: Und dann hatte ich ... war schon zum Ende der Schwangerschaft, hatte ich einen Traum?

00:39:29: Oh ja!

00:39:31: Räume.

00:39:32: Also es ist sehr häufiger mal dass man in der Schwangerschaft auch von der Geburt träumt und das hatte ich auch also so ein Traum.

00:39:41: Ich habe geträumt, das Baby wird geboren und dann sagt Mama hab mich doch einfach lieb

00:39:49: Okay.

00:39:50: Und ich hab gedacht, ja!

00:39:53: Das ist die Lösung.

00:39:55: und ich habe halt gemerkt die Sorgen das hat so viel Raum eingenommen dass sie Liebe immer kleiner geworden ist und der Liebe einfach mehr Raum zu geben Ja es ist okay wie du bist und auch wenn du nicht ganz gesund bist habe ich dich doch lieb und dass sie einfach größer werden kann die Liebe und es die Sorgen auch einfach an den Rand drängt.

00:40:24: Das ist schön!

00:40:26: Ach, Gott sei Dank!

00:40:27: Man hat so einen Traum geben... Mega schön!

00:40:30: Also da kommen wir mal direkt die Tränen weil ich kenne ja so diese intensiven Träume dann.

00:40:36: Schön Danke dass du das mit uns teilst Und ich finde es so schön Dass Du so offen und ehrlich bist und sagst Und irgendwie habe ich mich auch geschämt dafür Was würde ich denn?

00:40:47: trauernden Menschen grad mitgeben wollen, der sich vielleicht aktuell total dafür schämt Ängste zu spüren oder Wütend zu sein.

00:40:57: Was möchtest du ihnen da aus deiner Erfahrung mit geben?

00:41:01: Also erst mal die Gefühle dürfen sein.

00:41:06: Ja.

00:41:07: Nimm sie wahr.

00:41:08: Was ist das?

00:41:09: Was fühlst du?

00:41:12: Vielleicht auch warum fühltest du es?

00:41:14: Das hat vielleicht einen Grund Und wenn du dich sehr schämst, auch zu fragen, hilft mir das Gefühl oder behindert mich das Gefühl und kann ich es durch ein anderes Gefühl ersetzen?

00:41:32: Möchte ein anderes Gefühle mehr Raum haben.

00:41:38: Darf es sich mehr zeigen und darf das andere auch ein Stück sich verabschieden einfach und auch gehen?

00:41:46: also Viel ist ja in der Trauer.

00:41:49: Auch Schuld macht Sinn, also viel gesagt und macht es auch aber ich würde sagen für eine Zeit.

00:42:00: Es ist begrenzt oder es darf begrenzt sein und ich darf an den Punkt kommen wo eben so ein neues Gefühl Platz haben darf und Platz einnehmen darf.

00:42:17: Voll und ganz wichtig ist auch zu erwähnen, dass dieses Verändern oder Verwandeln immer auch ein Prozess ist.

00:42:25: Also es findet ja nie... Ich kann ja nicht was als Hitzhautoropäutin oder Trauerbegleiterin gehen und sagen so.

00:42:31: Jetzt habe ich mich schuldig gefühlt.

00:42:33: jetzt möchte ich bitte um eine Switch und dann von wie so einen Schalter oder so?

00:42:38: das funktioniert ja nicht.

00:42:39: meistens halt taucht man ein in das was isch und spürt hin und schaut woher's kommt wie du gesagt hast.

00:42:45: warum fühle ich das so, was steckt dahinter und so.

00:42:49: Und dann wenn die all diese Stückelungen da gemacht haben, kann ich auch sagen okay jetzt ist gut und dann darf es gehen und es kommt dann etwas Neues, was angenehme so.

00:42:59: So habe ich das erlebt ja.

00:43:04: Das ist auch ein Stück weit was für mich Trauer ausmacht.

00:43:09: Es gibt da die Geschichte wo eine Frau Zwei, also über ihren Schultern so einen Balken trägt und auf jeder Seite ist ein Wasserkrog.

00:43:24: Und der eine Krog hat ein Riss und sie geht immer jeden Morgen zum Rund, schöpft Wasser und trägt es nach Hause und zuhause.

00:43:33: Der eine Kroog, der heiler ist das immer voll mit Wasser und der andere Krog da ist immer nur noch die Hälfte drin.

00:43:43: Und das ist so dieser angeschlagene Krug, der mit einem Riss drin.

00:43:48: Das finde ich immer so ein Trauernde.

00:43:51: Ist was passiert und wir haben vielleicht nicht mehr die volle Leistung alles zu bringen.

00:43:59: Der ist auch traurig und sagt dann tauscht mich doch aus gegen einen, der heile ist!

00:44:05: Und sie sagt dann, du schau mal auf dem Weg, wo ich lang gehe.

00:44:13: Da wachsen lauter Blumen und ich habe Samen gestreut und du hast sie immer gegossen auf den Weg.

00:44:19: Das erfreut mich so sehr und das ist etwas Wunderbares.

00:44:23: Für mich ist es auch in der Trauer.

00:44:27: Wenn ich durch diese Trauer gehe, ist das etwas Tiefes.

00:44:30: Ich hab vielleicht nicht mehr meine ganze Leistung aber ... Es wird sowas Neues, was aufgehen darf.

00:44:38: Neue Blumen die einfach am Rande wachsen und es finde ich so wertvoll.

00:44:46: Und vielleicht sogar sieht man das als Trauern dasselbe noch gar nicht etwas, was da als wächst, gell?

00:44:52: Genau.

00:44:52: Sondern

00:44:52: erst später oder wenn jemand Anderer darauf hinweist oder Begleitungen.

00:44:57: Das stimmt!

00:44:58: Das ist ja total schöne Geschichte.

00:45:02: Wie schön, danke fürs Teilen.

00:45:05: Ja und dann bei all diesem Weg... Wer war an deiner Seite?

00:45:09: dein Mann natürlich?

00:45:11: Also es sind ja noch mehr Schwangerschaften gekommen und Kinder.

00:45:15: Und wie ist er denn generell so in dieser Zeit?

00:45:20: also wo dann Wut oder Sorgen usw.

00:45:24: War dann immer so dasselbe?

00:45:26: im Sinne von das mit ausgehalten all diese Emotionen, weil eben wir wissen wenn man Kinder kriegt ist es ja sehr emotional alles.

00:45:36: Also war er immer auch so eine Art Stabilität dann in der Zeit?

00:45:41: Auf jeden Fall also immer eine Stabilität.

00:45:45: aber auch jemanden der mir gesagt hat komm jetzt ne du bist gerade wieder zu sehr im Sorgen machen und im Angst haben Ist schon alles gut, ne?

00:46:00: Lass es sich noch mal trocken und lasse auf den Baum klettern.

00:46:09: Das ist schön!

00:46:10: Und was glaubst du, was können Partner die vielleicht nur keinen Verlust ernebt haben, die weiß jetzt nicht wie's bei Deinem Mann ist oder meinem Mann zum Beispiel ich is so... Was können diese Menschen von trauernden Menschen lernen oder mitnehmen für sich oder ihren Alltag und so?

00:46:28: Also einmal dieses Wissen wie wertvoll das Leben ist.

00:46:33: Ja, und imjetzt da wirklich jede Stunde, jede Minute als wertvoll zu achten, es zu genießen und auch zu leben nichts auf irgendwo später zu verschieben sondern zu sagen jetzt ist unser Leben und ich weiß nicht was in dem nächsten Jahr ist das Wert zu schätzen und auch so eine Tiefe zu haben.

00:47:08: Ich finde mir immer so eine andere Ebene kommt rein, wenn man die Trauer verarbeitet sich damit auseinandersetzt.

00:47:18: also ich habe auch viel geschrieben dann in der Zeit meine Gefühle beschrieben weil eigentlich gar nicht so richtig jemand da war dem ich es erzählen konnte viel mit mir dann ja auch ausgemacht, ist da aufs Papier gebracht und es ist so ein tieferes Fühlen.

00:47:43: Ja ich glaube schon kann ich nur bestätigen definitiv Und du hast ja gesagt dass du deine Trauer eigentlich wo immer zugelossen hast was bedeutet für dich die Trauer zu gelassen wie schaut das aus?

00:48:02: Ja, dass sie eigentlich Teil meines Lebens ist.

00:48:07: Ich glaube ich habe sehr früh gewusst der Schmerz geht nicht irgendwann weg.

00:48:13: Der ist da weil genauso wie der Kruh kaputt ist bin ich plötzlich wieder ganz oder so.

00:48:22: Ich hab da was erlebt das hat mich gesprengt und ich lerne damit zu leben Lerne diesen Verlust, den ich erlebt habe in mein Leben zu integrieren.

00:48:36: Das ist da und ich hab Erfahrung gemacht.

00:48:40: Und die fließen in meinem Leben, in meine Ausrichtung, in meinen Denken, in mein Handeln halt rein.

00:48:48: Ja

00:48:50: voll schön!

00:48:52: Und irgendwann hast du dir dann gedacht, du würdest diese Erfahrungen weitergeben im Sinne von anderen Menschen darin begleiten?

00:49:00: Wann war da der Punkt für die Darts, da einen Moment geben oder irgendwas was erlebt hast?

00:49:05: Oder wie ist das gekommen.

00:49:07: Also eigentlich war immer schon der Wunsch da etwas weiterzugeben und etwas mitzuteilen.

00:49:12: also dass ich mir ja auch immer Mühe gegeben habe bei Trauerkarten.

00:49:17: Ich schreibe noch einen Satz mit rein so von mir Also nicht von mir, nicht über mich.

00:49:27: Sondern den ich dem anderen mitgeben möchte.

00:49:34: Und dann war schon auch noch mal eine Begebenheit.

00:49:38: Mein jüngster Sohn hatte einen besten Freund und die war noch ne junge Familie und die Mama ist auch an Krebs erkrankt und dann auch verstorben.

00:49:49: Da habe ich gemerkt, besser begleiten können.

00:49:54: Nicht nur aus meinem Erfahrungsschatz, sondern auch eine Ausbildung dazu haben und habe mich dann entschlossen eben erst mal in Sterbelbegleiter-Ausbildung zu machen, denn auch eine Trauerbegleiterausbildung.

00:50:07: Und bin auch mit vielen Sportgelandene...

00:50:12: Genau die Kombination!

00:50:16: Ja, und dann hast du die Ausbildung gemacht.

00:50:19: Eben erst gerade letztes Jahr also noch ganz frisch im Trainer sein da.

00:50:25: Warum den Schritt dann zur Bewegung so?

00:50:28: Also hat vielleicht doch Bewegungen schon vorher eine Rolle in deinem Leben gespielt.

00:50:33: Und wie war denn die Ausbildung?

00:50:37: Ich war eigentlich auf der Suche nach was ganz anderem bin auf deiner Seite gelandet und fand das sehr gut!

00:50:44: und bin dann hängen geblieben mit dem, was du wie du eigentlich Seelensport beschrieben hast.

00:50:50: Und war für mich selber auf der Suche eigentlich ah ich will irgendeinen Sport noch machen und habe dann gedacht, ne das passt!

00:51:02: Das ist gut und hab Seelendsport auch für mich erlebt Wie sanft es die Muskeln stärkt, die Haltung nochmal auch ganz bewusst.

00:51:15: Das habe ich auch bei mir bemerkt.

00:51:18: Ich hab eine aufrechtere Haltung.

00:51:20: Ich kann anders durchatmen.

00:51:22: gerade das ist so wichtig für trauernde Schultern zusammen dass sie einfach wieder... Dass man sich auch wieder halten kann.

00:51:32: Also es ist auch was sehr Wertvolles, dann dieses Sich umarmen.

00:51:38: Es ist so wertvoll selber sich selber in diesen traurigen Zeiten Liebe zu schenken.

00:51:48: Das ist so wichtig weil der Mensch den ich liebe, der ist nicht mehr da.

00:51:53: das heißt Ich mir fehlt die Liebe die mir entgegen gebracht wird.

00:51:57: aber auch ich habe Liebe in mir.

00:51:59: wo geht sie hin?

00:52:01: Und dann wirklich zu sagen, ich nehme mich selber in den Arm.

00:52:04: Ich halte mich selber.

00:52:05: Ich schenke mir Liebe in dem Moment der so traurig ist.

00:52:11: Ist sehr wertvoll bei sich auch anzukommen.

00:52:15: Bei seinen Gefühlen und in seinem Inneren und sich liebzuhaben.

00:52:20: Ja voll!

00:52:22: Und wenn du so druckschausch auf die Ausbildung hast irgendein Highlight geben wo du sagst das war besonders schön berührend für dich

00:52:33: Die Prüfung fand ich schon cool.

00:52:36: Da hatte ich ja Surfer Girl und auch meine Lieblingsübung habe ich auch so angegeben.

00:52:46: Und, ja einfach... Ich mag das Meer auch total gerne!

00:52:51: Du liegst dort auf deinem Surfbrett erstmal und schaukelst auf den Wellen und du riechst das Meer Du schmeckst das Salz auf den Lippen und der Wind weht über deine Haut.

00:53:07: Und einfach erstmal in diesen Moment zu gehen, dass ist ja schon auch was Entspannendes etwas Schönes etwas Beruhigendes.

00:53:22: und dann kommt eben diese Welle und ich bin jetzt als schon Langzeitrauerender Kann er natürlich auch auf das Board springen und die Welle gut nehmen.

00:53:36: Und einfach diese Freiheit genießen, zu sagen ja es kommt so eine Trauerwelle und die haut mich aber nicht mehr um sondern ich kann auf dieser Welle surfen und ich kann einfach auch die Freiheit erleben.

00:53:53: Das darf ich jetzt!

00:53:57: Ja, voll schön.

00:53:58: Das Witzige, ich habe ja gerade eben wieder die letzte, also im zweiten Prüfungstage auch wieder gehört und dann am Schluss hat Alex halt so, oh krass, wenn ihr jetzt so draufschaut!

00:54:09: Der beste Tag der Ausbildung war eigentlich die Prüfungen.

00:54:11: Also einerseits weil man sich natürlich freut und so aber ober ist es halt... Es ist einfach so berührend oder?

00:54:16: Wenn man dann einen gemeinsamen Weg geht in eine gewisse Zeit und dann sicht an sich Boah, was sie jetzt alles kann!

00:54:25: Das war total berührende bei euch damals.

00:54:28: Es ist immer berühend und das finde ich immer wieder schön dass dann die Prüfung eben oft genannt wird als ja ein besonderer Tag bei der Ausbildung.

00:54:38: Ja und wenn man mit dir trainieren möchte, dann werde ihr natürlich dein Profilofer linken also in der Beschreibung da findet es ihr zu Evelyn und könnt's danach lesen.

00:54:49: genau da findet man dann zu dir.

00:54:51: Und du hast auch noch eine Geschichte mitgebracht, so abschließend.

00:54:57: Und zwar Trostbankgeschichte.

00:54:59: Die hast Du selber geschrieben, sofern ich das verstanden habe?

00:55:02: Ja!

00:55:03: Wann hast Du sie denn geschrieben?

00:55:04: Gibt es da irgendwie so ein Hintergrund bevor Du sie vorlesest zum Moment

00:55:09: geben?

00:55:10: Genau, ich hatte ja schon erzählt dass ich im Hospizverein in Bramsche tätig bin und wir hatten dann neues Projekt gestartet Großbänke.

00:55:19: Das heißt, wir haben im Ort verschiedene Bänke aufgestellt und die sind immer mal besetzt von einem Ehrenamtlichen zu bestimmten Zeiten und dann können Trauernde im Prinzip kommen und einen Gespräch bekommen.

00:55:40: Und dann gab es aber die Idee ein QR-Code auch an der Bank zu befestigen.

00:55:49: Wenn die Bank halt nicht besetzt ist und ein Trauerender kommt, kann den QR-Code scanen.

00:55:55: Landet auf der Seite vom Verein und da gibt es die Geschichten – die Trostbankgeschichten, die einfach verschiedene Leute eingereicht haben und die dort aufgesprochen sind.

00:56:06: Ah wie cool!

00:56:08: Genau und eine habe ich geschrieben?

00:56:09: Ja schön dann freuen wir uns.

00:56:11: jetzt also bin ich frei für die Tröstbank.

00:56:15: Geschichte von Evelyn.

00:56:17: Ein

00:56:19: neuer Tag, langsam erwacht der Tag.

00:56:23: Vogelgezwitscher dringt durch das offene Fenster und die ersten Sonnenstrahlen kitzeln an meiner Nase.

00:56:32: Nein noch nicht die Augen öffnen!

00:56:35: Noch ein kleines Weichchen, noch ein klitze kleines bisschen, noch von dir träumen zwischen Nacht und Tag, zwischen Schlafen und Wachsein Zwischen den Zeiten und zwischen den Welten.

00:56:49: Da bist du, da kann ich dir begegnen.

00:56:53: Dich spüren!

00:56:55: Noch ein kleines Weichen kann dich noch nicht gehen lassen.

00:56:59: Will dich halten weil mir der Halt fehlt Denn du fehlst überall Überall wo ich bin An allen Ecken und Enden oben und unten.

00:57:10: Alles dreht sich viel zu schnell Kann dich nicht mehr halten, grennes Licht Und der Tag lacht mir mitten ins Gesicht.

00:57:18: Komm, steh auf und lebe!

00:57:20: Aber wie?

00:57:21: Wie soll ich leben wenn du

00:57:22: fehlst?".

00:57:23: Sehnsuchtsvoll schau' ich zum Fenster.

00:57:27: Sanft schaukelt sich der Wind wallend in der Gardine... ...und ich seh den kleinen Käfer, rot lackiert mit schwarzen Punkten.

00:57:35: Er hat sich wohl verirrt durchs offene

00:57:37: Fenster."

00:57:38: Mein kleiner Glückskäfer zauber's mir ein Lächeln ins

00:57:41: Gesicht!".

00:57:43: Zerkaft krabbelst du auf meinen Finger, hättest dich fest mit deinem kleinen Beinchen und kitzelt mich.

00:57:50: Ich seh dir zu!

00:57:52: Krabbeltst auf und ab und suchs dein Ziel, such's dein Zuhause – deine Welt.

00:57:59: Ich werd' dir dabei helfen, hab Vertrauen keine Axt.

00:58:02: Behutsam schieb ich die Gardine an die Seite.

00:58:06: Frei und offen ist die Sicht.

00:58:09: Kleiner Käfer, du krabbelt's auf die Spitze meines Fingers Dann erst öffnest du die Flügel und hebst ab.

00:58:17: Du fliegst in den blauen Himmel, In die warme Sommerluft.

00:58:21: Flixt dem Sonnenlicht entgegen!

00:58:24: Du kennst deinen Weg.

00:58:26: Ja ich lass dich pflegen.

00:58:28: ja Ich lass Dich gehen Abschied immer wieder üben Jeden Morgen neu.

00:58:36: Du hast dein Frieden Deine Ruhe dein Zuhause.

00:58:40: Ich muss mich neu finden Neu entdecken meine Welt.

00:58:45: Sommerwind weht mir durchs Haar, streichelt meiner Haut.

00:58:49: Sommer wind kommt.

00:58:50: Tanz mit mir heute durch den Tag.

00:58:53: Lass mich leichte Schritte gehen und mit dir die Freude sehen, die das Leben schenkt!

00:59:00: Und ich mach' mich auf die Suche, habe wieder Mut.

00:59:04: Geh dem neuen Tag entgegen, will ihn leben mit jedem

00:59:08: Atemzug.".

00:59:09: Schon der Duft des ersten Cafés ist einfach ein Genuss.

00:59:14: Wieso oft schon zelebriere ich den ersten Schluck?

00:59:18: Dabei schließe ich die Augen und Aroma flutet mein Gaumen, zurückbleibt einen ganz leicht bitterer Geschmack!

00:59:28: Lebensgeister recken und strecken sich sogar mit etwas Neugier... ...und ich miede Tagespläne.

00:59:35: Ja heute gehe ich raus Will den Duft der Erde riechen, will die Luft des Lebens inhalieren.

00:59:43: Will das Leben widerspüren Auch wenn es manchmal zwickt und zwackt.

00:59:49: Ich bin dankbar für die schönen Augenblicke.

00:59:52: Ein lächeln ein freundliches Gesicht Ein Moin komm setz dich zu uns Und wir reden über dies und das Normalität nimmt mir die Schwere Und ich lass mich von ihr tragen.

01:00:07: Zum Abschluss eine herzliche Umarmung.

01:00:10: Ja, das tat richtig gut!

01:00:13: Dankbarkeit durchflutet meinen Körper?

01:00:17: Ja ich bin nicht allein Das ein Licht am Ende eines Tunnels Noch ist es klein noch schwach.

01:00:25: sein Schein Leben.

01:00:28: Ich gehe dir entgegen Mal zarkhaft mal mit frischen Mut Leben.

01:00:35: Ich geh' meinen

01:00:45: So eine schöne Geschichte.

01:00:47: Also du kannst wirklich extrem gut schreiben.

01:00:52: Wolle, darfst gern mehr schreiben, lacht ein ganzes Buch.

01:00:57: Ich glaube das wäre richtig schön.

01:01:00: Danke fürs Teilen.

01:01:01: volles Schirm!

01:01:03: Die Bemassera das schenkt ganz vielen jetzt die zuhören.

01:01:07: aber oh dies dann... So lesen über so eine Bank ganz viel Trost in dem Moment

01:01:12: und

01:01:13: gleichzeitig finde ich auch Hoffnung.

01:01:16: Es hat sowas Hoffnungsvolles, gell?

01:01:19: Mhm.

01:01:20: Voll schön!

01:01:21: Auch so ein Stück im Jetztsein.

01:01:25: Ja

01:01:25: voll.

01:01:27: Jede klitzekleine Ding ja total beobachten und ganz da sein.

01:01:33: Und das ist so finde ich in der Trauer so das Wertvolle was ein verändert.

01:01:42: Total.

01:01:44: und wenn du jetzt einem trauernden Menschen so eben einen letzten Satz oder irgendwas noch eine Botschaft mitgeben könntest, was wäre

01:01:58: das?

01:01:58: Nimm dich in den Arm, schenk dir Liebe, schenke dir Zeit auch für die Trauer.

01:02:08: Ja, hebe mal den Blick und schau ob schon ein paar Blumen aufgegangen sind.

01:02:14: Mhm

01:02:16: schön voll!

01:02:18: Ja Evelin vielen lieben Dank fürs mitnehmen diese Zeitreise ein bisschen und fürs offene Teilen deiner Geschichte.

01:02:29: sehr berührend sehr schön ja danke Danke.

01:02:32: Und wie haben das ich schonmal gesagt?

01:02:34: Ich bin ultra dankbar dass du Trainerin bist weil Du etwas Ganz besonderes um mitbringst, das einfach bis ins Mark rein berührt.

01:02:43: So jede Zelle des Körpers spürbar berührt ober mir immer wieder.

01:02:49: Danke, danke, danke.

01:02:51: Danke dir liebe Katik!

01:02:54: Und ich wünsche da ganz viele Menschen die zu dir kommen in deine Kruse jetzt dann.

01:02:59: Dankeschön!

01:03:01: Gut an alle da draußen.

01:03:03: Ich bin mal sicher ihr habt viel aus... diesem Gespräch wieder mitnehmen können, dann hören wir uns bei der nächsten Folge.

01:03:10: Tschüss!

01:03:29: www.zehlen-sport.at und auch auf Instagram und Facebook unter Sehlensport.

01:03:37: Für noch mehr

01:03:37: Ideen

01:03:38: rund um deine Trauer und deine Gefühle!

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