#162 Wenn der Todestag näher rückt: Körpersignale und meine Erfahrung nach 13 Jahren
Shownotes
Manchmal wird man plötzlich unrund, gereizt, bekommt Halsschmerzen oder schläft schlechter – und erst Tage später fällt einem auf: Ach ja, der Todestag steht bevor. Genau davon erzähle ich in dieser Folge: 13 Jahre nach dem Mord an meiner Schwester Larissa blicke ich darauf, wie sich diese Zeit für mich Jahr für Jahr verändert hat – vom Kloß im Hals, mit dem ich damals von Arzt zu Arzt gelaufen bin, bis zu dem Nachlauf, der oft erst kommt, wenn der Tag längst vorbei ist. Ich spreche darüber, warum ein Todestag nach Mord, Suizid oder Unfall eine doppelte Schicht hat, warum es auch völlig in Ordnung ist, an diesem Tag gar nichts zu fühlen, und wie sich Rituale über die Jahre verändern dürfen. Aus der SeelenSport-Perspektive gebe ich dir am Ende einen Bewegungsimpuls mit – die Übung „Die Pendeluhr liegend" –, der dich daran erinnert, dass du dein eigenes Tempo schwingen darfst.
✅ Der Todestag ist kein einzelner Punkt, sondern eine Zeitspanne: Wochen davor, der Tag selbst und ein oft unterschätzter Nachlauf.
✅ Halsschmerzen, innere Unruhe, kurze Zündschnur, Schlafprobleme oder unregelmäßige Zyklen – dein Körper zählt mit, auch ohne bewussten Gedanken.
✅ Rituale dürfen sich jedes Jahr verändern – und ein Todestag ohne Tränen sagt nichts über die Tiefe deiner Bindung aus.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Ein Todestag ist nicht nur einfach ein Tag.
00:00:03: Es ist eine ganze Zeitspanne, oft Wochen davor in denen dein Körper schon längst Signale gibt sogar wenn du nicht mal im Kalender geschaut hast.
00:00:13: In dieser Folge spreche ich darüber wie sich für mich dreizehn Todestage mittlerweile verändert hat Warum bei mir fast jedes Jahr der Hals zu macht warum die Stunden davor manchmal schwerer sind als der Tag selber was es bedeutet, wenn er Todestag zum Beispiel zwei Schichten hat und warum er Todestag ohne Tränen völlig in Ordnung ist.
00:00:36: Am Ende kriegst du noch einen kleinen Bewegungsimpuls mit und wenn bei dir gerade so ein Tag näher rückt dann ist diese Folge jetzt für dich!
00:00:46: Ich spreche über mein Online-Programm Gefühlskraftreise das derzeit läuft und dafür kannst Du die schon auf die unverbindliche Warteliste setzen weil wir öffnen im Herbst wieder.
00:00:57: Den Link dazu findest du in den Shownotes.
00:01:00: Trauerwelle, dein Seelensport-Podcast für einen sicheren, ehrlichen und bewegten Weg durch all deine Trauergefühle hindurch von und mit mir Kati Bieber!
00:01:16: Larissa Todestag.
00:01:19: und ich habe mir gedacht, ich nehme jetzt mal eine Folge eben dazu auf wie das so für mich oh war.
00:01:37: So die dreizehn Jahre, bis er auch so die Todestage verändert hat und möchte dir natürlich auch ganz viel mitgeben in die Richtung.
00:01:46: also was hat es damit auf sich?
00:01:48: Und dass es nicht nur um einen einzelnen Tag handelt sondern um eine sehr intensive Zeit rundum den Tag, was der Körper damit zu tun hat und einen kleinen Bewegungsimpuls auch für die falls du in nächster Zeit auch den Todestag deines geliebten Menschen erlebst.
00:02:11: Ja jetzt eben Ende August und aktuell muss ich sagen spür ich noch nichts.
00:02:18: also das war die Jahre davor oft anders.
00:02:22: Ich habe jetzt wirklich auch Urlaubkretz zwei Wochen und war da irgendwie so beschäftigt mit so vielen Dingen, dass ich wirklich gar nicht dran dachte.
00:02:33: Und erst jetzt, wo ich wieder zurück ins Büro bin und eben geschaut dann okay welche Podcast-Folgen stehen an und so... Dann erst ist mir das bewusst geworden.
00:02:41: und irgendwie wenn ich aber so drauf blick und hinspüre spür im Moment noch nichts.
00:02:50: Und wie gesagt, die Jahre davor war das oft auch anders.
00:02:53: Also ganz am Anfang war sowieso Horror, ganz schlimm.
00:02:57: aber oh die Jahre da vor jetzt also die letzten drei vier jahre hannis immer wieder erlebt dass zum beispiel mein heils extrem wert hat.
00:03:08: wer weiß vielleicht kommt es noch die nächsten zwei wochen oder so also meistens dann echt so anfang september oder so gewesen.
00:03:17: Also ein paar Tage sind sie ja noch bis September für mich jetzt.
00:03:22: Und da hab ich dann immer Halsschmerzen, Kloß im Hals wieder vermehrt gett und also Kriefer-Schmerzen etc.
00:03:33: Das ist eben aktuell nur gar nicht da.
00:03:36: aber wer war's?
00:03:37: Wahrscheinlich kommt es noch ein bisschen Ja!
00:03:40: Es hat aber auch Jahre gegeben wo ich sage... Da war wirklich so die Zeit davor, zum Beispiel wo ich auch in Wien gelebt habe.
00:03:49: War da wirklich so gut wie gar nicht so körperlich erst wirklich die Tage davor.
00:03:54: also es kann noch echt immer ganz unterschiedlich ablaufen und nur weil ein Jahr so-und-so war hast du es jetzt nicht immer so ist sondern das verändert sich mit jedem Jahr immer wieder.
00:04:06: Es kann manchmal intensiver sein, es kann manchmal weniger intensiv sein.
00:04:10: Ich weiß zb ohne dass Wo mein Sohn auf die Welt komm'n ist, zwanzig-einundzwanzig.
00:04:16: Da ist er am Auguste im Geboren, am dreizehnten und dass sie da dann schon... also da war ich einfach generell ja extrem sensibel und feinfühlig und empfindlich auf alles.
00:04:31: Und da hab ich gemerkt, boah, da war man das dann echt zu viel, dass der Tag dann gleich im September war.
00:04:41: Das spürt, dass eben die Tante halt nie ihn kennenlernt.
00:04:46: Er wird nie seit Tante kennenlernen und so.
00:04:49: Also das hat mich schon sehr fertig gemacht.
00:04:51: Und so kann sich eben die Zeit rund um den Todestag immer wieder auch verändern je nachdem was gerade aktuell in deinem Leben passiert.
00:04:59: gibt es an weiteren Verlust oder gravierende Veränderungen die da leben generell einfach wieder durchschütteln dann spürst du das auch am Todestags.
00:05:08: definitiv Ja, dann gehen wir mal durch.
00:05:12: Ich habe mir so ein paar Sachen aufgeschrieben.
00:05:18: Wir haben versucht irgendwie eine Liste zu erstellen wo ich dachte das könnte für die auf jeden Fall interessant sein und zwar wäre der erste Punkt rund um den Körper also dass der Körper das vorher immer schon spürt obwohl der Tag noch gleich da ist usw.
00:05:38: dann auch so diese einzelnen Stunden davor oder der Tag davor, wenn der Todestag sozusagen zwei Schichten hat und Todestage, wenn oh nix kommt, eine Art Lehrer-Todestag.
00:05:55: Dann Rituale und dann noch Umfeld und die Familie.
00:06:01: Also, starten wir mal rein mit dem Körper.
00:06:04: Ich habe es eh gerade schon angesprochen was bei mir ganz oft der Fall war eben diese Heißschmerzen, Großstimmen, Kältungen, Kloes im Hals.
00:06:13: ich glaube im zweiten Jahr war das da so schlimm dass sie wirklich zum Arzt oder sogar bei mehreren Ärzten war ja da weil die Angst klettern dass mir irgendwas im hals wirklich drin steckt dass sie irgendwie an Tuma oder irgendwas honnen.
00:06:27: also das hat mich.
00:06:29: aber es war natürlich nichts.
00:06:30: und das war auch krass, weil nach dem Todestag ein paar Tage später einfach alles weg war.
00:06:37: Und da gibt's eben ganz verschiedene körperliche Symptome die auftreten können wie zum Beispiel in einer Unruhe ist ganz oft man schläft viel schlechter man träumt viel mehr wieder die Verspannungen nehmen zu Man hat so eine Art kürzere Zündschnur, das mag ich auch bei mir.
00:06:56: Ich bin extrem gereizt.
00:06:58: So die Tage davor bin ich ganz ungeduldig und ganz unrund und brauche ganz viel Raum für mich.
00:07:05: Und ja, bin gespannt wie es wird jetzt dieses Jahr weil wir wegfahren nochmal der Kindergarten dazu bei uns und wir fahren nach Niederösterreich zu den Schwiegereltern mal schauen wie kurz dann meine Zündst nur so ich und wohin es dann rauslässt.
00:07:22: So ungefähr, also ich werde es auf jeden Fall spüren und wahrscheinlich meine... mein Umfeld auch.
00:07:28: Na ja!
00:07:30: Dann ist man generell auch anfälliger für Infekte.
00:07:32: Ich habe uns eh schon angesprochen.
00:07:33: Also das mit Erkältungen habe ich dann oft krett, kurz davor eben generell Halskratzen, Hurschen
00:07:39: usw.,
00:07:41: dann eben O-Kieferverspannungenschmerzen Und was ich ohne Ketten immer wieder mal dass meine Tage, also meine Paiode einfach viel unregelmäßiger dann passiert auftritt und das habe ich auch immer ganz spannend gefunden wie es direkt auf die Hormone so übergeht.
00:08:02: Und ja man ist schon generell grundlos gereizt und das kann sich hinziehen an Monat vorher schon losgehen oder zwei Wochen vorher bei manchen vielleicht erst ein paar Tage aber auf jeden Fall davor Das sogar ohne dass du flach bewusst gerade dran denkst oder im Kalenderschausch.
00:08:25: Wie gesagt, ich habe dann Jahre gehabt wo ich nicht aktiv daran dacht habe, ah jetzt ist bald der Todestag sondern... haben eben noch gar nicht in September geschaut und trotzdem war da schon ganz viel an körperlichen Symptomen.
00:08:38: Und dann erst irgendwie ist man bewusst worden, wo er es dann realisiert hat.
00:08:42: Ah okay ja das macht Sinn!
00:08:44: Und mein Mann zum Beispiel, der kennt mich auch schon so gut mittlerweile, wir sind ja über zehn Jahre schon zusammen, dass er immer wieder die zwei Wochen der Vorkurz anspricht und sagt ich glaube du bist gerade unrund weil dieser Tag wieder kommt oder?
00:09:03: Und ohne dass es ich vorher wirklich check, merkt er einfach schon.
00:09:07: Er spürt es eher schon und erwähnt es dann manchmal so.
00:09:11: Genau also das merke er nicht nur ein sondern natürlich kriegt er so das Umfeld mit.
00:09:15: und das Spannende ist auch wenn man zu den Tag danach anschaut dann passiert da auch ganz viel körperlich noch mehr, weil die ganze Anspannung fällt komplett ab und dann kommt oft wie so ein Loch.
00:09:31: Und viele denken eben das der Todestag ist rum jetzt geht's mal gut aber es ist nicht so es kommt oft.
00:09:38: also es muss nicht so sein aber es kommt sehr oft vor dass eben dann wie eine Art Loch kommt so eine Erschöpfung und leere Kopfschmerzen vielleicht von vielen Weinen oder vom langen Zusammenhalten funktionieren usw.
00:09:52: Und ja, da sieht man einfach wieder wie viel der Körper einfach merkt und Anspannung erhält um praktisch auch sich vorzubereiten für so ein Alarm-Modus Tag wo einfach alles anders ist.
00:10:08: Und natürlich viel Angst mit dabei ist.
00:10:11: und das spürt den Körper.
00:10:13: Der drückt es aus, der zeigt dir das dass da jetzt gerade was los ist wo vielleicht Aufmerksamkeit braucht Wo langsamer gemacht werden darf, wo Pausen sein dürfen mehr als schonens.
00:10:25: Wo vielleicht freie Zeiten genau geplant werden sollten oder die Selbstfürsorge ganz oben hingestellt werden sollte.
00:10:33: und das haben ich dann auch immer gemacht also in Zeiten außerhalb von Seelensport also davor wo ich nur angestellt war in verschiedenen Jobs Da habe ich das dann oft so gemacht, dass sie mich krank schreiben lassen und zwar am Todestag sowieso aber auch Tage davor wo ihr vermerkt habt es ist mir alles zu viel.
00:10:53: Ich kann gerade nicht dieses Viel- und diese Leistung und das alles geben weil mein Körper grad rebelliert und das möchte ich dir auch gleich mitgeben.
00:11:02: also du darfst dich da auch rausnehmen ein bisschen und auch langsamer machen und das einplanen das eben jetzt eine gewisse Zeit alles etwas anders und intensiver und langsamer läuft.
00:11:17: Das ist dann sogar.
00:11:20: Ja, dann kommen wir ja näher hin zu dem Todestag.
00:11:23: also der zweite Punkt so diese paar Stunden oder der Tag davor das sich dann oft wie ein inneres mitzählen für viele die so den ersten Todestage erleben oder den zweiten sagen, dass die Tage davor oder eben die Stunden davor viel viel schlimmer noch waren als der Todestag selber dann.
00:11:47: Weil einerseits hat man denen dann oft schon relativ gut geplant oder Durchgang im Kopf was man es macht und so weiter.
00:11:57: Aber dieses Davor, da ist man ja oft dann ganz allur gelassen und mit seinem Kopf und seinen Gedankenallur.
00:12:04: Und dann gibt es wie so ein inneres Urwerk das die ganze Zeit tickticktick zurück springt an genau den Tag wo's passiert ist und die Zeit davor eben und dann wird sie praktisch unbewusst noch mehr so durchlebt.
00:12:21: Man geht alles durch bevor der Anruf gekommen ist – die Nachricht des Klingeln das der Rettungswagen und so weiter, also bei mir ist es so.
00:12:32: Nur was bei mir halt ein bisschen unterschiedlich ist, bei mir fühlt sich manchmal so komisch an weil für mich ja dieser Tag Obwohl es ihr tolles Tag ist, eher so dieser Tag wo sie eben verschwunden ist und dann gehe ich das alles in meinem Kopf durch.
00:12:48: Die letzte Party unser letzter Tanz der Abschied also wirklich diese einzelnen Zeiten Zeitpunkte wo ich so durchspiel unbewusst im Kopf wo mich auch wirklich beschäftigt und ich dann so eintauche und gar nicht so wirklich anwesend bin ihm jetzt dass ich muss mir da wirklich immer aktiv wieder her holen uns jetzt, wo man eben die Bewegung zum Beispiel ganz viel hilft dabei.
00:13:14: Und dann habe ich aber noch am zweiten Tag den siebenundzwanzigsten September da, wo ich es erfahren habe dass sie ermordet wurde von ihrem Freund und das ist dann für mich oft nur intensiver spürbar so als Todestag weil ihr eben da die Nachricht halt kriegt und das kennst du vielleicht auch von deinen Dingen.
00:13:35: Also zum Beispiel, wenn Unfälle passieren ist man vielleicht noch im Koma oder so was eine Zeit lang.
00:13:41: Oder wenn einer Erkrankung ist dann gibt es Diagnose und dann zwei Wochen später ist der Tod.
00:13:50: So hängen oft diese Tage so eng beieinander und deswegen zieht sich das ja auch nochmal mehr.
00:13:56: Das ist bei mir eben so dass es diesen Tag gibt wo sie verschwunden sind Wo ich es erfahren habe vom Kriseninterventionsteam und dann auch noch diesen Tag, wo man ihren Körper gefunden hat im Wasser.
00:14:10: Und dann nochmal die Beerdigung.
00:14:11: also so dieser Zeitraum, dieser Monat ist für mich ziemlich intensiv und da muss ich dann immer schauen dass sie viel für mich mache und mich gut um mich kümmere und das will ich dir auf jeden Fall mitgeben.
00:14:25: du darfst es und... Es ist einfach sehr intensiv!
00:14:28: Du erlebst praktisch zwei Welten gleichzeitig.
00:14:32: Du erlebst also physisch jetzt anwesend im Hier und Jetzt natürlich, da musst du deine Arbeit wuppen vielleicht Kinder versorgen oder Eltern versorgn oder was auch immer also einfach diesen Alltag bewältigen und gleichzeitig so ist dein Kopf ja die ganze Zeit mit dem Bewältigen dessen was passiert ist beschäftigt indem er es eben immer wieder durch spielt diese ganzen im letzten paar Stunden die Situationen und so weiter.
00:15:01: Also du bist da wirklich parallel in zwei Welten drin und beschäftigt, das zählt so krass an der Kraft und es kann schon gar nicht direkt abstellen.
00:15:13: also du kannst Pause schaffen in dem du vielleicht eben konkrete Bewegungen, gerade beim Seelensport haben wir viele Bewegungen auch wo man Gedankenkaustell stoppt zum Beispiel oder eben andere Dinge mit denen man sich zwischendurch ablenken kann oder Pause machen kann einfach von diesem Gedankending.
00:15:33: Aber das geht ja nicht durchgehen.
00:15:35: also weil dann brasselt wieder alles danach auf von ein und das würde ich da auf gar keinen Fall raten dass du jetzt die davor einfach hardcore ablenkst.
00:15:45: Danach spürst du dann einfach die ganzen Wellen und denkst, hey jetzt ist der Tag ja vorbei.
00:15:49: Warum kommen jetzt zwei Wochen danach die ganzen wellen?
00:15:52: Ja wenn du dem vorher wo es gerade aktuell nicht den Raum gibst Dann kann das natürlich passieren dass es da nachkommt.
00:15:59: Es wird nicht sein dass er so gar nicht ist sondern es wird seinen Weg sich bahnen da raus aus deinem Körper Und deswegen nutzt die Zeit da wo's jetzt aktiv grad hier ist Wenns möglich ist.
00:16:13: Versuch dem so gut wie möglich Raum zu geben.
00:16:18: Genau, dann habe ich auch kurz schon erwähnt wenn der Todestag sozusagen zwei Schichten hat also gerade bei Sachen wie Mord, Suizid oder Unfall da ist oft ja nicht einfach ein klassischer Abschiedstag im Sinne von... friedvoll an einem Bett und verabschieden mich in Ruhe.
00:16:42: Und nacheinander, die Familie ist da und so weiter.
00:16:46: Sondern da ist etwas sehr Blödsliches, was direkt aus dem Alltag rausreißt, das vielleicht sogar mit Gewalt verbunden ist, Brutalität oder zum Beispiel auch dass es gar keinen Abschied mehr gibt.
00:17:02: Auch wenn die Person verstorben ist
00:17:05: z.B.,
00:17:05: dass man sie nicht sehen kann usw.
00:17:08: Da fließt dann oft hinzu noch ganz viel Trauma hinein.
00:17:13: Und deswegen gibt es da dann auch so diese doppelte Schicht zu bewältigen rund um diesen Tag und das erklärt oft, warum sich der Todestag oft ganz anders anfühlt wie jetzt zum Beispiel Geburtstage oder Weihnachten die ebenfalls schwierig und herausfordernd sind.
00:17:31: aber wenn eben gerade diese Todestage ganz stark mit Traumata verbunden ist Ja, ploppt natürlich das auch wieder auf und es kann zum Beispiel Trigger geben wie irgendwelche Gerüche oder die Jahreszeit jetzt irgendwas Typisches was halt an diesen Tagen passiert.
00:17:49: Wochentag usw.
00:17:51: Das dann oft schon reicht und das wieder so triggert und die zurückkratapultiert in diese Zeit wo du dann komplett Unsicher und verlorente Fisch und total hilflos und dieses Ohnmachtsgefühl vielleicht wieder da ist.
00:18:06: Und deswegen ist es abartig wichtig, dass wenn das der Fall ist, dass dann wirklich nicht ausreicht oder einfach ein bisschen beruhigen oder ablenken oder so sondern wirklich du schauen solltest, dass der Körper da ganz viel Sicherheitssignale kriegt also sich wirklich sicher eingebettet.
00:18:27: Das können Menschen sein, die da auffangen, begleiten professionell oder freundet wenn sie es tragen halten können.
00:18:34: das können bestimmte Bewegungen sein, bestimmte Dinge die auf auch Halt und Sicherheit geben musizieren malen usw.
00:18:43: Also vielleicht überlegst du einmal was gibt dir da ganz viel Sicherheit?
00:18:48: Und das dann wirklich regelmäßig einzubauen dass du da nicht irgendwie komplett getrickert bist und reinkatapultiertwürsch in diesen Tag, der einfach mit einem starken Trauma verbunden ist.
00:19:03: Dann gibt es auch noch so eine Art Lehrer-Todestag.
00:19:06: Es gibt um Menschen die immer wieder erzählen dass sie an dem tag praktisch nichts fühlen oder weit weg sind von ihren gefühlen grad Und gar nicht weinen können.
00:19:17: Man funktioniert an dem Tag und das fühlt sich total fremd irgendwie an.
00:19:23: dann merkt man vielleicht erst abends, ach ok das war ja heute und der Tag war jetzt und danach kommen manchmal auch Schuldgedanken auf als hätte man zum Beispiel zu wenig den Menschen geliebt stimmt mit mir etwas nicht und traue überhaupt normal usw.
00:19:42: kippt dann schnell in so eine Selbstzweifelspirale rein.
00:19:49: Also es ist vollkommen normal, dass es auch solche Zeiten, Situationen und Phasen im Leben gibt wo einfach weniger Zugang da ist zu den Gefühlen, zu den Tränen.
00:20:02: Und nur weil du weniger weinst sagt das nichts aus über die Tiefe der Bindung.
00:20:08: also das misst sich nicht an der Menge der Träne.
00:20:12: um das nochmal dort zum sagen Es ist vollkommen okay, wenn du nicht weinst, wenn es dir gut geht an dem Tag.
00:20:19: Wenn du sagst Du bist voller Freude heimt und das fühlt sich gerade gar nicht so an Dann warum nicht?
00:20:27: Also ich ja vollkommen ok da brauchte überhaupt kein schlechtes Gewissen oder so.
00:20:32: Das darf auch da sein.
00:20:33: und vielleicht ist er so einfacher Ausdruck von Schutz Von deinem Körper der sagt ok na mir halten sie grad nicht aus.
00:20:39: deswegen Lass uns jetzt halt nicht zu und kümmern uns später hebrenweise drum.
00:20:46: Oder es ist möglich, gell?
00:20:47: Ich möchte da einfach nur sagen... Der Todestag darf so ausschauen wie er gerade ausschaut bei dir und wie du grad kannst und dein Körper grad da ist Und wie er grad Kapazitäten dafür hat.
00:21:00: So Dann Rituale.
00:21:04: Die dürfen sich natürlich über die Zeit hinweg verändern.
00:21:09: Also nur wenn du etwas im ersten Jahr gemacht hast, muss das nicht im dreizehnten Jahr so wie es bei mir immer noch gleich stattfinden.
00:21:16: Das darf sich mit jedem Jahr verändern und du darfst jedes Jahr hinspüren.
00:21:20: Ist die Zeit jetzt gerade da wo ich gerne zum Friedhof gehen will oder brauche ich da gerade Abstand?
00:21:25: Will ihr eine Kerze anzünden oder will ich keine?
00:21:28: Will ich Fotos und Videos anschauen oder nicht?
00:21:32: Möchte das Lieblingsessen von der Person essen oder eben was ganz anderes?
00:21:37: Freinehmen, oder lieber arbeiten.
00:21:39: Also alles ist da legitim, was Rituale angeht.
00:21:43: Du darfst es so gestalten wie's dir hilft und gut tut Und Rituelle sollen dir ja Struktur geben und wenn sie aber nur so erzwungen sind dann lösen Sie einfach nur Druck und Stress aus.
00:21:56: und Ja ich ohne dienlicht an.
00:21:58: am Ende Genau, und wenn ich so an meine Rituale zurückdenke... Also am Anfang zum Beispiel bin ich nie zum Friedhof gegangen.
00:22:08: Das wollte nicht!
00:22:09: Das war mir zu viel Und da habe.
00:22:11: ich glaube ich kann mich gar nicht mehr erinnern was das Worte oder der dritte Todestag wo wir dann anfangen um zum friedhof zu gehen und Bin mal ziemlich sicher dass ihr das auf jeden Fall dieses Jahr auch wieder so macht.
00:22:23: Wahrscheinlich mit meinem Sohn zusammen Und am Anfang zum Beispiel in den ersten Jahren habe ich viel mit meiner Familie generell gemacht, also Eltern und Geschwister.
00:22:32: Dass man oft zusammen den Tag verbracht hat – das haben wir in den letzten Jahre oft gar nicht so gemacht, sondern jeder hat auch etwas seitdem gemacht.
00:22:40: Wir haben kurz uns austauscht geredet oder einfach ganz ... Ungezwungen und jeder macht so, wie er mag.
00:22:48: Das können wir mittlerweile ja richtig gut.
00:22:50: also den anderen da respektieren und so sein lassen, wie ihr das braucht.
00:22:55: grad was zum Beispiel immer ein Ritual ist wirklich seit aus dem vierzehn ist eben dass ich immer an dem tag sport mache.
00:23:02: es wird keinen tag keinen todes tag geben will nicht sport machen.
00:23:09: ich brauche gerade einen schluck kaffee.
00:23:11: genau also des ist immer dabei.
00:23:14: Sport und Zählensport, beides in Kombination oder nacheinander.
00:23:18: Zwarmel am Tag also je nachdem aber ich bin in Bewegung.
00:23:22: Ich brauche dieses Gefühl herauslassen mich spüren an dem tag dann wie es um mich steht so ungefähr weil dann geht's auch meinem umfeld definitiv immer besser.
00:23:33: Und da kommen wir schon dazu zu Umfeld.
00:23:36: Man kennt das auch nur dass am Anfang bei den Todestagen sich ganz viele immer melden und die denken kann die und so weiter kann ich jetzt schon sagen.
00:23:45: Beim dreizehnten meldet sich glaube ich niemand mehr, also... Ich weiß nicht, ich glaube nicht dass irgendwer noch schreibt oder jetzt natürlich Social Media aber da sieht man es halt natürlich dann.
00:23:56: Aber wenn ich jetzt nichts sagen würde, ich glaub das viele nur so dran denken an die Zeit gerade um Menschen die ja damals einfach sehr eng und nah dran waren.
00:24:10: Es ist jetzt nicht so, dass sie überflutet wird von Nachrichten.
00:24:13: Ich denke heute an die oder sowas in die Richtung und das ist okay.
00:24:16: also mir geht es fein damit.
00:24:18: aber ich weiß dass es am Anfang schwierig ist wenn man dann plötzlich diese Stille spürt und es auch einfach von niemandem mehr ja bewusst wahrgenommen wird dass er dieser Todesdage jetzt isch und das kann dann schon zu zusätzlicherfach verletzen und wehtun.
00:24:39: Da muss man sich dann auch wieder gut abgrenzen und schauen, was tut mir jetzt gut?
00:24:44: Was gibt es denn für Menschen in meinem Umfeld die da wirklich daran denken, die mir gut tun?
00:24:49: will ich vielleicht sein bei solchen Menschen.
00:24:53: Ja einfach dafür sich schauen wie schaut das Umfeld gerade aus und welches darf ich mir selber gestalten an diesem Tag genau?
00:25:02: und du entscheidest natürlich mit wem du dort zusammen sein willst und wer dir da guttut an diesem tag Genau, dann natürlich auch so die Familie innerhalb der Familie.
00:25:14: Es kann am Anfang auch noch ganz schwierig sein weil jeder irgendwie verschiedene Vorstellungen hatte und sagt man ich will eine große Messe gestalten an dem Tag.
00:25:22: Die andere Person sagt nein nicht in die Kirche und das interessiert mich null.
00:25:27: da muss man natürlich gemeinsam Kompromisse finden offen und ehrlich miteinander austauschen.
00:25:34: Und schauen was wer braucht, gemeinsam nennen er.
00:25:38: irgendwie findet man immer Lösungen wenn man auch gut und offen miteinander spricht und vor allem zuhört nicht nur offen kommuniziert sondern gegenüber muss natürlich auch zuhören die wahrnehmen und nicht irgendwie klein reden oder so.
00:25:53: also Zusammengefasst nochmal der Todestag ist kein einzelner Punkt oder so, sondern eben eine Zeitspanne.
00:26:01: Es gibt im Vorher den Tag selber und diesen Nachlauf wo es dann oft ein bisschen erschöpft dazu geht.
00:26:08: Und nach dreizehn Jahren kann ich sagen, der Todestag ist jetzt nicht da viel kleiner im Sinne von weniger großem, Es fühlt sich einfach anders an.
00:26:22: Ich habe mich natürlich verändert, die Trauer verändert sich mit bzw.
00:26:26: ich bin ganz anders gerüstet was die Trauere angeht.
00:26:32: Denkt daran dein Körper erinnert sich auf jeden Fall ganz zuverlässig auch ohne Kalender.
00:26:38: Er wird es spüren mehr oder weniger und vielleicht magst du dich selber auffragen... Was tue ich an diesem Tag?
00:26:46: Also was könnte mir gut tun Und mit wem möchte ich den Tag verbringen?
00:26:52: Das ist ganz wichtig, finde ich.
00:26:54: Und was lasse ich vielleicht auch bewusst weg?
00:26:57: Also vielleicht Vorstellungen und Glaubenssätze oder bestimmte Sachen, Arbeit, was auch immer... Ja!
00:27:07: Dann möchte ich dir noch einen ganz kurzen Bewegungsimpuls mitgeben.
00:27:12: das ist so von der Übung die Pendelur liegend im Seelen-Sport.
00:27:17: da geht es ganz viel um das eigene Tempo schwingen, gehen spüren und sich immer wieder Halschenken, Pausen machen.
00:27:26: Und es passt ganz gut in diese Zeit rein.
00:27:29: Da legst du dir einfach auf den Rücken und dann nimm ich die Beine hoch angewinkelt zum Neunzig Gratwinkel und die Arme sind ausgestreckt neben dir abgelegt mit der Handfläche nach unten, Handinnenfläche noch unten.
00:27:44: und dann schwingst du einfach ganz sanft hin und her und zwar deine Beine von links nach rechts, aber ganz minimal und spürst einfach mal diese Schwingung.
00:27:54: Und denk schon an diesen Tag und sagst dir selber vielleicht hey ich darf ganz langsam machen!
00:27:59: Ich darf mein eigenes Tempo jetzt schwingen an diesem Tag und die darf mir ganz viel Halt geben.
00:28:06: Und dann schwingst du dahin und her und aus dem Bauch heraus arbeiten und dann mach' ich wieder kurz Pause, halte es sich inne, ziehe ich die Beine heran und umarmst dich ganz fest an den Beinen und schwingst da ganz sanft hin- und her.
00:28:22: Und dann kannst du wieder die Beine ausstrecken oder halt eben angewinkelt hochstrecken, und wieder hin-und herschwingen.
00:28:29: Das kannst du so oft machen wie es dir gut tut um die Ofach immer wieder daran zu erinnern die selber zu wiegen, die selber zuhalten und ihr selbst auch das Tempo rausnehmen das ja oft von außen vorgegeben wird darf langsamer sein genau Ja, und wenn du selber im Märkspot solche Tage wie eben der Todestag zum Beispiel, das fällt da ganz schwer oder die Zeit davor, die Zeit danach.
00:28:55: Und dann kommt schon wieder nächster Geburtstag oder was auch immer.
00:28:59: Du kennst vielleicht schon mal ein neues Programm, Gefühlskraftreise aktuell des ersten Jahres.
00:29:07: Wir haben jetzt an die siebzig Trauerende mit dabei und die nächste Anmeldung öffnet sich wieder im Herbst.
00:29:15: Das heißt, wenn du jetzt merkst, boah irgendwie hat man das schon so gut weitergeholfen und es tut mir so gut was die Kati da sagt.
00:29:22: Und Du würdest gerne Körperorientiert dir begleiten lassen über ganzes Jahr wo ganz viele Tage ja reinfallen Weihnachten zum Beispiel oder die ganzen Feiertage sowieso, aber auch andere Tage eben.
00:29:36: Du willst verstehen was das Nervensystem in der Trauer macht?
00:29:40: Du willst konkret Körperimpulse, du willst eine Gemeinschaft die nicht fragt sondern die einfach hält und da ist... Du willst Ideen fürs Umfeld für dein Alltag finden oder körperorientiert dann kannst du die jetzt auf die Warteliste setzen ganz unverbindlich.
00:29:59: Und wie gesagt, die Anmeldung öffnet sich wieder im Herbst.
00:30:02: Wahrscheinlich Ende Oktober, Anfang November.
00:30:05: und zwar kriegst du wenn Du auf der Warte Nischte stehst ohne einen riesigen Bonuswirk wahrscheinlich sogar den besten Bonus den ich je rausgeben habe.
00:30:13: Also freu Dich schon mal drauf!
00:30:19: Ich freue mich dann die Begleitung zu dürfen durch all die Trauerwellen hindurch.
00:30:23: Den Link zur Gefühlskraftreise, zur Warteliste findest du in den Show notes und wenn dir diese Folge gefallen hat dann würde ich mich natürlich auch freuen über eine Sternebewertung.
00:30:34: Und dann sage ich danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge tschüss!
00:30:50: Du findest Seelensport auch im Netz unter www.seelsport.at und auch auf Instagram und Facebook unter seelsport für noch mehr Ideen rund um deine Trauer und deine Gefühle.
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