#160 „Ein letztes Blaulicht für Hannah": Annika über den Femizid an ihrer Tochter (Teil 1)
Shownotes
„Hannahs Mörder hat 13 Jahre bekommen – und wir haben lebenslang." Manchmal ist es nicht der Verlust selbst, der dich als Erstes trifft, sondern die Unwirklichkeit: Der Kopf sagt, das kann nicht sein, während der Körper längst kalt wird und nichts mehr isst. Genau davon erzählt mir Annika in diesem Gespräch. Ihre Tochter Hannah, 21 Jahre alt und mit ganzem Herzen Rettungssanitäterin, wurde im Oktober 2023 von einem Kollegen getötet – und Annika nimmt dich mit in die Stunden danach, in die Beerdigung mit Blaulicht und Klopfern, und in einen Alltag, in dem plötzlich die eigene Küche zum unbetretbaren Ort wird. Aus SeelenSport-Perspektive höre ich hier sehr deutlich, wie stark Trauer im Körper sitzt: in Messern, die man nicht anfassen kann, in Bildern, die in Dauerschleife laufen, in einer Tür, durch die man nicht mehr gehen mag. Dieses Gespräch ist der erste von zwei Teilen – wir haben mitten in der Aufnahme gemerkt, dass es zu viel für eine Folge ist, und veröffentlichen den zweiten Teil direkt am Sonntag darauf. Nimm dir dafür Zeit und hör so weit, wie es dir heute gut tut.
✅ Wer Hannah war: die junge Frau, die trotz chronischer Erkrankung für ihren Platz im Rettungsdienst gekämpft hat – und wie ihre Kolleg:innen ihr das letzte Blaulicht gaben.
✅ Warum Orte und Gegenstände zu Triggern werden – Küche, Messer, ein einziger Satz – und wie Annika mit EMDR in der Therapie die schlimmsten Bilder entschärfen konnte.
✅ Warum „Wie geht's dir?" eine gefährliche Frage sein kann und wieso Annika irgendwann eine E-Mail an Familie, Freunde und Kolleg:innen geschrieben hat, in der sie sagt, was sie wirklich braucht.
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Trauerwelle ist der SeelenSport® Podcast für trauernde Menschen, die selbstsicher und mutig ihre Trauerwellen surfen wollen. Du erfährst, wie du deiner Trauer Raum und Zeit gibst und aus ihr deine körperliche Kraft zurückgewinnst. Denn Trauerwellen sind anstrengend und kosten Kraft, wenn sie über dich hereinbrechen, du sie ignorierst oder versuchst zu unterdrücken. In den einzelnen Podcast-Folgen leitet dich Katy Biber liebevoll und achtsam, und gleichzeitig mit Leichtigkeit durch die Wellen der Gefühle, damit du deine Trauer verstehst und den Mut findest deinen eigenen Trauerweg selbstwirksam zu gehen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Es gibt ja so Sätze, die ein Leben in einen davor und einen danach zerteilen.
00:00:06: Bei Annika kam Soa Satz an einem Morgen um halb sieben Zürcher durch die Tür – ihre Tochter lebt nicht mehr.
00:00:14: Hannah war einundzwanzig Rettungssanitäterin mitten im Leben und wurde auf einer Party von einem Kollegen getötet weil sie kein Interesse an ihm hatte.
00:00:27: Die Folge ist schon für mich ganz besonders weil meine Schwester ja ebenfalls von einem Mann getötet wurde.
00:00:35: Und in dieser Folge sitze sie mit Annika zusammen und sie erzählt, wer Hannah war was diese Nacht mit ihrer Familie gemacht hat und warum die eigene Küche bis heute eher schwierig ist für Sie.
00:00:49: Sie spricht als Mama, als Kollegin, als Frau, die weiterlebt offen und sehr berührend.
00:00:57: Das ist der erste von zwei Teilen.
00:00:59: Es war so ein intensives Gespräch mit so viel Austausch um Miteinander, dass wir entschieden haben das Gespräch in zwei Teile zu teilen.
00:01:10: Ich kenne Annika schon eine ganze Weile und sie war bei mir im Winterkraftprogramm – das gibt es aber so nicht mehr!
00:01:17: Mittlerweile gibt's ein ganz Jahresprogramm Gefühlskraftreise.
00:01:21: Das öffnet wieder im Herbst.
00:01:23: Wenn dir das interessiert, setzt die gern auf die unverbindliche Warteliste – den Link dazu findest du in den Shownotes!
00:01:30: Und jetzt geht's los mit diesem sehr intensiven berührenden Gespräch.
00:01:47: Heute habe ich eine ganz besondere Gästin.
00:01:56: Also alle natürlich sind immer ganz besonders, aber für mich muss sie sagen ist es schon wieder was ganz besonderes.
00:02:04: einfach weil die Annika heute bei mir sitzt und sie hat ihre Tochter verloren durch einen Femizid also ebenfalls.
00:02:13: sie wurde ermordet von einem Mann und heute sprechen wir genau darüber.
00:02:19: also was sie erlebt hat Ja tauschen und so aus.
00:02:23: Und ihr kennt sie vielleicht sogar schon von meinem real, das die gepostet haben verkozen zum thema nur und sein kommentar.
00:02:32: darauf werden wir auch noch eingehen in der folge.
00:02:36: und deswegen haben wir uns zusammengeschrieben und gesagt na mir nehmen da jetzt auf einer podcastfolge auf um da ein bisschen nochmal drauf aufmachsam zu machen ein bisschen Reichweite zu generieren, was da für Scheiße passiert.
00:02:49: Wenn ich das so sagen darf!
00:02:52: Aber Annika, bevor wir loslegen oder deine Geschichte beleuchten wer bist du?
00:02:57: Was machst du so?
00:02:58: Wo lebst du?
00:02:58: Erzähl uns von dir.
00:03:02: Ja, ich bin Annika.
00:03:04: Ich bin sechsundvierzig Jahre alt.
00:03:07: Für mich aber momentan durch Wechseljahre eher so Richtung Teenie.
00:03:12: Echt?!
00:03:13: Ja... Irgendwie schon Mein Jahreshighlight wird das Backstreet Boys-Konzert in ein paar Wochen.
00:03:21: Jeej!
00:03:23: Ihren Heute, ganz kurz, ich habe heute gesehen, dass Diedeln wieder zurückkommt.
00:03:28: Da entstehen nur die Diedelmaus.
00:03:30: Die sind bei uns im Marktkauf auch.
00:03:32: Ja krass.
00:03:33: Es gibt schon Aufsteller genau.
00:03:35: Da fühlt
00:03:35: man sich auch gleich wieder jung.
00:03:38: Das stimmt ja.
00:03:40: Ich bin verheiratet und es waren mal drei Kinder.
00:03:45: also Hannah war die älteste Sie starb mit einundzwanzig.
00:03:50: Mein Sohn ist jetzt einund zwanzig und die Kleine ist neunzehn.
00:03:55: Und wir leben in Lippischen Lage.
00:03:59: Wo ist denn das bitte?
00:04:01: In
00:04:02: der Nähe von Bielefeld?
00:04:04: Okay, das sagt man was
00:04:05: Genau!
00:04:06: Das ist oft so, nein Wir wohnen in der Nähen von Bilefeld.
00:04:11: Ja ich bin Küsterin.
00:04:13: Ich weiß nicht ob der Begriff in Österreich bekannt ist.
00:04:17: Kennst du den?
00:04:18: Also man könnte jetzt sagen, ich bin Hausmeisterin für Kirche.
00:04:22: Ah!
00:04:24: Spannend!
00:04:25: Für unsere Gebäude.
00:04:26: Ich bin fürs Gemeinderhaus, fürs Büro und die Umlage.
00:04:31: Dafür bin ich verantwortlich.
00:04:33: Wenn nicht alles reparieren kann wird halt der Handwerker angerufen.
00:04:38: Wie nennt sich das Nommel?
00:04:39: Kann ich Nomml dem begriffen?
00:04:41: Küsterin.
00:04:43: Küstarin.
00:04:44: Spannende.
00:04:47: Also hier, ich sag mal so im Norden und bis zur Mitte Deutschlands ist das bekannt.
00:04:52: Aber ich hab jetzt auch schon mal gehört dass es in Süddeutschland da für noch einen anderen Begriff gibt aber auf den komme ich gerade nicht.
00:05:02: Mir würde gar nichts einfallen also auch nicht echt.
00:05:04: nur nie gehört oder so die Tätigkeit.
00:05:06: Ja
00:05:07: wie gesagt Hausmeisterin mit dem geileren Namen.
00:05:09: Ja voll klingt irgendwie besser.
00:05:15: Genau.
00:05:16: Also sonntags bin ich halt dann für den Gottesdienst mit verantwortlich, dass da alles läuft, alles aufgebaut ist.
00:05:24: Ja genau die Besucher begrüßen also das erste Gesicht was sie dann sehen wenn Sie in die Kirche kommen es meint.
00:05:32: Schön!
00:05:37: Ja und wie man ja schon Borde jetzt erwähnt hat also deine Tochter die Hannah wurde eben ermordet.
00:05:45: Magst du vielleicht, bevor wir so auf die Tat nur kurz eingehen?
00:05:50: Wer war denn die Hanna?
00:05:51: und ich habe uns vorhin gerade schon gesagt.
00:05:53: Wenn ihr die anschaut dann siege die Hannah von mir.
00:05:56: also obwohl ich sie nicht kannte aber ich kenne ein paar Bilder und ich finde ihr seht es euch voll ähnlich.
00:06:02: Und jetzt würde man aber gerne wissen was hat sich denn ausgemacht die hannah?
00:06:05: wer war sie?
00:06:06: wie war sie so?
00:06:07: was hat sie gemacht?
00:06:08: erzählt unser bz von ihr
00:06:12: Ja wer war hannah?
00:06:14: Hannah war unser erstes
00:06:15: Kind.
00:06:17: Also, sie hat uns zur Eltern gemacht und das ist... Ja, das ist halt erstmal einfach was Besonderes natürlich für alle Eltern.
00:06:28: Ja, Hannah war große Schwester.
00:06:32: Sie war Enkelkind, Nichte, Kusine, Freundin und Kollegin.
00:06:40: also wenn ich Hannah vor Augen habe dann ja immer fröhlich!
00:06:48: freundlich, empathisch, hilfsbereit.
00:06:51: Also ich war wirklich ein sehr fröhliches Kind.
00:06:57: Ich hab mal so gesagt, dass sie so ein echt gutes Anfängerkind, Anfingerbaby war.
00:07:05: Weil es alles sehr einfach und entspannt mit ihr war.
00:07:12: So entspannt das Mut gemacht hat, dass ja noch zwei weitere hinterher kamen?
00:07:18: Genau!
00:07:19: Also ja, ich ... also vom Wesen her war sie zwar schon eher introvertiert.
00:07:30: Sie mochte es jetzt nicht so im Mittelpunkt zu stehen.
00:07:35: Sie konnte wahnsinnig stur sein!
00:07:37: So ein richtiger Dickschädel.
00:07:40: Wenn die was nicht wollte, dann konnte man echt versuchen, was man wollte.
00:07:47: Man kriegte sie auch nicht ... Man kriegte sie dann auch nicht überzeugt.
00:07:52: Wenn zehn Leute nach rechts gegangen sind und sie aber fest davon überzeugt war, dann ist sie nach links.
00:08:01: Ob es jetzt richtig war oder nicht?
00:08:03: Das spielte erst mal gar keine Rolle.
00:08:05: Sie war nicht überzeuglich, geht einen anderen Weg.
00:08:09: Die hat da wirklich auch ihr Ding gemacht.
00:08:14: Dazu fallen mir grad so zwei Sachen auch.
00:08:19: aus ihrer Kindheit ein.
00:08:21: Es war das eine, da sind wir im Urlaub gewesen und dann wollten wir abends essen gehen Und ich habe ihr lange gesagt ja zieht die schon mal an.
00:08:30: und dann bin ich ein bisschen später zu ihr ins Zimmer und dann saß sie da auf dem Sofa.
00:08:36: und dann dachte ich guck nicht richtig ist so.
00:08:37: was hast du denn da an?
00:08:39: Da hatte die dicke Socken an ne lange Jeans und langes Oberteil bei tropischen fünfundreißig grad draußen um neunzehn Uhr.
00:08:48: Ich hab dann versucht, sie zu überzeugen.
00:08:50: Möchtest du das wirklich anziehen?
00:08:52: Ja, das sieht schön aus und die Hose ist so schön!
00:08:57: Also wir haben es da noch ein paar Mal probiert, ob sich vielleicht doch was Luftigereres anziehen möchte.
00:09:03: Nein, wollte sie nicht.
00:09:05: Wir sind dann mit ihr essen gegangen.
00:09:10: Es war ihr warm, sagen wir mal so.
00:09:13: aber sie hatte das ja entschieden.
00:09:15: Ja, dann blieb das auch so.
00:09:17: Und eine andere Geschichte an die ich denke... Ich glaube, das war ihr sechster Geburtstag.
00:09:27: Da hatten wir uns hingesetzt und haben überlegt, wen möchtest du einladen?
00:09:31: Dann hatte sie Namen genannt.
00:09:34: Und ja, dann hat sie mir die aufgezählt.
00:09:36: Und dann fragte ich, was ist denn mit der Freundin?
00:09:40: Möchtest Du die nicht einladend?
00:09:42: Nee, das möchte sie nicht!
00:09:45: Ich weiß nicht mehr genau, wie sie es begründet hat.
00:09:48: Aber sie wollte sie nicht einladen und dann habe ich da so ein bisschen gegen geredet Ja aber du bist doch auch bei ihr eingeladen gewesen Warum?
00:09:57: Na das ist doch... Ist doch nicht nett.
00:09:59: Du hattest da auch einen schönen Geburtstag.
00:10:01: Ladst Sie doch auch ein.
00:10:03: Ja gut Das hat sie dann zähneknirschend auch getan Und ich sag mal so, ich hab die Quittung dafür gekriegt Tag des Geburtstages kam Und sie hat das Kind einfach ignoriert.
00:10:20: Ja, eigentlich auch so mit den Worten.
00:10:21: Du wolltest ja, dass ich Sie einlade?
00:10:25: Dein Problem!
00:10:27: Also sie hat sich wirklich den ganzen Geburtstag wirklich ignoriert.
00:10:31: also da haben sich dann die anderen Geburtstagsgäste eher drum gekümmert.
00:10:35: aber ja, Hannah nicht.
00:10:40: Und ich sag mal so, sowas ist mir nicht noch einmal passiert.
00:10:44: Ich hatte ein paar Jahre später mit ihrer Schwester ja eine ähnliche Situation und hab ihn auch da gesessen, den möchtest du einladen?
00:10:54: Dann fragte ich auch aber warum denn sie nicht?
00:10:56: Da warst du auch zum Geburtstag!
00:10:58: Und dann konnte sie mir das dann halt schlüssig erklären dass es gerade nicht passt... ...und sie möchte sich nicht einladet und damit war das Thema für mich durch.
00:11:08: Also ich habe aus dieser Geschichte gelernt, möchte ich damit sagen.
00:11:12: Man konnte von Hannah durchaus lernen und auch in den jungen Jahren.
00:11:18: Ja also das ... Hannah hat wahnsinnig gerne gelesen.
00:11:27: Sie hatte jetzt kein spezielles Hobby wobei lesen ja auch ein Hobby ist.
00:11:32: Also ihre Geschwister waren im Verein die haben Handball gespielt aber Hannah war jetzt nicht so zu Sport, zu bewegen.
00:11:40: Das Bewegung lag ihr jetzt nicht.
00:11:44: Hatte sie nicht Lust drauf?
00:11:48: Man würde wahrscheinlich heute sagen ... Ich glaube der Begriff der ... Ja weiß ich nicht, der stirbt vielleicht gerade aus aber Sie waren ein richtiger Stubenhocker.
00:11:58: Also sie wirklich nach draußen zu belegen also während ihrer Geschwister eigentlich immer draußen waren Also war die am liebsten in ihrem Zimmer und am liebst mit einem Buch.
00:12:07: Ja, die Pubertät haben wir zum Glück auch sehr gut überstanden mit ihr.
00:12:12: Also sie war wirklich kein anstrengender Teenie.
00:12:16: also ich würde das alles abhaken unter ganz normalen Dingen.
00:12:24: Ich kann mich wirklich an nichts Ernsthaftes erinnern dass wir hier wirklich mit ihr irgendwas hatten.
00:12:32: Nee!
00:12:32: Sie war da wirklich sehr entspannt und ja Ah, faul!
00:12:38: Faul war sie auch so ein bisschen.
00:12:40: Also die ersten sieben Jahre Schulzeit, die waren anstrengend.
00:12:47: Habe ich mich auch mal nicht erst mal gefragt, aber man, du bist doch nie um den Kopf gefallen.
00:12:51: Kommt mit nach Vier nach Hause und sagt, reg dich nicht auf ist doch gut, ist bestanden.
00:12:56: Ja okay... Gut es in Ordnung und ja aber spät hat sie ja noch.
00:13:04: auch aufgrund des Berufswunsches hat sie ja dann doch noch der Ehrgeiz gepackt.
00:13:07: und muss ich sagen da bin ich auch wirklich, wirklich unfassbar stolz auf Hannah gewesen.
00:13:14: Ja dass die da also auch wirklich aus eigener Hand so die Kurve gekriegt hat und dann auch wirklich echt fleißig war für ihren Schulabschluss.
00:13:23: und ja da auch ganz schön was für getan hat.
00:13:28: Ja, Hannah hatte auch schon recht früh ihren ersten Freund Da würde ich auch so im Nachhinein sagen, für sie auf jeden Fall wirklich eine schöne Erfahrung.
00:13:41: Mit ihm war sich fast fünf Jahre zusammen und was mich in dem Zusammenhang irgendwie immer sehr gefreut hat.
00:13:48: Sie ist in der Familie des Freundes so willkommen gewesen also sie ist da wirklich unglaublich geliebt worden Und ja auch immer noch geliebte.
00:14:00: Auch da hat ihr Tod natürlich natürlich auch eine tiefe Wunde gerissen.
00:14:06: Auch wenn die Beziehung da vorher schon einige Zeit beendet war, aber ja ich habe mir ganz oft so in dem Zusammenhang hatte ich den Gedanken wie schön dass sie einfach diese Erfahrung in den jungen Jahren machen durfte also die Liebe kennenlernen.
00:14:26: na das ist ja was Schönes.
00:14:27: und in dem zusammenhang hat es mich auch als Mama ein bisschen stolz gemacht Ja, dass ich auch ein bisschen Anlaufstelle für sie war.
00:14:36: Also das sie mir auch Sachen erzählt hat.
00:14:40: und ja... Ich vermisse unsere Gespräche!
00:14:47: Unsere Küche ist so Lebensmittelpunkt gewesen Nicht nur gegessen, na klar, da wurde auch mal gestritten.
00:14:55: Aber am Tisch wird halt alles besprochen in der Küche also wenn irgendwas war... Also meistens stand ich ja nach Küche, weil er so in der Versorgerrolle kochen und backen und so und Ja die Kinder sind dann halt schon eher immer zu mir dann in die Küche gekommen.
00:15:11: Mama können wir mal reden Und das vermisse ich halt einfach.
00:15:19: Ja, Hannah hat irgendwann auch so die ... ja das Kochen und Backen für sich entdeckt.
00:15:24: Und das haben wir dann auch öfters zusammengetan
00:15:27: und
00:15:30: sie hat mir zu meinem ... äh ... zweifiertesten Geburtstag.
00:15:35: Hat sie mir echt eine ganz tolle ... ja, ganz toller Torte gemacht.
00:15:41: Da war ich euch total überrascht!
00:15:42: Das war echt ... oh, die war echt toll.
00:15:45: also... Da habe ich auch nicht mit gerechnet und die war verdammt lecker.
00:15:50: Wirklich!
00:15:51: Da war ich echt baff, das war echt schön.
00:15:55: Ja also ja... Die Lücke ist riesig und wenn ich so an echt nochmal wirklich einen der wirklich schönsten Momente denke dann ist das Hannas achzehnter Geburtstag.
00:16:14: Sie wollte den erst gar nicht feiern und der viel Jahr in die Corona-Zeit.
00:16:20: Also, im August ist sie achtzehn geworden und es gab dann gerade ja schon die ersten leichten Lockerungen, dass man sich wieder mit ein paar Leuten halt im Freien treffen darf.
00:16:33: Und ich hatte Hannah dann gefragt, was hast du denn für Pläne zu deinem Geburtstag?
00:16:38: Ja, die eigentlich gar keine.
00:16:40: Ach wir können doch essen gehen.
00:16:42: Ist das da ein Ernst?
00:16:43: Das ist der achtzente.
00:16:45: Überlegt dir das und guck mal wenn wir alle zusammenzählen dann sind wir auch genau die Anzahl.
00:16:52: Das wäre doch super!
00:16:54: Wollte sehr erst nicht.
00:16:55: Naja und da sind wir wieder beim Thema Sturraschädel.
00:17:01: Was war uns dann doch gelungen.
00:17:02: also mein Mann hatte dann auch so'n bisschen auf sie eingeredet.
00:17:08: Ich war ein bisschen lidiert, ich hatte mir leider kurze Zeit vorher den Arm gebrochen und so blieb dann die Dekoration und Vorbereitung überwiegend an meinem Mann hängen.
00:17:21: Aber das hat er mit Hannah wunderbar gemacht Ja und haben halt die Terrasse dekoriert, Paarwilliung aufgestellt.
00:17:32: Mein Mann hat alles mit ihr schön dekorierend Lichterkette, sah wirklich toll aus!
00:17:38: Und was soll ich sagen?
00:17:42: Geilste Party ever.
00:17:43: also es war wirklich so ein toller Geburtstag und ja Alkoholiniterangaben kann ich nicht machen Es ist reichlich geflossen.
00:17:54: wir waren fünfzehn Leute Ich war die einzige, die nicht trinken konnte.
00:17:59: Aber ja einfach die beste Party.
00:18:02: und was ich dann auch so toll fand dass sie es wirklich nicht bereut hat also sie hat hinterher auch gesagt boah bin ich froh das wir gefeiert haben.
00:18:11: Also so eine party haben wir hier echt noch nicht gehabt
00:18:15: und
00:18:18: Das ist so.
00:18:19: das ist einfach.
00:18:20: Ja wirklich das ist eine schöne ist eine schöner erinnerung Auch für die Geschwister, also ihr Bruder.
00:18:29: Der hat schon auch sehr zu ihr hoch geschaut, möchte ich sagen Also die große Schwester Ja was ich auch wirklich interessant fand dass er ja durchaus eher mal auf Hanna gehört hat als auf mich.
00:18:44: also wenn sie als große Schwesta dann mal eine Ansage gemacht hat Dann
00:18:48: okay
00:18:50: Ja.
00:18:51: und die beiden Schwestern Was soll ich sagen?
00:18:54: Die Bahn Die waren sich nah.
00:18:56: Die waren sehr, sehr nah und... Also dieses Loch die das Hannah dahinter lässt einfach schwer zu beschreiben.
00:19:15: Ich hab hier Hannas Ja-Buch liegen vom Abitur.
00:19:19: Das finde ich so schön.
00:19:20: Da ist es zum Schmunzeln.
00:19:22: da beschreibt sie sich auch noch mal ein bisschen unter anderem ihr Lebensmotto Und das würde ich gerne noch vorlesen.
00:19:35: Ihre Leistungskurse waren Englisch und Biologie, Traumberuf.
00:19:39: als Kind Sängerin, habe ich nicht von gewusst.
00:19:45: Berufsvorschläge der LK-Lehrer überwindet ihre gesundheitlichen Probleme vollständig und kann dann doch noch ihren Traumberufe als Rettungssanitäterin ergreifen um dort zu helfen wo die Not am größten ist.
00:20:00: Wenn ich irgendwann mal berühmt werde, dann dafür, dass sich immer alles auf den letzten Drücker mache.
00:20:05: Oh ja!
00:20:07: Also Pünktlichkeit... also wenn ich gesagt habe wir treffen uns um elf bis um halb zwölf da.
00:20:14: Das war genau mein Quarantäne-Highlight ausschlafen.
00:20:19: Mein Top-Tipp an die nächsten Abiturienten.
00:20:22: Lauf so lange du kannst.
00:20:25: Wenn es der Satz des Grundschulzeugnisses an Unterrichtsgesprächen beteiligt, liegt sie sich schon häufiger aktiv.
00:20:33: Meine Rolle in der Stufe die, die kein Plan von Mathe hat und dann hat sie hier ihr Lebensmotor reingehauen.
00:20:42: und ja das hat mich dann echt auch so ein bisschen... Sie schreibt hier alles im Leben passiert aus einem guten Grund.
00:20:55: also da musste ich echt schlucken.
00:20:58: Dann danach eben.
00:20:59: Da sehe ich mich in zwanzig Jahren erfolgreich im Berufsleben und eine gesunde Familie, das werde ich an der Schule vermissen.
00:21:07: die Ferien Das werde ich nicht vermissen.
00:21:10: Die Klausurenphase Meine Schulzeit in drei Worten anstrengend stresse ich manchmal lustig Was würdest du retten wenn die Schule brennt mein Handy?
00:21:22: Und dann sind hier ein paar Hashtags Was du heute kannst besorgen, verschiebe auf morgen.
00:21:28: Weil das was du heute kanst erleben kann dir morgen keiner
00:21:31: geben.".
00:21:32: Das ist super!
00:21:35: Also das nehme ich mit diesen Hashtags.
00:21:40: Und da denke ich so... also Hannah Leistungstechnischen Spätsünder gewesen, also die Grundschulzeit und dann die ersten drei Jahre auf der weiterführenden Schule waren sehr anstrengend mit ihr.
00:21:58: Die hatte so eine... Hannah hatte so ne Gelassenheit.
00:22:02: Also bis vier war doch alles in Ordnung.
00:22:05: Ich schrab doch keine Fünf Kummer am Rudi.
00:22:09: Entspann dich!
00:22:11: Du denkst so du bist doch nicht auf den Kopf gefallen ey.
00:22:14: Was ist los mit dir?
00:22:16: Also, die war da ... Die war sehr schillig unterwegs.
00:22:21: Geändert hat sich das dann tatsächlich bei ihr so nach der achten Klasse?
00:22:27: Weil da dann Ihr Berufswunsch feststand.
00:22:33: Sie wollte unbedingt ins Medizinische.
00:22:35: also sie hat mir ganz gesagt Mama ich werd Ärztin.
00:22:40: Ach krass!
00:22:40: Was hast du dann dacht?
00:22:42: Da musst du lernen.
00:22:46: Ja, aber das hat sie dann.
00:22:49: Also ihr Ziel stand fest und gesagt, euch zeige ich es?
00:22:53: Ach krass!
00:22:54: Und die hatte dann, ich glaube achte Klasse, erste Halbjahr hatte die ein Zeugnis da wie mir Arsch gesetzt.
00:23:05: Ich habe gesagt eins zwei zwei Eins Du hast im Mathe eine Zwei geschrieben.
00:23:12: Also ehrlich, also ich war wow.
00:23:17: Und da habe ich gesagt ja dann weiter so.
00:23:19: sie hat dann einen richtig tollen Realschulabschluss gemacht.
00:23:24: Dann halt mit der.
00:23:25: also hier brauchst du eine Qualifikation um dann noch die Weiterführende.
00:23:31: Also die Realschule geht ja nur bis Klasse zehn und dann brauchst du eine Qualifikation, dass du dann halt zum Gymnasium oder zu einer Gesamtschule in die Oberstufe kannst.
00:23:39: Und das hatte sie mit Bravour gemeistert und ist auf diese Gesamthschule in der Nachbargemeinde gewechselt und hat da ihr Ding durchgezogen.
00:23:55: Es gab auch ein paar Rückschläge weil Hannah während des Abiturs sehr krank geworden ist.
00:24:01: Wir bekamen dann im Oktober, zwanzig.
00:24:03: Zwanzig hat sie die Diagnose Grolitis Ulcerosa bekommen also eine chronische Darmerkrankung und das hat sie ziemlich zurückgeworfen.
00:24:13: und einer der einschneidenden Sätze.
00:24:16: dann halt auch unsere Hausärztin als wir da saßen weil ich durfte damals... Sie war gerade ja achtzehn, ich durften nicht mit ins Krankenhaus Und die Ärzte haben mir dann im Krankenhaus einfach die Diagnose vor die Füße gerotzt, sag ich mal.
00:24:34: Sie dann halt ein paar Tagen entlassen... Also als sie mir das am Telefon sagte, mir war klar was das bedeutet und wir saßen dann einen Tag später bei unserer Hausärztin und Hannah fragte dann so ja und wie lange nehme ich die Tabletten?
00:24:47: Wann bin ich wieder gesund?
00:24:49: Dann hat unsere Ärztin einmal tief eingeatmen und gesagt, Hannah du wirst nicht mehr gesund!
00:24:55: Und da ist wirklich kurz echt so eine richtige Welt für Hannah zusammengebrochen, weil unsere Ärztin eher dann auch gesagt hat mit dem Krankheitsbild kannst du nie im Rettungsdienst arbeiten.
00:25:12: Das wird nicht gehen!
00:25:14: Das war ein totaler Schock, klar, dass sie jetzt keinen Einsatzaby hinlegen wird.
00:25:22: Also sie wird über Ausbildung und Warteliste dann einfach später eventuell einen Platz fürs Medizinstudium kriegen aber eben nicht auf den direkten Weg.
00:25:32: also das war uns klar, das war ihr selber klar da wird sich ganz schön für kämpfen müssen.
00:25:39: Ja, dann hat sie Abitur gemacht.
00:25:41: Hat es bestanden.
00:25:43: Hat einen Ausbildungsplatz in einer großen medizinischen Praxis für Herz und Lunge im Bielefeld angefangen aber die war da nicht glücklich.
00:25:55: also sie hat nach einem halben Jahr ungefähr hat sie mir dann gesagt das kann ich nicht Das ist nicht mein Job!
00:26:04: Das macht mir keinen Spaß meinen Kindern immer gesagt, ihr könnt abbrechen wenn ihr was anfängt nach Ausbildung.
00:26:14: Aber es muss ein Ersatz her.
00:26:15: also chillen Beine ruch legen nichts tun ist nicht und sehr das dann alles selber organisiert hat sich beworben bei Rettungsdienststellen Und die Rettungstelle in Bielefeld hat sich dann bei ihr zurück gemeldet mit ihr telefoniert sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen Sie hat davon ihrer Krankheit erzählt.
00:26:40: Ich verheimliche das nicht, aber ich habe das im Griff und ich will es wenigstens
00:26:45: versuchen.".
00:26:47: Und ja dann hat sie in Februar die Ausbildung gekündigt... ...und hat am ersten März ein Bielefeld mit dem FSJ im Rettungsdienst gestartet.
00:27:00: Und ab dem Tag hab' ich mein Kind nicht wieder erkannt!
00:27:06: So richtig aufglüter, oder?
00:27:08: Ja.
00:27:09: Also das war krass!
00:27:14: Also die ist so da drin aufgegangen.
00:27:18: Die hat mit einem Praktikum im Klinikum gestartet.
00:27:21: Da war sie ich glaube eher vier Wochen Klinikum und die kam am ersten Tag nach Hause und setzte so mal mal Arm her.
00:27:31: Ich nehm dir jetzt Blut ab Ja, ich hab den ganzen Tag nix anderes gemacht.
00:27:35: Die haben zu mir gesagt so...ja ist schon mal Blut abgenommen?
00:27:39: Nö!
00:27:39: Dann zeig' ich dir wie's geht weil das solltest du wissen.
00:27:42: Da war da ein super Pfleger der ihr das dann gezeigt hat.
00:27:46: und ja, dann habe ich gesagt okay wenn du es jetzt wirklich schaffst mir Blutabzunehmen.
00:27:54: Ich hab beschissene Wehen.
00:27:55: Das geht sehr schwer bei mir.
00:27:57: Und dann schaffs das bei jedem.
00:27:59: Was soll ich sagen?
00:27:59: Ich hab noch nichtmals gemerkt wie sie mit der Nadel rein ist.
00:28:02: Ach krass.
00:28:02: Die hatte so eine ruhige Hand und dann zack, guck Blut fließt!
00:28:08: Also wirklich also die ist mit einer Freude morgens aufgestanden, die ist zur Arbeit gefahren.
00:28:16: natürlich flucht man auch das ist ja klar aber die war voll im Leben
00:28:26: Wahnsinn und trotz... also wie ich es dir dann mit der Erkrankung gegangen?
00:28:30: War das dann irgendwie nur Einschränkung oder hat sie da...
00:28:36: Aber sie hat diese Einschrankung gekonnt, ignoriert.
00:28:40: Also ich müsste lügen aber Ich würde jetzt wirklich behaupten Sie hat aufgrund der Colitis nicht einen Tag gefehlt.
00:28:53: Man musste sie eins, zwei mal so ein bisschen auf den Pott setzen.
00:28:55: Dass ihr so'n bisschen auf sich achtet auch ernährungstechnisch und so.
00:28:59: also ich konnte nicht mehr alles essen aber Nesi hat sich davon nicht bremsen lassen.
00:29:07: Also es war nicht immer leicht Und die hatte echt ihre Kämpfe gefochten mit dieser Krankheit.
00:29:14: Aber der Wunsch im Rettungsdienst zu arbeiten und hinterher Notfallsanitäterin werden Davon hat sie sich nicht abbringen lassen.
00:29:26: Ach schön, das ist auch schön.
00:29:28: also da als willensstarkere Person so, wenn sie was will und dann versucht die Wege zu finden.
00:29:34: Ja aber nur gegen
00:29:35: diese Wille?
00:29:36: Ja eben!
00:29:36: Aber das sich ähnelt sich fast gut.
00:29:38: Das soll es ja sein, dass sie für das, was mir Spaß macht, was mich interessiert, zu kämpfen.
00:29:48: Also dafür war der Weg ganz klar Und ich habe daran auch geglaubt.
00:29:55: Also, nachdem sie ihren Realschulabschluss hatte von da an... Ich hatte da keine Zweifel dran!
00:30:03: Ich hatte keine Zweife daran, dass meine Tochter Ärztin wird, sage ich ganz ehrlich.
00:30:10: Ja also das hat sich in Kopf gesetzt.
00:30:17: und Wie war denn das dann?
00:30:19: in dieser Zeit, weil sie hat zwanzig-zweiundzwanzig angefangen und im Oktober zwanzi-dreiundzwantzig ist es ja dann passiert?
00:30:27: Und in dieser zeit also wie war denn so?
00:30:29: des Sanitäts der Umfeld.
00:30:32: Also die Arbeitsgemeinschaft, Leute, da hat es stark gewechselt waren immer die gleichen.
00:30:39: Wie war das so?
00:30:41: Das war relativ stabil.
00:30:44: Die sind ja mal ein FSJ geht Jetzt will ich nicht falsch sagen, glaube ich, fünfzehn Monate.
00:30:51: Man kann es nochmal auf achtzehn Monate verlängern.
00:30:56: Wenn ich mich jetzt nicht talsche hat Hannah das auch gemacht und ist dann hinterher übernommen worden nach dem FSJ als Fahrerin.
00:31:06: Also es ist ja so, dass die in dieser FSJ-Ausbildung eine dreimonatige Sanitätsausbildung bekommen.
00:31:14: Aus Krankenhauspraktikum, theoretischem Schulteil und... dann dem Wachenpraktikum, wo die dann vier Wochen aufm RTW mitfahren.
00:31:27: Wenn sie fertig sind und eine Prüfung ablegen müssen dürfen Sie eigenständig Krankentransportfahrten machen.
00:31:36: Also jetzt nicht RTW also den klassischen Rettungswagen sondern die Krankentransporte zu den Pflegeheimen, Krankenhaustransporte so was halt Das war ihr Job und sie wollte den großen Führerschein noch machen, dass sie das vor der Ausbildung eventuell noch hat.
00:32:01: Dass die dann halt auch den RTW dann halt fahren kann.
00:32:07: Dass sie das vorher schon hat, dass Sie das nicht während der Ausbildung noch machen muss.
00:32:11: Genau also es Arbeitsumfeld war super!
00:32:15: Also mein Kind war nie zu Hause.
00:32:17: Also sie war dann echt permanent unterwegs mit ihren neuen Leuten.
00:32:24: und ja, also Hannah hatte immer so eine ganz kleine Gruppe um sich rum.
00:32:29: Also sie ist jetzt nicht der Partygänger gewesen in dem Sinne gut Disco das war dann alles während Corona Sie es wären Corona-Achzehn geworden.
00:32:44: Also sie hatte so eine Hand vor Leuten, mit denen sie dann gerne gechillt hat.
00:32:49: Aber mit diesem Umfeld aus den ganzen Rettungssanitäter und Sanitäterinnen war sie ständig auf Achse.
00:32:59: Sie hat auch ihren Freund kennengelernt... ...auf der Wache.
00:33:05: Und ja also sie kannte auch ihren Mörder.
00:33:13: Wann hat sie den dann kennenlernen?
00:33:15: War das kurz davor oder war es schon länger?
00:33:18: Weil, Sie hatte da einen Freund Kett in der Zeit.
00:33:22: Genau!
00:33:22: Sie hatte im Sommer zwanzig, hatte sie ihren Freund bis kurz vor der Tat.
00:33:29: Also sie war ja dann kurz vor dem Tag von ihm getrennt und ich glaube im Laufe des Jahres dreinzwanzig hatte sie Kontakt Schichten sind die glaube ich nicht gefahren, aber sie kannten sich.
00:33:47: Und dann war eben diese eine Party.
00:33:50: oder was waren das genau so?
00:33:53: Das war also ein Einweihungsfeier und gleichzeitig auch eine Abschiedsfeier von einem Kollegen der den Betrieb gewechselt hat.
00:34:04: Genau da sind die... Also Hannah hat hier am XXVIII.
00:34:11: Oktober, mit ihrer Freundin so gegen halb neun das Haus verlassen und sind dann nach Bielefeldsenne zu dieser Party Und es war eine Superparty.
00:34:22: also ich habe zwischendurch hatte sowas in ihrem Status und Snapchat und so was da halt alles gibt.
00:34:29: Also die hatten eine Menge Spaß.
00:34:32: Ich kam von der Arbeit, ich war grad Duschen.
00:34:37: Und sie kam dann halt ins Bad und hat sich verabschiedet.
00:34:42: Das war unsere letzte Umarmung.
00:34:49: Hab ich ihr viel Spaß gewünscht!
00:34:51: Sie hatte eine Flasche DOSMAS und eine Flrasche Wodka unter dem Arm... ...und übertreibt es nicht
00:35:01: so.
00:35:03: Ja, habt ihr viel Spaß gewünscht.
00:35:05: Ihr noch einen Kurs auf die Wange gedrückt und wenn dann irgendwann ins Bett und morgens um halb sieben bei unser Leben anderes?
00:35:22: Also ich will jetzt sogar nicht da ins Detail oder so gehen aber für die, die zuhören dass Sie vielleicht ungefähr wissen was dann passiert ist also dieser Rettungssanitäter der Kollege Der hört sie ja dann in dieser Nacht, also er wollte was von ihr.
00:35:39: Also ich
00:35:42: kann das erzählen?
00:35:42: Es ist für mich eine Ordnung.
00:35:44: Ja wie du magst!
00:35:45: Nein, also Hannah war halt eben auf dieser Party und es so, dieser Kollege hatte Interesse an ihr und hatte mitbekommen dass Hannah frei ist.
00:36:00: Dass die sich von ihrem Freund getrennt hat Ja, und er hatte ein Auge auf sie geworfen.
00:36:05: Und das hat halt an diesem Abend halt probiert.
00:36:08: Und Hannah hat ihm aber auf der Party deutlich zu verstehen gegeben, dass sie keinen Interesse hat.
00:36:17: Dann gab es eine Situation in dem Wohnzimmer auf dieser Party, dass Hannah war am Telefonieren ... Er kam dann zu ihr und hat so ... Da war so'n Stofftier, so'nen Stoff frei!
00:36:33: Und mit diesem Stoffhie hat er plötzlich angefangen, auf sie einzuhauen.
00:36:39: So auf die Oberschenkel.
00:36:41: Während Sie am Telefonieren waren und da hat sie ihn dann halt ziemlich schroff angemacht.
00:36:45: Er gesagt kann es das lassen?
00:36:48: Also jetzt führe ich nicht so auf nur weil ich kein Interesse an dir habe.
00:36:52: also so in etwa soll sichs gesagt haben.
00:36:55: Und ja, sie war dann halt sehr genervt.
00:36:59: Die sind dann so ihre Wege gegangen.
00:37:02: Und dann im weiteren Verlauf des Abends, weil Hanna war dann auch echt ein bisschen angepisst auf ihn.
00:37:11: Ist er zu ihr gekommen und meinte hey können wir vielleicht noch mal reden?
00:37:16: Na das ist ja blöd!
00:37:17: Ja Hanna wollte das jetzt auch, weil es Kollegen sind jetzt so nicht stehen lassen und wollte keinen Streit und ist da mit ihm raus.
00:37:26: Was halt nur keiner wusste dass er In der Zeit, bevor er sie gefragt hat, er in die Küche gegangen ist und das Messer geholt hat.
00:37:37: Also schon
00:37:38: mit
00:37:38: den Gedanken in dieses Gespräch gegangen
00:37:40: ist?
00:37:41: Ja.
00:37:43: Genau, das ist es.
00:37:44: Er hat sie dann so ungefähr zwei Hundert Meter vom Haus weggeloggt... ...in eine Seitenstraße und hat dann von hinten auf sie eingestochen.
00:37:57: Also Hannah hatte keine Chance also konnte sich nicht wehren, das ging nicht und er hat dann halt noch fünf mal auf sie eingestochen.
00:38:11: Sie konnte nach dem ersten noch schreien und darauf sind Anwohner aufmerksam geworden weil es halt kein normaler Schrei war.
00:38:20: ja
00:38:20: und da sind dann zwei Brüder sind ausm Haus gerannt und haben dann also weil es war ja dunkel Ende Oktober, da jemanden Hocken sehen und dann hatten die gerufen.
00:38:38: Und dann ist er weggelaufen und dann sind sie dahin haben dann Hannah da liegen gesehen und einer der Brüder hat die Verfolgung aufgenommen es hinterher gelaufen und der andere hat versucht Hannah zu versorgen.
00:38:56: Es standen einige Kollegen draußen und haben ihn dann weglaufen sehen, den Bruder hinterher.
00:39:06: Und da sind die drauf aufmerksam geworden und sind in die entgegengesetzte Richtung, oh Gott, da ist was passiert!
00:39:12: Ja...und dann haben sie Handler da halt liegen sehen.
00:39:18: Und ich denke man hat sie versucht erst der Hilfe zu deichten?
00:39:21: Und Rettung anrufen oder so in diese Richtung?
00:39:25: Nein, also die haben alles versucht.
00:39:27: Einer der Kollegen hat sein Auto geholt weil es war stopp Booster, die konnten nichts sehen.
00:39:31: Und erst als der Kollege dann das Auto geholt hat und die Scheinwerfer angemacht hat haben sie gesehen was da Phase ist also dass da Einstiche sind.
00:39:41: und ja die haben dann Ja haben halt alles versucht natürlich Notruf abgesetzt.
00:39:48: Natürlich meine die waren ja alle privat da.
00:39:51: Also
00:39:54: Und der andere der Bruder wo du gesagt hast er den Täter verfolgt hat.
00:39:59: Hat er den erwischt oder?
00:40:01: Nein, der hat aber unterwegs die Polizei angerufen.
00:40:04: Er hat immer den Standort durchgegeben und er ist dann in der Nacht zu Hause noch festgenommen worden.
00:40:11: Also ihr Mörder ist nach Hause, duschen gegangen... ...und ins Bett.
00:40:18: Das kommen wir bekannt vor.
00:40:19: Und hat sich dann morgens ohne Widerstand festnehmen lassen.
00:40:28: Das ist schon krass.
00:40:30: Ich weiß nicht, wie detailgenau du von meiner Schwester warst aber das geht nicht in den Kopf vor.
00:40:41: Man kann es nicht verstehen weil bei uns er hat sie erwürgt und erstickt und dann ja in den Innen geschmissen also ihren Körper dann in den Fluss und ich stand zurück auch in die Wohnung, ich stand duschen gegangen aufgehoben putzt und schlafen gegangen.
00:40:59: Das ist so krass?
00:41:05: Ja.
00:41:05: So war es da auch, was man bis heute nicht gefunden hat, ist die Tatwaffe.
00:41:09: Die muss er unterwegs irgendwie weggeworfen haben.
00:41:13: Also die Tat Waffe, die fehlt bis heute und dann zu Schweig da auch.
00:41:20: Und du hast gesagt um halb sieben also wann hast Du denn Anruf Leuten wie hast Du davor erfahren?
00:41:30: Ja das hat an der Tür geklingelt Ich bin wach geworden.
00:41:33: Mein erster Gedanke war so, jetzt hat ich schon wieder ein Flüssel vergessen und ja dann war es so, ich bin dann halt aufgestanden und aus dem Schlafzimmer raus und dann geht's bei uns einen kleinen Flur lang.
00:41:49: Dann bin ich im Prinzip direkt in der Küche und da konnte ich schon durch die Glastür Polizei- und Notfallseelsorger sehen.
00:41:58: Ja, ich habe dann aber was ganz anderes gemacht.
00:42:03: Ich schneide das nur ganz kurz an, weil da möchte ich auch nicht ins Detail gehen.
00:42:06: Aber die Lebenslinie meines Sohnes ist nicht so gerade verlaufen und ich habe mir immer große Sorgen um meinen Sohn gemacht, weil er eine Zeit lang in einem Umfeld unterwegs war was mehr als Bauchschmerzen bereitet hat und mein erster Gedanke war jetzt ist es passiert.
00:42:29: Jetzt kommt der nicht mal nach Hause Und dann bin ich in sein Zimmer, das ist neben unserem Schlafzimmer.
00:42:34: Ich hab die Tür aufgerissen und sehe ihn aber seelenruhig in seinem Bett liegen und denke so, oh!
00:42:40: Die sind am falschen Haus.
00:42:42: Mit dem Gedanken habe ich die Tür geöffnet.
00:42:44: Ach Gott... Die sind im falschen Hause.
00:42:46: Ich habe überhaupt nicht eine Sekunde darüber nachgedacht dass es einer meiner Töchter sein könnte weil warum?
00:42:57: Hannah war auf einer privaten Party, die kleine lag definitiv oben in ihrem Bett.
00:43:03: Ich hab den Fernseher gehört.
00:43:06: also ja ich habe dann aufgemacht und das erste was ich zum Polizisten gesagt habe es ist alles gut mein Sohn liegt im Bett.
00:43:15: Das habe ich so wörtlich zu ihm gesagt und dann hat er mich angeguckt.
00:43:19: sag Frau Fideleo wir sind nicht wegen Ihrem Sohn hier.
00:43:24: ich nix geschnallt.
00:43:25: wirklich habe gar nichts geschnallt Und dann haben die mich so, können wir mal reinkommen?
00:43:30: Gehen Sie mal rein.
00:43:31: Da hat er mich dann so samtend in die Küche geschoben und ... Dann stellte er die Frage, Haben sie eine Tochter, die Hannah heißt?
00:43:42: Ist das ja?
00:43:44: Ja, und dann hat es gleich rausgehauen.
00:43:46: Ich muss Ihnen sagen, Ihre Tochter lebt nicht mehr.
00:43:50: Habe ich den angeguckt und denkst so, wär klar.
00:43:54: Erzähl keinen Scheiß!
00:43:56: Also ich sag's jetzt mal wirklich so, es gab von meiner Seite keine Reaktion.
00:44:00: Also, ich bin nicht zusammengebrochen.
00:44:01: Ich habe mich geholt und nicht gestehen.
00:44:04: Ich hab einmal nur gesagt... das stimmt nicht!
00:44:07: Das kam in meinem Kopf nicht an.
00:44:10: Mein Mann war mittlerweile auch aufgestanden und war in einer Küche.
00:44:13: Und ich bin dann wieder zurück ins Schlafzimmer gelaufen, habe mein Handy genommen und habe Hannah angerufen.
00:44:22: Die ging natürlich nicht dran.
00:44:24: dann ging die Mailboxer, hey ruf mal zurück.
00:44:27: Hier steht Polizei.
00:44:28: das muss ein Missverständnis sein.
00:44:30: also so anrufen habe ihr noch WhatsApp geschickt?
00:44:33: So rufe ich jetzt mal bitte an!
00:44:36: Dann hab' ich ihren Ex-Freund angerufen weil ich dachte ja vielleicht ist sie bei ihm das kann einfach nicht sein.
00:44:41: hab' ihm dann gesagt hier steht Polizei.
00:44:44: die erzählen hier Blödsinn Hannah würde nicht mehr leben.
00:44:48: Also die ist doch bestimmt bei dir Das ist doch blödsin.
00:44:53: Also ich habe das nicht geglaubt.
00:44:57: Irgendwann ganz langsam habe ich dann irgendwann noch mal gefragt, was ist denn passiert?
00:45:05: Ein Unfall und da holte der Polizist auch nochmal ganz tief Luft um zu nehmen.
00:45:13: Ich hab dann genau, ich habe da nämlich noch was mit ihrer Freundin.
00:45:16: Ist der auch etwas passiert?
00:45:17: Weil die sind ja zusammen zu der Party gefahren.
00:45:19: Hannas Auto stand vor der Tür und ihre Freundin ist gefahren nach Bielefeld.
00:45:24: Und er sagt, nein!
00:45:27: Ihre Tochter ist in einem Gewaltverbrechen zum Opfergefahren.
00:45:31: Die Tochter wurde getötet.
00:45:40: Also das hat gedauert.
00:45:44: Das hat wirklich ... Das hat gedauert.
00:45:48: War das für die Oso also... Bei uns war ja diese zwei Wochen Suche dazwischen.
00:45:54: Und dann hat der das eben auch so offensichtlich, sie wurde umgebracht von
00:46:00: ihrem Freund.
00:46:01: und für mich war es auch so ... Hä?
00:46:05: So was passiert doch nicht in echt!
00:46:08: Also dieses ... Das passiert nicht.
00:46:11: Das existiert nicht in dieser Welt oder in meinem Leben oder was auch immer.
00:46:16: Und auch immer dieses ... Es kann nicht sein... Das war so ein Satz, der mich verfolgt hat.
00:46:21: Das kann nicht sein!
00:46:25: Ja... Kann ich es so unter schreiben?
00:46:29: Absolut.
00:46:30: Also das passiert doch nur im Tatort.
00:46:33: Genau, genau.
00:46:34: Das war oh mein Gedanke.
00:46:36: So was passiert in Büchern aber doch nicht.
00:46:38: In echt.
00:46:43: und wie war das denn für deine... also du hast ja gesagt deine anderen beiden Kinder die an Jörg schlafen wann sind sie dann Geweckert worden?
00:46:54: oder wie war das?
00:46:54: Ja, also mein Sohn der kam dann direkt ins in die Küche.
00:47:03: Und er gesagt was ist hier los?
00:47:06: und ich muss wirklich sagen Ich weiß es gar nicht mehr ob ich gesagt habe Also ich kann mich an den morgen wirklich an sich wirklich sehr gut erinnern leider Aber ich muss sagen, ich weiß es nicht mehr.
00:47:24: Also ich weiß das ich dann zu meiner Tochter hoch bin und dass ich sie geweckt habe Und ich hab gesagt du werd mal wach Es ist was mit Hannah.
00:47:35: Was ist mit Hannah?
00:47:36: Was is mit ihr?
00:47:37: Sag's mir!
00:47:38: Dann ist die aber schon aufgestanden runter gerannt in die Arme der Polizei und der Notfallseelsorger.
00:47:45: Da war der Ofen aus Naja, ich habe also eine der Fragen die ich dann halt gestellt hab.
00:47:59: Also als es dann hieß das ist ein Gewaltverbrechen.
00:48:04: Habe ich den Namen von ihrem Ex-Freund genannt?
00:48:06: Er hat gesagt dass er das gewesen.
00:48:09: Ich weiß nicht wieso.
00:48:11: Ich hätte mir das im Prinzip nie vorstellen können.
00:48:14: Also ich habe ihn immer als wirklich ja Wärmungsgut verstanden sag' ich mal.
00:48:20: Also er war hier gern gesehen während die zusammen waren.
00:48:24: Also was da intern für wirkliche Probleme halt herrschen, gut das habe ich erst ein bisschen später erfahren.
00:48:34: aber das können wir hier an der Stelle aus so stehen lassen.
00:48:37: Aber mir ist es dann halt wirklich rausgerutscht und ich hab gefragt also ich habe dann seinen Namen genannt.
00:48:42: Ist er das gewesen?
00:48:43: Also mein Mann guckt ihn auch an.
00:48:47: ja weil sehr hat er sich ja erst vierzehn Tage vorher von ihm getrennt.
00:48:51: Ja, irgendwie hat es vielleicht Streit auf der Party gegeben.
00:48:54: Ich wusste ja nicht ob er auch auf die Party ist und na, ähm ... Die Idee kam ja jetzt nach dem Anruf.
00:49:02: Ich hatte vorher mit ihm telefoniert.
00:49:05: Das heißt zu dem Zeitpunkt hat ja auch die, die kummen sind und das hand nur gar nicht wusst dass an der Täter der Teter war oder da?
00:49:15: Also bei uns doch, also er war da schon festgenommen tatsächlich.
00:49:20: Die haben uns direkt gesagt das Sondereinsatzkommando war bei ihm bevor die bei uns waren.
00:49:28: Er war dann schon in Gewahrsam tatsächlich.
00:49:31: Sie konnten die ganzen Zeugen und die ganzen Mitarbeiter, also die Kollegen konnten ja seinen Namen nennen und die Wohnadresse war dann kein Geheimnis mehr.
00:49:40: Und da hat die Polizei ihn halt auch aufgegriffen und direkt festgenommen.
00:49:44: Und das hatte uns die Polizei gesagt, aber er ist schon festgenommen.
00:49:50: Also wir haben den Täter und ich glaube in dem Zug habe ich gefragt ob er das war?
00:49:56: Nein, es ist ein anderer Kollege gewesen.
00:49:59: Den Namen muss ich wirklich sagen... Ich hab echt ein paar mal so überlebt.
00:50:04: Ich dachte ja doch der Name habe ich gehört, aber es gab zwei mit dem Namen.
00:50:09: also gemeint hatte sie eigentlich immer den anderen, den netteren Sag ich mal, also das heißt netten waren sie eigentlich beide.
00:50:17: Aber mit dem Sie gefahren ist es war glaube ich der das war der andere.
00:50:22: Also mit Ihrem Mörder
00:50:28: und
00:50:30: dann geht ja so eine ganze Maschinerie dann halt los.
00:50:33: Ich hatte also zwei Polizisten da sitzen zwar Notfallseelsorger meine Freundin kam ungefähr ne halbe Stunde später Weil sie es als Erste wusste, weil meine Freundin ist selber auch nicht Notfallsanitäter und Notfallsäelsorger.
00:50:49: Kannst du rausschneiden?
00:50:51: Also notfallsälsorger also zwei Polizisten, zwei notfallsaelsorger waren da Und meine Freundinnen sind auch notfallsaeelsorgarin und weil sie bei uns im selben Ort wohnt hatte sie erst zurückgegeben ja ich kann dahin fahren Ich komme mit und dann hat man ihr die Adresse geschickt und den Daumen Nee, also es dürfen die auch nicht.
00:51:14: Also das ist auch klar geregelt dass sie das nicht dürfen und sobald du involviert bist.
00:51:20: aber sie war dann halt im Anschluss da und
00:51:23: ja Und was ist dann passiert?
00:51:28: Also habt ihr denn nur ins Krankenhaus fahren?
00:51:32: oder was waren die nächsten Schritte?
00:51:34: Ja ich also wollten Sie sehen wir hatten ja gefragt und dann hatte der Polizist halt gesagt es dürfen sie nicht Sie ist beschlagnahmt, also man hat sie noch lebend ins Krankenhaus gebracht.
00:51:49: Und man hat versucht die Not zu operieren.
00:51:53: Sie ist dann aber während der Not OP gestorben und mit dem Punkt war sie direkt beschlgnahmt für die Gerichtsmedizin.
00:52:03: Also es war gleich klar, nein, ihre Tochter ist schon auf den Weg zur Gerichts- medizin oder längst so.
00:52:11: Also das war schlimm.
00:52:12: Das waren eigentlich so die schlimmsten zwei Tage, also an den restlichen Stunden von dem neunzwanzigsten Oktober kann ich mich tatsächlich nur noch sehr verschwommen erinnern.
00:52:29: Es sind im Laufe des Vormittags dann natürlich auch Leute dann gekommen.
00:52:35: Auch die Kripo war dann nochmal da.
00:52:40: In der Bildzeitung stand es auf jeden Fall eher, als dass wir alle Freunde hätten informieren können.
00:52:47: Also irgendjemand hatte Hannas Profilbild an die Presse gegeben vom WhatsApp und ja...
00:52:57: Das ist so krass oder?
00:52:59: Also bei mir war's auch eh ganz erfahren um fünf vor elf Und sie hat einen Stresskrett damit ihr das erfahr weil um elf ist die Zeitung, also ist der Bericht online gegangen.
00:53:13: Und sie haben mir aber nicht erreichen können.
00:53:16: Also ich war nicht in der Wohnung und dann hat ihr eben so ein Stress gehabt weil... Also ich bin ja auch da gesessen und dann habe ich es erfahren und habe aber zeitgleich massen an Nachrichten gekriegt was jeder schon wusste.
00:53:29: Das war irre oder?
00:53:31: Dass man dann wie schnell.
00:53:39: Ja, und dadurch dass es ihr aktuelles Profibild war haben das natürlich viele Freunde auch.
00:53:46: Also sie hat das Handy vor der vorm Gesicht.
00:53:48: Das Gesicht konnte man nicht sehen aber anhand der Beschreibung und wo sie wohnt und wo das passiert ist und dass es eine Rettungssanitäterin aus Bielefeld ist hat ihr Umfeld also nahezu eins und eins zusammengezogen.
00:54:07: Und du hast dann ja das mit dem Beschlagnahm, bei uns ist Larissa aus dem Wasser da gefunden worden.
00:54:15: Dann ist sie auch direkt beschlagnamt gewesen und wir haben am Ende keine Möglichkeit mehr Kett zu sehen weil uns die Bestatterin davon abgeraten hat, weil sie eine Wassereiche eben war über mehrere Wochen.
00:54:29: Ich glaube es waren dann vier Wochen insgesamt dass man sie so nicht sehen soll oder nicht anschauen sollen, heint beräume ja alle die Entscheidung.
00:54:40: Die Entscheidung wäre trotzdem bei uns gelegen und es gäbe Möglichkeiten oder hätte Möglichkeiten geben, sie nochmal zu sehen.
00:54:48: und weil du gerade eben gesagt hast diese zwei Tage oder so oder wie lange hat das dann dauert?
00:54:53: Oder wie ist dann da weitergegangen?
00:54:55: Habt ihr noch mal die Möglichkeit gehabt oder nicht?
00:54:57: Und was hat das mit dir gemacht?
00:55:02: Also erst mal dieses Wort Beschlagnahmung, das war erstmal so.
00:55:05: Das ist krass.
00:55:07: Da denkst du doch auch so es kann auch wohl nicht wahr sein.
00:55:10: Echt voll!
00:55:15: Meine Freundin hatte dann Kontakt zu einer Bestatterin hergestellt die sich um alles gekümmert hat weil sie musste ja dann auch überführt werden Also von der Rechtsmedizin dann wieder.
00:55:27: Dann zum Stattungshaus und sie hat dann halt gesagt, dass sie sich meldet wenn sie fertig ist.
00:55:36: Und ja das war dann Dienstag Mittag rief sie an, dass die fertig ist und wir zu handeln können.
00:55:56: Das ist halt einfach nicht dein Kind.
00:55:59: Also in dem Moment, wo ich vor ihrem Sarg stand habe ich jedes Doktor Zockos Video verflucht was ich bis dahin gesehen habe.
00:56:09: also Hannah und Ich waren echt große Fans von seinem Podcast und von seinen Videos.
00:56:16: also wer ihn nicht kennt das ist ein Rechtsmediziner.
00:56:20: ich weiß jetzt nicht aus welcher Stadt weiß ich Berlin Ich weiß es nicht.
00:56:25: Und er ist sehr aktiv auf Insta, ein Podcast und das fanden wir beide sehr spannend.
00:56:32: also ich finde medizinische Sachen auch ganz gut.
00:56:35: aber in dem Moment wo ich vor dem Sack meiner Tochter stand ich habe einfach alles gesehen.
00:56:44: Also ich wusste da einfach was mit ihr passiert ist.
00:56:47: Ich wusste wie das in der Rechtsmedizin halt abgelaufen ist groß die Mühe unserer wundervollen Bestatterin auch war, aber es war halt nicht mein Kind.
00:57:07: Und als ich sie das erste Mal angefasst habe... Das geht dir durch!
00:57:14: Das ist eine Kälte.
00:57:16: Die kannst du nicht beschreiben?
00:57:19: Da ist halt einfach kein Leben mehr.
00:57:24: Da ist nichts mehr Und das ist so unwirklich.
00:57:31: Oder denkst du, es kann auch nicht wahr sein?
00:57:38: Ja wirklich.
00:57:40: Er hat dann die Frage aller Fragen, warum.
00:57:44: Also dass... Das ist nicht greifbar.
00:57:52: Wir haben uns im Zuge der ganzen Beerdigungsvorbereitung... wir haben nie darüber gesprochen was sie will.
00:58:03: Ein leicht kleiner Hinweis Sprecht auch mit euren Kindern drüber.
00:58:09: Was sie vielleicht wollen, was sie nicht wollen?
00:58:11: Wir haben es nicht getan.
00:58:14: Deswegen standen wir halt vor der Frage Erd oder Feuer?
00:58:19: und dann war für mich auch wegen der Zeit weil du hast ja bei einer Erdbestattung noch nicht so viel Zeit.
00:58:26: Und wer schon dachte okay das wird eine größere Nummer.
00:58:32: Da haben wir uns entschieden Sie einäschern zu lassen, damit wir Zeit haben alles in Ruhe.
00:58:40: Ich wollte nichts übers Knie brechen und der größte oder der ja eigentlich der wichtigste Grund für mich dass ich mich halt wirklich für diese Feuerbestattung entschieden habe war ich lasse dich nicht mit diesen Narben in die Erde.
00:59:02: das kann ich nicht.
00:59:04: also man sagt ja feuereinigt Und für mich hatte das dann mit ihrer Asche einfach mehr Gefühl und Sinn.
00:59:19: Weil das, was da im Sarg lag war eh nicht mehr mein Kind.
00:59:25: Da war nicht mehr viel von über.
00:59:30: Das habt ihr gemeinsam als Familie entschieden?
00:59:33: War jeder so weit okay damit?
00:59:36: oder wie war es bei euch?
00:59:38: Wir haben diskutiert ja... gab auch, ähm ja was das dagegen gesprochen wurde.
00:59:56: Ja wir haben es dann hinterher dann so zusammen entschieden, dass wir das machen.
01:00:05: und wie hat dann die also Beerdigungsfeier so ausgeschaut?
01:00:11: Wie hat's dir organisiert oder gemacht?
01:00:13: irgendwas Besonderes oder ganz im Kleinen
01:00:17: Nee.
01:00:19: Ich sag's jetzt mal so, wir haben es krachen lassen.
01:00:24: Also ich hab gesagt das ist jetzt das letzte was wir für sie tun können und die sollen ordentlichen Abschied kriegen.
01:00:36: Und wir haben das dann mit unserer Bestatterin ganz toll geplant.
01:00:40: also was uns wichtig war Wir haben den Rettungsdienst mit ins Boot genommen.
01:00:47: Ich hatte ihren Chef gefragt, ob es möglich ist.
01:00:55: Oh, Entschuldigung!
01:01:00: Ich bin dieses lange Sprechen so nicht gewohnt?
01:01:02: Ja, das kann ich.
01:01:03: Mir geht's ruhig mal gleich.
01:01:10: Es wäre schön wenn wir aus der Kapelle kommen.
01:01:12: und dann ein letztes Blaulicht für Hannah.
01:01:19: Also insgesamt hatten wir mindestens vierhundert Leute auf der Beerdigung.
01:01:29: Und ja, ich hatte so einen Wunsch.
01:01:33: Also Hannah hat so gerne Klopfer getrunken.
01:01:36: Ach sie klopfer?
01:01:37: Ja, die kann ich auch noch.
01:01:40: Genau und dann hatte ich unsere Bestatterin gefragt, sag mal darf man Alkohol auf dem Friedhof
01:01:46: trinken?
01:01:47: Mein Mann hat mich dann erst so voll schockiert angeguckt.
01:01:51: Ja, ist das so vor?
01:01:53: Und da habe ich gesagt ja für jeden der an ihr vorbei geht.
01:01:57: Der nimmt sich ein Klopfer und die Bestatterin fand das super.
01:02:03: Doch das machen wir!
01:02:04: Und sie hatte dann erzählt... Wir haben schon öfter einen Sekt auf dem Friedhof getrunken.
01:02:09: also das ist normal Das kann man ruhig machen.
01:02:14: Und dann hat er dir das echt alles sehr liebevoll hergerichtet.
01:02:19: Also es stand halt auch fest oder das habe ich auch von Anfang an gesagt, ich trage sie raus.
01:02:28: Das ist mein Job!
01:02:31: Ich hab sie zur Welt gebracht und ich werde ihre Urne tragen und sie in die Erde lassen.
01:02:47: Und der Moment als mir die Bestatterin die Urne gab Da bin ich fast tot umgefallen.
01:02:57: Der gesamte Rettungsdienst, die haben Spalier gestanden.
01:03:02: Fast bis runter zum Grab dann auch noch alle, die nicht mehr in die Kapelle passen.
01:03:06: Die haben sich allen angeschlossen und haben uns den Weg bereitet mit den Leuten, die in der Kapella waren.
01:03:15: Und ich hab echt gedacht es kann nicht wahr sein!
01:03:17: Ich habe mir einen Rettungswagen gewünscht.
01:03:20: Einen... Ich weiß gar nicht, wie viele es dann letztendlich waren.
01:03:25: Es waren die KTVs, die RTWs Feuerwehr und alle mit Blaulicht.
01:03:33: Das war ein Moment.
01:03:41: Das hat mich wahnsinnig gefreut wirklich!
01:03:44: Das war schön.
01:03:47: Also so schläge das Ganze ist.
01:03:50: Musst sich schon losheulen.
01:03:53: Wie kann man's grad so gut vorstellen?
01:04:00: Eigentlich hatten wir den Plan, dass wenn wir die Urne eingelassen haben, dass mein Mann und ich mit den Kindern sofort gehen.
01:04:08: Aber dann hat es sich so entwickelt, dass wir uns doch an die Seite gestellt haben... und gewartet haben, bis wirklich alle vorbei sind.
01:04:20: Und der Rettungsdienst also alle die in Uniform oder auch in Zivil da waren aber die meisten war ein Uniform da Also eine Arbeitskleidung Die sind halt an Hannah vorbei, haben sich einen Klopfer genommen und dann haben sie auf dem Friedhof einen riesen Kreis gebildet.
01:04:40: Dann hat Hannah's Chef noch ein paar Worte gesagt Ja, auf einmal dann ihren Klopfer getrunken für Hannah.
01:04:51: Also man kann sagen die, die dann halt zurückgefahren sind, die waren dann halt alle nicht nüchter.
01:04:58: Also das war ein toller Moment und in dem Moment riss echt so der Himmel auf.
01:05:04: also wir hatten gutes Wetter es war ja schon November Es war aber bewölkt.
01:05:09: Aber in dem moment wo mein Mann Und ich mit unseren Kindern da standen und... Da riss so der Himmel auf.
01:05:18: Du wurdest so angestrahlt, also da hab' ich das... Ich habe das dann einfach mal als Zustimmung von oben wahrgenommen.
01:05:33: Also hier kann man jetzt gerade wirklich so ein richtiges Bild.
01:05:37: im Kopf des Deins steht total schön traurig und berührend.
01:05:45: Also das war eine wahnsinnige Wertschätzung, wirklich.
01:05:50: Das war ne Geste die mir echt alles bedeutet hat.
01:05:57: Echt Wahnsinn!
01:06:03: Und nach so ner Beerdigung dieser rituelle Abschied für alle ist dann beginnt ja auch das Trauern allein Druck gelossen und der Alltag wieder wie ich es da bei euch weiter gingen?
01:06:19: Wie waren so die nächsten Schritte?
01:06:21: Du hast ja auch gesagt, du warst oder bist in der Kirche tätig da.
01:06:25: Ich sag jetzt Hausmeisterin!
01:06:30: Wie war das?
01:06:31: Hast du dann gearbeitet und nicht gearbeitet?
01:06:33: Warst du im Krankenstand?
01:06:35: Wie hast du die ersten Wochen danach erlebt?
01:06:40: Also am Anfang funktioniert man ja erst mal nur bis zur Beerdigung, dass alles so durch ist.
01:06:46: Das haben wir irgendwie überstanden... Und das ist ja so, also Hannah ist am neunzwanzigsten Oktober verstorben und mein Arbeitsbeginn wäre der erste November gewesen.
01:07:02: Also dass ich da anfange.
01:07:04: Ich war vorher schon ehrenamtlich lange in der Gemeinde tätig und meine Vorgängerin hat aufgehört.
01:07:11: und dann haben sie mich gefragt weil ich war auch nicht am arbeiten tatsächlich dann am zweiten November zum Dienstfrühstück gegangen.
01:07:27: Ich habe das aber auch vorher angekündigt, dass ich komme, dass sich das möchte weil auch unsere neue Fahrerin sozusagen ihren Einstand hatte, weil unser Fahrer in Ruhr standgegangen ist und ich bin dann zu diesem Dienstfrühlstück am zweiten november morgens.
01:07:45: Ach krass!
01:07:46: Ja, bin dahin Ja, gleich für mich dann da auch eine Linie gezogen.
01:07:55: Ich wollte jetzt nicht, dass da ... Wer weiß wie umgeholt wird?
01:08:01: Sondern ich bin auf meine neue Pfarrerin und hab sie dann begrüßt.
01:08:05: und schön, dass du ein Team bist.
01:08:07: Dann war für alle anderen klar was ich will.
01:08:10: Also das war sehr gut!
01:08:11: Und ich habe den November pausiert und bin dann im Dezember ganz normal mit der Arbeit angefangen Und das brauchte ich auch.
01:08:21: Also mein Mann ist auch wieder arbeiten gegangen im Dezember, krank waren also in dem Sinne krank.
01:08:29: Wir waren krank geschrieben bis Ende November.
01:08:34: Er hat sich meinen Mann krank schreiben lassen und ich mich auch.
01:08:38: Dann bin ich im Dezember mit dem Vorweihnachtsgeschäft gestartet muss aber dazu sagen dass ich Weihnachten nicht gearbeitet habe.
01:08:50: haben das andere aus der Kirche übernommen.
01:08:53: Das haben wir verteilt, ich habe alles vorbereitet.
01:08:55: Ja, Läufe mit denen bin ich ja vertraut.
01:08:57: Ich bin ja seit mittlerweile fast elf Jahren in der Gemeinde also das war mir ja nicht fremd und... Also ich kann da jetzt erstmal nur für mich sprechen.
01:09:13: Also meine Arbeit und mein Umfeld retten mir den Arsch ist so.
01:09:22: Ich habe aber für mich Regeln auf der Arbeit aufgestellt, die ich kommuniziert habe und das finden die alle gut.
01:09:30: also ich hab zum Beispiel wirklich gesagt Hannah isst auf der Arbeiter gut weil ich möchte hier funktionieren.
01:09:38: Möchte ihr meinen Job machen?
01:09:39: Ich möchte mein Job richtig machen und das kann nicht.
01:09:44: wenn ihr mich jeden Tag fragt wie es mir geht wenn was ist, spreche ich mit euch.
01:09:50: und ja wir hatten also ich bin sehr offensiv.
01:09:55: Also ich muss die Dinge raushauen.
01:09:59: Ich kann das nicht runterschlucken.
01:10:00: Ich muss darüber sprechen.
01:10:03: Ich habe halt nur entschieden dass wir auf der Arbeit nicht da drüber sprechen.
01:10:06: Für mich war so ein einschneidendes Erlebnis als ich mit meinem Mann das erste Mal einkaufen war.
01:10:12: Da ist eine gute Freundin von mir beim Einkaufen vor mir weg gelaufen.
01:10:16: Die hat uns gesehen und ist dann geflüchtet.
01:10:20: Also das war leider sehr offensichtlich Und das hat mich so umgehauen, dass tat so weh.
01:10:26: Wo ich so denke was mit dir denn los?
01:10:29: Und da habe ich dann für mich die Entscheidung getroffen.
01:10:32: Ich schreibe jetzt eine email Schreib jetzt an mein arbeitsumfeld Eine e-mail auch an Freunde und Familie.
01:10:40: ihr bekommt jetzt eine e-Mail und ich sage euch was ich will.
01:10:46: Darauf habe ich viele Antworten gekriegt.
01:10:48: Gute Antworten.
01:10:51: und ja, dass die gesagt haben, boah!
01:10:55: Ich glaube das haben wir gebraucht weil wir wissen nicht was wir sagen sollen.
01:10:59: Er kann sagt halt nix?
01:11:01: Dann nehme ich ihn in den Arm oder kaufe mein Brötchen keine Ahnung, sagt halt nichts.
01:11:07: Oh, Entschuldigung.
01:11:08: Vor allem geht es ja auch darum auf, Eben, wie du sagst.
01:11:12: Man muss ja nicht immer was sagen sondern es geht darum das mit aushalten und dann einfach sagen können wir fehlen die Worte.
01:11:19: Es ist so schlimm.
01:11:21: mir fehlen diese Worte Und das ist nicht das Beste was man an sagen kann.
01:11:25: mehr braucht sie dann gar nicht weil es gibt ja auch keine Worte dass Dann Trösten Kann Es Gibt Nichts.
01:11:31: Es Ist Einfach untröstlich und Schlimm.
01:11:36: Genau Das ist uns.
01:11:37: also es gibt nichts.
01:11:38: Was dich in dem Moment Die Leute Das meine ich jetzt wirklich nicht.
01:11:42: Alle, die das im Nachgang hören werden alles gut aber ihr könnt eine Mutter nicht trösten, die um ihr Kind trauert.
01:11:51: Das schafft keiner!
01:11:54: Das ist einfach nicht möglich und... Ich habe auch gesagt, Anteilnahme ja aber bitte kein Mitleid.
01:12:04: Also für mich war es wichtig dass die Leute versuchen so normal wie möglich mit mir umzugehen.
01:12:09: Auch wenn das bedeutet dass ich auch mal einen Deckel kriege.
01:12:12: Wenn ich was nicht richtig mache gehört halt dazu.
01:12:16: Aber ich hab echt gesagt bitte packt mich nicht in Watte!
01:12:18: Ich brauche Normalität und ich muss wirklich sagen also an der Stelle weil sie werden's hören.
01:12:29: Ich danke euch, ich danke euch so sehr.
01:12:32: Also gerade meinem Freundeskreis und vor allem meinem Arbeitsumfeld meine tollen Kolleginnen die mich so tragen.
01:12:44: Nein to five Job wär nix für mich!
01:12:46: Ich kann sehr frei arbeiten und wenn mich morgens mal die Trauerwelle überrollt dann rufe ich meine Kollegin im Büro an.
01:12:55: Ich muss jetzt noch ein bisschen holen.
01:12:58: Ja, mach!
01:12:59: Bis später.
01:13:01: Und dann ist gut.
01:13:03: Also wichtig ist das die Sachen, die gemacht werden müssen.
01:13:07: Darum kümmere ich mich aber ob ich die jetzt morgens um neun oder nachmittags um drei erledige... Das ist erstmal allen egal.
01:13:15: Hauptsache ich mache es irgendwie so und das ist mir bis jetzt auch anstandslos gelungen.
01:13:23: Ja okay, vielleicht nicht immer.
01:13:25: Vielleicht habe ich meine Treffin jetzt mit den Augen.
01:13:29: Nein aber es gelingt mir in der Regel sehr gut und ich spreche über meine Gefühle.
01:13:39: also ich sage was geht und was nicht geht Und ich hatte mir also so zum Einstimmen jetzt auch nochmal ein paar Podcastfolgen von dir so angehört.
01:13:49: Ich hatte mir vor allem die letzte angehörte, wo es einfach auch um den Umgang mit der Trauer geht und ich muss sagen dass ich nur eine sehr, sehr einschneidende negative Erfahrung wirklich gemacht habe mit dem Umgang.
01:14:09: da kann ich aber einen Haken hintermachen.
01:14:12: und ansonsten muss ich sagen, also auf mich jetzt bezogen es sind noch alle da.
01:14:19: Also mein Kreis den ich vorher hatte der ist immer noch da mitunter auch sehr hartnäckig, wenn Annika nicht auf WhatsApp antwortet oder anruft.
01:14:34: Dann ruft meine Freundin an, wir könnten doch mal wieder frühstücken gehen.
01:14:37: Können wir machen?
01:14:38: Sollen wir das morgen machen?
01:14:39: Ja, machen wir morgen!
01:14:41: Und so was brauch es halt.
01:14:42: Du hast in deinem Podcast da gut gesagt Trauernde können dann nicht auf die zugehen und ich kann es auch mitunter jetzt nach fast drei Jahren noch nicht gut dass ich dann sage Ja, das und dass.
01:14:58: Also ich gehe unter Leute, ich brauche das auch aber ich suche mir das aber auch sehr genau aus was ich mache.
01:15:08: Und dieses negativ Vernehmnis magst du es bedacht teilen?
01:15:14: Das kann glaube ich für die dir das hören.
01:15:16: Kann man das
01:15:17: erklären oder aufklären?
01:15:22: Ich hatte Besuch in der Kirche gekriegt Und naja, das ist eine Person die halt auch hauptberuflich schon mit Trauer zu tun hat.
01:15:33: Die Person fragte mich... Ach Annika schön dich zu sehen!
01:15:37: Ich wollte ein paar Flyer da lassen.
01:15:38: Ja, kannst du machen?
01:15:40: Wie geht's dir denn?
01:15:41: Hoho, gefährliche Frage!
01:15:44: Also wer die Antwort nicht abkann, sollte dann vielleicht nicht fragen wenn du gerade in akuter Trauer bist.
01:15:51: Na ja ich dachte Na gut, du bist ein Mensch der sich eigentlich damit auskennt.
01:15:56: Warum soll ich mich jetzt verstellen?
01:15:58: Und dann habe ich halt auch sehr ehrlich geantwortet also dass es mir nicht gut geht und ja das ist gerade sehr schwer ist und das geht nicht, das geht nichts!
01:16:08: Und dann sagte die Person allen Ernstes eher so genau wollte ich's jetzt doch nicht wissen.
01:16:17: Und ich weiß, dass meine Kolleginnen jetzt gerade fürchterlich lachen wenn sie es hören.
01:16:22: Weil Sie wissen wer's war.
01:16:25: Boah das ist schon krass!
01:16:26: Aber wie du sagst also ich stell doch nicht diese Frage jemandem... Wenn die jemanden trifft woher ist das der Trauer?
01:16:35: Also ich kann da jetzt so fast zwei Jahre später drüber lachen.
01:16:40: in dem Moment habe ich erstmal die Kirche hinter mir abgeschlossen als die Person weg war und gedacht hab, äh... Ich frag mich gerade ob du richtig in deinem Job bist.
01:16:53: Aber ist okay.
01:16:54: Boah ich war!
01:16:56: Also das hat mich umgehauen.
01:16:58: also es hat dann aber auch tatsächlich mit meinem Umgang.
01:17:01: dann aber was gemacht dass ich gesagt habe ok ich kann den Leuten das vielleicht auch nicht immer so sei vielleicht muss ich mehr filtern.
01:17:07: also ich bin nicht so gut im Filtern.
01:17:10: Also ich hau halt Dinge raus und manchmal stellt sich mein Gehirn erst später Hallo ich bin auch noch da.
01:17:18: Also Freunde sagen ja, dein Mund ist einfach immer schneller als dein Gehirn.
01:17:22: Ja!
01:17:23: Es ist leider so.
01:17:26: Ich muss dann schon oft sehr zurück rudern...
01:17:31: Ja aber das eben genau das löst es ja dann aus dass man sich dann mehr zurückzieht, dass man ständig überlegt was kann Niveau anbringen und sich weniger traut ehrlich zu sein wenn es ums Schlecht geht, weil man eben immer angestellt, dass dann halt wieder irgend so was kommt.
01:17:48: Und das tut dann halt
01:17:49: weh.
01:17:49: Also ich weiß mittlerweile wo ich ehrlich sein kann.
01:17:53: also ich weiß wer das tragen kann, wenn ich ehrlich bin und wenn ich halt so gefragt werde ja wie ist es denn gerade?
01:18:03: Mittlerweile habe ich für mich den Satz Ich hab den glaube auch irgendwo in einem Podcast neulich gehört meistens ist alles gut.
01:18:12: Ist auch gelogen.
01:18:14: Aber das ist dann wenigstens eine Antwort, wo man es gut umschifft und nicht mehr darauf eingehen muss.
01:18:24: Es gibt mittlerweile auch gute Tage.
01:18:29: Ich sage mal so – ich bin von «das Leben ist schön», von dieser Aussage bin ich schon lichtjahre entfernt, also das schon.
01:18:39: Aber ich gönne mir schöne Momente!
01:18:42: Also schöne Momente mit Freunden, wir hatten jetzt auch einen schönen Urlaub.
01:18:48: Ich gehe gerne auf Konzerte also einfach da wo man sich dann einfach mal spürt.
01:18:56: Weil ich lebe noch und und auch weiter leben ist eine Entscheidung.
01:19:03: Voll jeden Tag wieder.
01:19:05: Ja
01:19:06: ja jeden Tag diesen
01:19:08: Entscheidungen habe ich auch für mich getroffen.
01:19:15: Also ... Hannah war ja jemand, die so ganz krass so ... Die hat einmal nach vorne geguckt.
01:19:20: Also, Hannah mochte es nicht, nach hinten zu gucken in die Vergangenheit, weil sie gesagt, komm, kannst du eh nicht ändern?
01:19:26: Und Hannah hat mich oder Hannas Lebenseinstellung ... Na, die hilft mir!
01:19:34: Ich bin leider jemand der sehr gut in der Vergangen- heit verharren kann und dann auch so Situationen nachtrauert.
01:19:41: Ach, warum habe ich nicht das?
01:19:42: Und warum ... ach Mann!
01:19:43: Warum hab' ich damals nicht so, ne?
01:19:45: Warum ist es so gekommen und nicht anders?
01:19:47: Ach Mann!
01:19:49: Also ich bin da sehr in der Vergangenheit oft gefangen, dass sich da sehr schlecht loslassen kann.
01:19:58: So eins der letzten Gespräche war tatsächlich aus, wo Hannah zu mir gesagt hatte Mutti jetzt hör auf Es is doch alles
01:20:05: gut
01:20:09: Es läuft doch bei den anderen beiden gerade alles.
01:20:13: Du fängst da einen neuen Job an, jetzt guck nach vorne und lass die Vergangenheit ruhen!
01:20:25: Das hilft mir tatsächlich irgendwie klarzukommen.
01:20:32: Ich kann das Schicksal halt auch nicht mehr drehen.
01:20:37: Ich muss irgendwie gucken, dass ich klar komme.
01:20:41: Das gelingt nicht immer aber ich gönne mir schöne Momente!
01:20:48: Und das muss einfach sein, weil man zwischendurch auch mal spüren muss, dass man noch lebt.
01:20:56: Man
01:20:56: braucht ja die Kraft für all diese Trauerwellen und die holt man sich halt nur wenn man eben sich dann explizit mit Dingen wieder beschäftigt, die den Körper Kraft schenken und so damit man wieder die Tiefen durchstehen kann.
01:21:14: Das geht gar nicht anders.
01:21:17: Also ich sage mal, der Alltag ist halt schon immer noch sehr schwer.
01:21:24: Ich funktioniere auf der Arbeit an sich ganz gut aber so der häusliche Alltag, der ist schwer.
01:21:34: also da gibt es einfach ganz viel was mir nicht gelingt.
01:21:40: Hast du da irgendein Beispiel wo du sagst, das sind Momente wo es dir besonders... Ja, schlecht geht oder wo die Trauer einfach groß Raum einnimmt.
01:21:52: Und also... Also die einschneidendste Sache ist, die sehr schwer geht, ist kochen.
01:22:02: Kochen
01:22:02: ja?
01:22:03: Ich habe sehr gerne gekocht und gebacken.
01:22:07: Also ich war hier als Mami in der Versorgerrolle für alle.
01:22:13: Ich habe auch immer frisch gekocht und also Pizza aus dem TK, das kannten meine Kinder eigentlich.
01:22:20: Wenn die Bock auf Pizza hatten dann hab ich schnell einen Hefeteig angesetzt.
01:22:23: so ist für mich keine kein Ding.
01:22:28: Also einfach wirklich sehr gerne.
01:22:29: Und die letzten Jahre dann einfach hat Hannah auch So ein bisschen die Leidenschaft zum Kochen entdeckt und wir haben öfters auch mal zusammengekocht oder Hannah da hatte was ausprobiert, hat es mitgebracht oh hier guck mal musst du probieren Und haben halt dann uns ausgetauscht, also Hannah ist früher so ein richtiger typischer Pikki-Ita gewesen.
01:22:49: Also die ist mit dem Essen echt anstrengend gewesen.
01:22:52: Du musstest sogar die Haut von einer Bratwurst abziehen damit sie es aß und wenn irgendwas Grünes im Essen war hat das nicht angerührt.
01:23:02: Also musste immer alles gut püriert werden.
01:23:07: Und ja, das hatte sich halt auch im Laufe der Jahre.
01:23:09: Hatte sich das alles ein bisschen verändert und sie hatten mehr Interesse auch so an anderen Lebensmitteln gezeigt und an deren Zubereitung.
01:23:17: und Ja dass haben wir dann halt öfters auch mal zusammen gemacht.
01:23:20: aber Der punkt ist eigentlich Sie haben uns in der köche gesagt dass hannah nicht mehr lebt Und es ist für mich ganz, ganz schwer aushaltbar gewesen in diesem Bereich des Hauses leben.
01:23:41: zu spüren.
01:23:42: Also unsere Küche ist der Ort gewesen, wo gestritten diskutiert, ja, wo einfach alles wurde.
01:23:49: Die Küche sind irgendwie so... also die längsten Gespräche auch mit meiner Kleinen, also da sitzen wir drei Stunden am Küchentisch und diskutieren.
01:23:57: Also positiv!
01:23:58: Wir haben dann irgendein Thema oder sie fragt was?
01:24:01: Und dann wird am Tisch darüber diskutiert.
01:24:06: So war es auch mit Hannah genauso.
01:24:09: Es spielte sich halt einfach alles in der Küche ab.
01:24:12: Und dieser Morgen hat es sich auch in dieser Küche abgespielt und das ist für mich so verbrannte Erde, diese Küche.
01:24:20: also wir haben ein Jahr komplett vom Lieferdienst gelebt.
01:24:25: ehrlich weil keiner von uns in der Lage war sich an Herz zu stellen.
01:24:32: Also die ersten vierzehn Tage habe ich gar nicht gegessen.
01:24:36: tatsächlich Also Nachbarn und alle, die haben uns immer mal Essen vor die Tür gestellt.
01:24:45: Aber ich habe nichts gegessen.
01:24:47: Ich hab also wirklich die ersten zwei Wochen eigentlich nur Wasser getrunken und das war's.
01:24:57: Und ich bin von Anfang an noch in Therapie.
01:25:04: Ohne die wird es halt auch nicht gehen.
01:25:09: Da hat meine Therapeuten einen Therapieverfahren bei mir angewandt, weil ich halt gesagt habe.
01:25:17: Ich sehe mich immer mit den Polizisten in der Küche stehen aber aus der Vogelperspektive Also und ich höre immer wieder diesen Satz, Ihre Tochter lebt nicht mehr.
01:25:27: Also wirklich in Dauerschleife ne?
01:25:29: Und ich habe es gehasst durch diese Tür durchgehen zu müssen.
01:25:33: Wenn ich nach Hause gekommen bin das erste was ich ja sehe sind ihre Zimmerfenster.
01:25:38: Das geht zum Parkplatz und dann konnte ich auch nie sofort aussteigen.
01:25:43: Ich muss dann erstmal wieder so okay jetzt bist du wieder einer anderen Realität Und das habe ich halt mit meiner Therapeuten halt auch alles besprochen und die hat dann... Ich wollte es eigentlich mir noch aufschreiben, weil ich bekomme den kompletten englischen Erklärbegriff leider gerade nicht zusammen.
01:26:03: Aber die Methode heißt EMDR.
01:26:04: Ah
01:26:05: ja!
01:26:06: Das können wir
01:26:07: auch.
01:26:07: Sonst musste ich mit Ihnen die Show los schreiben.
01:26:09: Dann können Sie das googeln.
01:26:12: Meine Therapeutin hat mir direkt gesagt... So ein Fall hatte ich auch noch nicht, aber es ist ein Versuch wert.
01:26:17: Dass wir das irgendwie überspielt bekommen.
01:26:21: also kurz erklärt durch schnelle Augenbewegungen soll halt das Bild was einem Angst macht oder immer wieder auftaucht durch andere Bilder ersetzt werden.
01:26:32: und ja das haben wir wirklich geschafft Das ist gelungen.
01:26:38: Manchmal taucht dieses Bild noch auf, aber es löst keine Panik mehr bei mir aus.
01:26:42: Ich habe schon Panikattacken und Nöcher gehabt.
01:26:50: Wie lange hat das bei dir?
01:26:51: Also wie viele Sitzungen hat's bei dir dauert bis du auch so weit wieder warst?
01:26:58: Ich weiß nicht ob es drei oder vier waren.
01:27:04: Vielleicht würde es auch sagen, das waren sogar sechs.
01:27:07: Also ich weiß es... also ich habe jetzt so gerade drei oder vier, hab' ich jetzt grade im Kopf.
01:27:16: Ja weil bei mir eben die Hände so gemacht und bei mir hat das dann auch so bewirkt.
01:27:21: Die Hände haben einmal einen schweren Surfunfall erlebt.
01:27:27: Das war ein paar Jahr später wo ich fast stattrunken wäre.
01:27:32: In dem Moment hab ich dann ... Also, ich hab nicht mehr Luft gekriegt.
01:27:36: Und im Wasser natürlich und meine Schwester ist ja erstickt.
01:27:39: Das hat bei mir so getriggert, dass sie dann ... das war so schlimm!
01:27:44: Dann hab ich nimm ins Meer, nimm in's Wasser gehen können.
01:27:46: Und Wasser scheint noch für mich schwierig so.
01:27:48: Das hatte es irgendwie alles hervorkollt.
01:27:50: Durch das EMDR hab ich's geschafft eben, dass ich wieder schwimmen kann.
01:27:55: Ich kann wieder ins Wasser.
01:27:56: Ich hab keine Panik, wie du sagst, mehr verwählen.
01:28:01: Es fühlt sich ... Trotzdem noch natürlich diese Erinnerung.
01:28:04: Alles ist da, aber du bist nicht so ausgeliefert dem Ganzen.
01:28:07: Du kannst wieder damit umgehen und sogar auch wieder was Positives mit den Verbindungen bringen – Wasser!
01:28:17: Also ich kenne die Methode und es funktioniert wirklich bei mir auch so.
01:28:23: Also, ich bin da echt sehr dankbar für und vor allem gerade auch mal mit deinem Sohn.
01:28:28: Ist ja auch wichtig, dass er schwimmen lernt oder
01:28:30: nicht?
01:28:31: Mein Sohn kann schon schwimmen!
01:28:32: Da ist vier und seit das war wirklich das Wichtigste was mir war... Ich will, dass der schwimmen kann und die hat alles dafür gegeben und jetzt schwimmt er einfach und trotzdem bin ich natürlich direkt daneben also eh klar.
01:28:46: aber das war für mich ganz wichtig und es war ganz schlimm wenn er sich verschluckt hat oder so.
01:28:52: Ich bin immer in einer Panik gefahren, das ist furchtbar.
01:28:55: Aber jetzt geht es!
01:28:57: Jetzt kann er schwimmen und jetzt ist er sicherer und ich fühle mich wieder besser.
01:29:01: Was mir noch so ein bisschen durch den Kopf geht, weil wir gerade auch so bei Trigger oder so, also bei mir eben das Wasser ja auch nicht atmen können... Und weil meine Schwester so gestorben ist und bei dir sehr dieses Messer.
01:29:16: Oh, hat's da irgendwas so gegeben?
01:29:18: Weil du gesagt hast mit Kochen.
01:29:20: Kann man auch vorstellen dass da starke Verbindung da ist.
01:29:24: Ja.
01:29:24: Du nix ja.
01:29:26: Ja genau also ich konnte die erste Zeit keine Messer anfassen.
01:29:33: Also wirklich vor allem das große Messer.
01:29:41: kleine Apfelmesser oder so.
01:29:44: Also ich kann auch mit Messer und Gabel essen, also Schnitzel klein schneiden oder so.
01:29:49: aber das war schwer die erste Zeit.
01:29:54: Jedes Mal wenn ich in den Messerblock geguckt habe da waren dann halt auch Bilder da.
01:30:03: Aber das hab' ich tatsächlich irgendwie für mich selber in den Griff gekriegt nicht bei jedem Familienmitglied so aus.
01:30:15: Ja, also das sind einfach Sachen, die Art und Weise wie jemand stirbt und was eben als in Verbindung damit steht... Das verfolgt dann einfach und ich glaube auch erleben.
01:30:24: Also es würde ich ja nicht wegkriegen!
01:30:25: Du kannst einen Umgang damit finden aber es wird nie aus dem Kopf komplett weg sein.
01:30:30: Nein,
01:30:31: also es holte ich immer irgendwie
01:30:33: ein.
01:30:34: Aber auch diese Trauerwellen, die kommen ja auch aus dem Nichts.
01:30:37: Also du kannst eigentlich gerade super schön Moment gehabt haben, schönes Erlebnis und dann in dem nächsten Moment kick dich diese Welle ausm Leben.
01:30:46: Also das ist halt einfach so.
01:30:48: aber wie gesagt ich habe mir halt wirklich angewöhnt da mittlerweile auch darüber offen zu sprechen wenn es gerade nicht geht, wenn's nicht passt.
01:31:02: Ja
01:31:04: Ja, eben also so.
01:31:05: diese Trigger bei mir ist ja auch ganz stark.
01:31:07: Ich kann zum Beispiel nicht am Hals berührt werden von niemanden oder nicht vor meinem Sohn.
01:31:11: Also das geht gar nicht.
01:31:13: und es ist schon bei meiner rechtlichen Familie Niemand kann irgendwie irgendwo eben Hände von jemandem fremden Bei Massage.
01:31:21: oder war mal bei Physio Da hab ich eine Panikartak gekriegt Das war ganz schlimm.
01:31:26: Also alles was in die Nähe von meinem Hals kommt No Way!
01:31:30: Weg da!
01:31:31: Es geht bis heute nicht.
01:31:33: Es ist okay für mich.
01:31:37: Ich komme damit klar, ich muss nicht da berührt werden und das Ziel ist, dass sie unbedingt dort berührt sein muss oder was auch immer so in die Richtung.
01:31:47: Und so geht es nicht nur mir.
01:31:49: Das war's ja von meiner Familie, dass das allen gleichgeht.
01:31:54: Ja,
01:31:55: ähnlich wie bei dir halt eben anderer Gegenstand andere Sachen.
01:31:58: Und ich denke mal gerade, die uns zuhauchen ... Kennt sicher jeder ploppt irgendwas gerade auf, wo er sagt, bei mir ist das genauso.
01:32:05: Und ja, dass das so ganz normal ist und dass das Teil dieser Geschichte da noch ist.
01:32:12: Ja wird es auch immer bleiben.
01:32:14: also... Das kannst du ja nicht abstreifen.
01:32:21: Also das wird uns unser Leben lang halt begleiten.
01:32:31: Ich sag halt mal, ne?
01:32:33: Hannas Mörder hat dreizehn Jahre bekommen und wir haben Lebenslangen.
01:32:37: Ja das sage ich auch immer ja.
01:32:40: Also... Und für uns heißt lebenslang-lebenslang also... Das werde ich mit ins Grab nehmen diese Sehnsucht, diese Trauer.
01:32:54: Also dieses Vermissen.
01:32:57: Ja voll!
01:32:59: Voll!
01:33:00: Weil eine Stimme hören Dich in Arten nehmen.
01:33:05: Voll!
01:33:07: Also ihr Augen rollen, oh Mama... Das
01:33:12: lachen?
01:33:13: Ja ich konnte so lachen.
01:33:16: So richtig
01:33:17: voll raus, gell?
01:33:18: Ihr habt nicht mehr so Lachfleisch, es kriegt so richtige Lachkrämpfe dann immer mit ihr und das habe ich nur mit ihr gehabt.
01:33:25: Das hab' ich seitdem nie mehr in der Form, in der Intensität mit jemand anderem erlebt.
01:33:31: Und da sind Dinge die fehlen jeden Tag Immer wieder.
01:33:35: Meine Lieben, wunderts euch nicht!
01:33:40: Jetzt kommt etwas wo ihr vielleicht gar nicht so erwartet habt.
01:33:43: aber ihr habt es gemerkt wir haben jetzt sehr lang und intensiv schon darüber gesprochen und das macht doch was mit uns die da sitzen und unseren Stimmen natürlich auch zum Teil aber unsere Emotionen und deswegen haben wir jetzt gerade gemeinsam entschieden dass wir eine zweiteilige Podcastfolge daraus machen werden und im zweiten Teil nochmal mehr über die Monate dann auch eingehen werden, aber auch über den Prozess.
01:34:09: Also wir haben ja Bordei eben unterschiedlich Prozesse erlebt mit Urteilen, die ganz viel mit uns gemacht haben, dass man das so noch mal beleuchten.
01:34:17: Und natürlich wollen wir auch noch einmal ausführlicher drauf eingehen wie wir zum Beispiel dieses Reel rund um den Nuhr aufgenommen haben und was es generell mit uns macht?
01:34:26: Die ganze Gewalt an Frauen auch immer mehr wird gefühlt.
01:34:31: Deswegen haben wir gesagt, wir schließen jetzt die Folge an der Stelle ab für heute und werden dann einen neuen Termin machen wo man den zweiten Teil aufnehmen und ihr werdet es dann aber direkt nacheinander hören.
01:34:45: also das würde nicht so fünf Wochen nichts geben sondern es wird zwei Sonntage hintereinander dann so rauskommen.
01:34:56: Anika, magst du zu der ersten Folge?
01:34:58: Zu dem ersten Teil noch mal abschließend etwas mitgeben oder sagen.
01:35:04: Falls nur Stimme übrig ist.
01:35:07: Stimme geht wieder!
01:35:08: Ich habe mich sehr wohl mit dir gefühlt.
01:35:11: Einfach erstmal Danke.
01:35:14: Also es als würde ich mit einer Freundin sprechen.
01:35:18: Das
01:35:18: hat
01:35:19: mir sehr einfach gemacht hier über meine Geschichte zu sprechen.
01:35:22: da sage ich mal danke liebe Carti
01:35:25: Ja, und dann sage ich oh danke liebe Annika.
01:35:28: Wir werden uns jetzt gut wieder auftanken mit Kraft und Essen und Getränken und was auch immer und es gut tut!
01:35:36: Und dann treffen wir uns zu unserem zweiten Termin und werden da anknüpfen an diese Folge.
01:35:42: Und dann alle da draußen Danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge.
01:35:48: Tschüss!
01:35:56: und sicheren Umgang mit all deinen Trauergefühlen, von und mit Katibiba.
01:36:02: Du findest Seelensport auch
01:36:04: im Netz
01:36:05: unter www.seelsport.at Und auf Instagram und Facebook unter seelsport für noch mehr Ideen rund um deine Trauer- und deine Gefühle.
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