#155 „Mit mir stimmt etwas nicht": Scham in der Trauer und ihre 6 Gesichter
Shownotes
„Scham lebt vom Schweigen und vom Verstecken – in dem Moment, in dem sie geteilt wird, verliert sie ihre Macht."
Vielleicht kennst du diesen Satz im Kopf: „Mit mir stimmt etwas nicht." Scham gehört in der Trauer zu den einsamsten Gefühlen – sie lässt uns die Schultern nach vorn ziehen, den Blick senken, uns klein machen und verstecken. In dieser Folge spreche ich offen über sechs Situationen, in denen sich Trauernde immer wieder schämen: noch immer oder schon wieder zu trauern, die eigenen Gefühle wie Wut, Neid oder Erleichterung, das Nicht-mehr-Funktionieren, den eigenen Körper, das Weiterleben und Lachen – und die Scham, Hilfe zu brauchen. Ich erzähle dir auch sehr ehrlich, wo ich mich auf meinem eigenen Trauerweg geschämt habe. Aus der SeelenSport-Perspektive lade ich dich am Ende zu einem kleinen Bewegungsimpuls ein, der dich Atemzug für Atemzug wieder aufrichtet – ganz ohne Druck, einfach so, wie es für dich heute gut ist.
✅ Scham ist ein zutiefst soziales Gefühl – im Kern die Angst, nicht mehr dazuzugehören; sie zeigt, wie sehr du dazugehören willst.
✅ Sechs typische Schamsituationen in der Trauer – und warum keine davon bedeutet, dass mit dir etwas nicht stimmt.
✅ Ein körperorientierter Bewegungsimpuls zum Aufrichten: „Ich darf gesehen werden und ich darf mich zeigen, wie ich bin."
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Trauerwelle ist der SeelenSport® Podcast für trauernde Menschen, die selbstsicher und mutig ihre Trauerwellen surfen wollen. Du erfährst, wie du deiner Trauer Raum und Zeit gibst und aus ihr deine körperliche Kraft zurückgewinnst. Denn Trauerwellen sind anstrengend und kosten Kraft, wenn sie über dich hereinbrechen, du sie ignorierst oder versuchst zu unterdrücken. In den einzelnen Podcast-Folgen leitet dich Katy Biber liebevoll und achtsam, und gleichzeitig mit Leichtigkeit durch die Wellen der Gefühle, damit du deine Trauer verstehst und den Mut findest deinen eigenen Trauerweg selbstwirksam zu gehen.
Transkript anzeigen
00:00:00: Scham in der Trauer ist nicht selten und zeigt oft, wie sehr du eigentlich einfach nur dazugehören willst.
00:00:06: In dieser Folge gehe mit dir sechs Situationen durch, in denen sich trauern der Schämen – bestimmt oder du?
00:00:14: Ihr zählt ja auch sehr, sehr offen wo ich mich selber geschämt habe!
00:00:17: Und ganz am Ende gebe dir einen kleinen Bewegungsimpuls mit, der dich wieder aufrichtet.
00:00:23: Ich spreche am Ende kurz über mein Online-Programm Gefühlskraftreise.
00:00:28: Wenn du magst, setz die jetzt auf die unverbindliche Warteliste.
00:00:32: Du findest den Link in den Show Notes.
00:00:34: Wir öffnen nämlich schon wieder Ende Juli.
00:00:37: Und jetzt geht's los mit der Folge Trauerwelle Dein Sehensport Podcast für einen sicheren, ehrlichen und bewegten Weg durch all deine Trauergefühle hindurch Von & Mit mir Kati Bieber.
00:00:54: Ich arbeite ja mittlerweile schon seit Jahren mit ganz vielen unterschiedlichen Trauern zusammen.
00:01:01: Und ein Gefühl, das so neben der Traurigkeit und der Sehnsucht und der Liebe und Wut und Angst ohne oft anzutreffen ist, ist die Scham!
00:01:13: Deswegen habe ich mir gedacht mache jetzt mal eine Folge zum Thema Scham.
00:01:17: Vielleicht kennst du das selber, dass du immer wieder so Sätze im Kopf hast, ma mit mir stimmt etwas nicht, ich schäme mich dafür auf meine Reaktion, auf meine Tränen, auf mein Nicht-Funktionieren manchmal sogar vielleicht auch die Freude weiterleben und diese Scham wird dann oft so gut wie gar nicht geteilt mit niemanden und es macht dann einfach sehr sehr einsam Und es ist schon etwas sehr Verletzliches.
00:01:48: Das sind ja wirklich so das Innerste von Ohren, dass da für sich behalten wird und das will man halt nicht mit jedem teilen.
00:01:57: Da braucht sofach ganz viel Sicherheit dafür!
00:02:01: Ich habe mich selber oft geschämt in meiner trauer Reise zum Beispiel, dass sie auf Partys nicht mehr die Lustige sein kann, die früher war.
00:02:12: oder ich habe mich schämt, dass man ständig und überall die Tränen runtergeronnen sind.
00:02:18: Ich habe mich geschämt das Sie in der Uni nicht so weitergekommen bin wie es man gewunschten hätte oder wie es die anderen geschafft hat.
00:02:25: Ich habe mich schämt, dass ich zum Gardasee gefahren bin anstatt bei der Verhandlung des Mörders dabei zu sein.
00:02:32: Ich habe mir geschämt draußen zu trainieren vor allen Leuten die mir dann Angst starten haben oder ich habe es zumindest gedacht und vielleicht, dass sie sich dann denken wie unfittischen die und die hat ja keine Ahnung von Übungen und Sport.
00:02:45: also das war zu meiner Anfangszeit zum Beispiel.
00:02:49: Und ganz am Ende heute habe ich auch noch einen kleinen Bewegungsimpuls für die zum Thema Scham.
00:02:56: Und da lohnt es sich auf jeden Fall dran zu bleiben.
00:02:59: und bevor wir jetzt in die Bewegung reingehen, kurz zur Einordnung warum Scham eigentlich so belastet und was dahinter steckt.
00:03:09: und dann werden wir so sechs Schamsituationen durchgehen, die ganz oft bei trauerndem Vorkommen ziemlich sicher betrifft oder mindestens eine zumindest.
00:03:24: Also du kennst ja auch das Thema Schuld vielleicht.
00:03:26: und bei Schuld hat man oft so die Gedanken, ich habe was falsch gemacht.
00:03:31: Und bei Scham hingegen ist es oft so ein Gefühl von sein Ohr mit mir stimmt etwas nicht und ich kann's nicht, die krieg' ich nicht
00:03:40: hinso.".
00:03:42: Es ist ein zu tiefes soziales Gefühl also im Kern eigentlich so die Angst und Nimm dazu zu gehören.
00:03:49: Und das ist ja riesiges Bedürfnis, ein Grundbedürfniss von uns Menschen dass wir auch dazugehören wollen.
00:03:57: Trauer macht ziemlich verletzlich und sichtbar oder anders.
00:04:03: Also genau da wird dann die Scham obresente.
00:04:08: Wir haben in unserer Gesellschaft sehr enge unausgesprochen oft Regeln wie und wie lange man richtig trauert, wie man sich zu verhalten hat etc.
00:04:21: Und da kommt es ganz oft auf den Außen eben zur Beschämung.
00:04:26: Das beginnt ja auch schon in der Kindheit.
00:04:28: also da haben wir zum Beispiel Sätze wie Schämdi dass du nicht so ruhig da sitzen kannst die anderen kriegen das Ohr hin oder Schähmdi, dass du vor allem so wütend grad bist an Wuternfall hast, das geht dir gar nicht.
00:04:42: was denken denn die Anderen?
00:04:44: Und das erleben wir dann ja auch als Erwachsener ganz oft.
00:04:48: Also, da kommt dann von Ausnehmen immer wieder diese Floskeln.
00:04:52: Man kriegt jetzt noch immer nicht hin und ist jetzt nur immer nicht besser.
00:04:55: und was sich mit dir los und vielleicht solltest du Hilfe holen?
00:04:59: Das ist ja nicht normal wie du jetzt da trauerst und dass du da jeden Tag zum Friedhof springst oder Fotos anschaust oder Kerze anzündest!
00:05:08: Also damit wird ja auch die Scham verstärkt und es wird ja dann auch so richtig in uns Trauernde reingesetzt.
00:05:16: Und wir identifizieren uns dann auch schnell damit, gerade am Anfang wo man dann sehr feinfühlig und extrem verletzlich hoffach ist!
00:05:27: Und im Körper zorgt sich dann diese Scham natürlich ebenfalls als eine Art Rückzug.
00:05:32: Man zieht zum Beispiel automatisch die Schulter nach vorne, man senkt auch den Blick also der Kopf richtet sich so nach unten, nach vorn, nach innen.
00:05:42: Man macht sich ganz kluren, manche haben auch diese Schamesröte wie man so schön sagt im Gesicht.
00:05:48: Man will es sich so verstecken und verkriechen.
00:05:51: und ja das ist einfach dieser Dieser aktive Rückzug, der dann auch wirklich präsent ist.
00:06:00: Nicht nur körperlich sondern auch wirklich oft aktiv vollzogen wird.
00:06:04: weil es um den Körper ja auch sagt hat sich die zurück das ist doch alles nicht sicher versteckt.
00:06:10: du darfst nicht sein wie du bist und dann macht so ein insgesamt wieder einsamer.
00:06:16: Und da möchte ich dir auch gleich mitgeben dass Scham einfach auch dazu gehört zu diesem Prozess der Trauer, wenn sich das unangenehm fühlt und anfühlt.
00:06:28: Und sie zeigt einfach auch wie sehr du eigentlich dazu gehören willst und wie wichtig dafür einfach diese Sicherheit ist wo du wirklich sein darfst mit dem wie du bist und wie du eben auch fühlst.
00:06:42: Und da kommen wir jetzt direkt zu den sechs einzelnen Punkten, also Situationen die ganz häufig bei trauernden Auftreten für diese sich schämen.
00:06:54: Da haben wir Nummer eins – Die Scham noch immer oder schon wieder zu trauern?
00:07:02: Also irgendwie kommt oft so nach einer Weile der Gedanke auf, aber eigentlich müsste doch viel weiter sein und das kommt eben nicht nur von dir selber urfach an die Idee sondern viel eben aus, wie gesagt Kindheit und dem was andere ja auch erwarten und immer wieder sagen.
00:07:22: Und viele verstecken die Trauer dann weil sie glauben eben, sie dauert einfach zu lang.
00:07:28: das ist nicht normal dass ich nur immer trauer oder schon wieder jetzt so eine Trauerwelle erlebe.
00:07:35: Dadurch wird der Schmerz ja auch klurn gemacht von dir natürlich selber auch um auch anderen nicht zu belasten.
00:07:42: Und da gleich an der Stelle Trauer kennt keinen Zeitplan.
00:07:47: Aber bei mir ist es jetzt echt über drei, vierzehn Jahre lang schon selber nicht mehr wie viele Jahre und ich bin immer noch traurig darüber, dass meine Schwester nicht da ist.
00:07:58: Das wird sich auch in zwanzig Jahren definitiv nicht ändern.
00:08:02: Aber das Umfeld erwartet oft das Gegenteil natürlich.
00:08:08: Diese Bindung Endet ja auch nicht mit dem Tod, das heißt nur weil jemand stirbt bricht er nicht diese Liebe ab.
00:08:15: Die bleibt weiterhin bestehen und drückt sich in Form von Trauer jetzt aus Und ich habe es auch schon mal in anderen Folgen angesprochen.
00:08:25: Also diese Vorstellung dass es einfach diese festen Trauerphasen gibt mit irgendeinem Entdatum Das stimmt natürlich nicht und es erzeugt einfach immensen Druck.
00:08:40: oder dafür mir geschämt, dass sie immer wieder oder schon wieder oder noch immer traurig war.
00:08:46: Ich weiss nur, dass ich zwei Jahre nach dem Dämpleren gestorben habe und bei der Versicherung tätige.
00:08:52: Und da habe ich dann einen Umtag, ich glaube es war sogar ein Geburtstag, das habe ich nicht geschafft, dass Sie eben nicht weinen, dass die Tränen halt dann kommen sind und man schiefert es dann halt ein bisschen ins lächerliche Zogen Es gibt es ja nicht.
00:09:06: Jetzt ist doch schon so lange her und dass du das noch immer nicht hinkriegst, also das ist ja wirklich nicht normal.
00:09:11: Du solltest dir wirklich mal Hilfe holen oder
00:09:13: so.".
00:09:14: Und ich habe mich so geschämt, dass sie da jetzt mitten auf diesem Arbeitsplatz eben einfach, dass man an die Tränen gekommen sind... Also aus heintiger Perspektive furchtbar.
00:09:24: hätte mich natürlich nicht schämen brauchen sondern er hätte sich schäme sollen Dass er sowas überhaupt zackt und dass er mich da anspricht, anstatt einfach Empathie zum Zorgen.
00:09:35: Und sagen he brauche ich vielleicht eine kurze Pause?
00:09:37: Und es tut mir voll laut, die das gerade traurig macht und kann gut verstehen und nachvollziehen.
00:09:43: Das hätte man eher gewünschen.
00:09:44: Also ja... Er hätte sie eigentlich schämen sollen!
00:09:48: Und nicht i. Dann der zweite Punkt Schamu vor den eigenen Gefühlen.
00:09:55: Trauer bringt eben ganz viel unterschiedliche Gefühle mit Und die erlauben wir uns selber oft nicht, Wut zum Beispiel oder Neid.
00:10:05: Manchmal hat das Gefühl der Erleichterung vielleicht hast du jemanden lange gepflegt oder jemand hat eine Krankheit gehabt und da spürt man dann gleichzeitig ganz oft so eine Art Erleiterung weil ja diese ganze Anspannung und Ängste etc.
00:10:24: plötzlich auch wegfallen.
00:10:27: Das löst zum Beispiel auch ganz heftige Scham bei vielen aus.
00:10:32: Und man denkt halt oft so, ich darf es so nicht fühlen und jetzt bin ich ja komplett falsch und das kann ja nicht sein dass ich da jetzt erleichtert bin.
00:10:41: aber Trauer ist eben nicht nur traurig sein sondern sie ist eben dieses ganze Bündel an widersprüchlicher Gefühle.
00:10:50: Und diese verurteilten Gefühle, die du da wahrnimmst, verschwinden nicht.
00:10:55: Sie gehen praktisch einfach noch tiefer rein in den Körper wenn du ihnen den Raum gibst und sie ausdrückst.
00:11:03: Da entsteht eben die Scham ganz oft wo wir auch ein Gefühl für verboten halten.
00:11:11: Du darfst Erleichterung spüren, du darfst gleichzeitig die Traurik fühlen... die über einen Moment freuen und so weiter.
00:11:20: Und sofort alles darf nebeneinander stehen.
00:11:23: Ich kenne auch Sachen, also dass sie dann für bestimmte Gefühle geschämt haben wie zum Beispiel mein Neid.
00:11:32: Also ich bin oft durch die Strassen spaziert und war neidisch auf jeden.
00:11:39: Auf andere, die zum Beispiel ihre Geschwister noch kräthand auf Studenten oder Studentinnen alles hinkriegt, die weiter leben wie bisher.
00:11:50: Die auf Partys gehen und so weiter... Und ich habe mich so geschämt für dieses Gefühl weil ich das gar nicht von mir kannte und weil ich auch eigentlich niemandem was Schlechtes oder Böses gewünschen hatte.
00:12:04: Ich wollte eben urfach genauso sein wie sie und es war einfach diese Sehnsucht.
00:12:09: Und dann eben daraus entwickelt hat sich dieser Neid, und dann eben wieder die Scham.
00:12:14: also ein teufels Kreislauf manchmal.
00:12:18: aber Es gibt keine falschen Gefühle in der Trauer nur gefühle eben Die gesehen werden wollen von dir und natürlich auch von anderen Also von Menschen die dir Sicherheit geben.
00:12:31: Punkt Nummer drei Die Scham nicht mehr zu funktionieren.
00:12:37: Da gibt es ja den Haushalt, die Arbeit der Alltag und plötzlich geht vieles einfach nicht mehr einfach so easy peasy nebenbei oder so und man schämt sich schnell dafür weil man eben gewisse Aufgaben einfach nem Schaft, nem Hinkriegt, die früher einfach so selbstverständlich und urfach waren.
00:12:59: Und nach außen tut man dann oft so, als würde man alles im Griff holen.
00:13:04: Das würde alles normal ablaufen und innerlich ist man halt total am Limit.
00:13:11: Trauer braucht da einfach ganz viel Energie!
00:13:16: Die Konzentration zum Beispiel, lasst nach.
00:13:19: Der Antrieb die Belastbarkeit sinkt.
00:13:22: Das alles ist ganz normal und der Körper steht einfach in einem absoluten Dauerstresszustand.
00:13:29: Und das ist vollkommen logisch dass da natürlich ja das auch nicht so funktioniert und läuft wie es da vorbaut.
00:13:36: oder man will ja auch einfach nur dazu kehren wenn es vielleicht nicht das beste ist, diese Leistungskultur was man hat.
00:13:44: Aber irgendwie will man trotzdem auch so dazu kehren und Teil davon sein oder wenn es uns eigentlich insgesamt gar nicht so gut tut.
00:13:54: Ja und diese Leistungskultur lässt aber eben trauer einfach keinen Raum und das muss eben alles getaktet und genauso weiterlaufen.
00:14:03: Und da habe ich mich selber persönlich natürlich geschämt bei mir im Bezug auf die Uni vor allem Weil ich eben andere Vorbeirauschen habe gesehen, die die Prüfungen abgelegt haben.
00:14:15: Easy peasy eben und Seminararbeiten innerhalb von einem Tag abgeben und geschrieben hat und ich ans Ohrfach nicht mehr hinkriege.
00:14:23: Ich bin in der Bibliothek gesessen mit vielen Freunden gemeinsam Freundinnen, habe Texte gelesen und habe mich null konzentrieren können – nix!
00:14:34: Ich habe auch Blatt gelesen Trink stand und andere dann in der Mittagspause, die dann erzählt haben.
00:14:41: Ah ja ich habe schon so viel geschafft und jetzt hab' ich nur noch dreißig Seiten und ich muss nur noch das machen usw.
00:14:46: Und ich hab mir die ganze Zeit gedacht Scheiße man!
00:14:48: Wieso schaff ich das einfach nicht?
00:14:50: Das muß doch jetzt echt möglich sein.
00:14:52: Und... ...hab' mich einfach im Grunde um Boden geschämt und kaum jemanden oder ja also davon berichtet.
00:14:59: Ich hab' dann auch nach außen ganz viel da als würde es hinkriegen.
00:15:02: Ah ja, ich habe auch genau so viel geschafft und easy ist ja leicht usw.
00:15:07: Und dann aber natürlich im Hintergrund immer wieder zu den Professoren und Professorinnen gehen müssen und sagen müssen Ich schaff es nicht die Seminararbeit abzugeben.
00:15:16: Ich hab's nicht geschafft, ich hab das nicht hinkriegt.
00:15:18: Das war also ein krasses Schamgefühl was sehr unangenehm in der Zeit.
00:15:28: Also dass du weniger gerade schaffst ist absolut kein Versagen an der Stelle sondern es ist einfach die logische Schlussfolgerung, weil dein Körper gerade anderweitig beschäftigt ist mit der Trauer.
00:15:41: Punkt Nummer vier Die Scham über den eigenen Körper und seine Reaktionen.
00:15:48: Zum Beispiel wenn man anfängt weinen oder eine Panikattack oder so was hat dann zieht das mal los Der ganze Körper reagiert Man kriegt vielleicht eine Luft-Schnappatmung Dafür schämt man sich dann direkt natürlich.
00:16:04: Und da sind noch andere Sachen wie zum Beispiel, dass man so erschöpft ist... ...dass die Haut davon mal ganz anders ausschaut,... ...das die Verdauung nicht funktioniert und das man nicht schlafen kann.
00:16:15: Dass das Gewicht des Körpergewichts sich drastisch verändert oder so.
00:16:20: Also viele empfinden den eigenen Körper in der Trauer ja auch als Außerkontrolle ungefähr.
00:16:27: der eigene Sein oder dass er verrückt spielt, und man fühlt sich fremd im eigenen Körper.
00:16:34: Und dafür schämt man es sich dann auch schnell.
00:16:37: Und da wieder dieses Gefühl, andere kriegen's ohr hin.
00:16:40: und wieso haben die alle einen Körper, der funktioniert?
00:16:43: Und wo es gut und rund läuft?
00:16:45: Bei mir ist alles durcheinander und ich spüre meinen Körper gar nicht mehr so ungefähr.
00:16:52: Und hier habe ich natürlich Ähnliches erlebt, dass sie uns zum Beispiel ganz arg reagiert auf unterschiedliches Essen, also ganz stark auf Weizenprodukte zum Beispiel die gar nicht wirklich essen und kennen weil man direkt schlecht waren ist.
00:17:10: Übelkeit, Durchfall so was in die Richtung und dann habe ich halt echt extrem schauen müssen was sie ist und was sie nicht isst.
00:17:18: und wenn man dann irgendwie mit der Gruppe oder Freundin oder so in ein Restaurant gegangen ist, habe ich immer draufschauen müssen Kann ich das überhaupt essen?
00:17:26: Gibt es da etwas, was sie essen kann ohne dass sie gleich aufs Klo springen muss und so?
00:17:30: Das war so unangenehm für mich.
00:17:32: Und die haben immer gefühlt wie eine extra Wurst... ...und habe mich dafür extrem geschämt, dass sie das nicht hinkriegt.
00:17:39: Dass mein Körper nicht so funktioniert wie andere Körper gerade in dem Moment!
00:17:44: Da möchte ich dir aber auch mitgeben.
00:17:46: Dein Körper macht nichts wirklich falsch.
00:17:49: Er reagiert einfach.
00:17:50: Er zorgt ganz ehrlich wie groß dein Verlust gerade ist und ja, dass er grad nicht anders kann.
00:17:58: Und das er da eigentlich auch sein Bestes gibt in dem Sinne.
00:18:03: Dann Nummer fünf die Scham weiterzuleben zu lachen glücklich zu sein.
00:18:10: Es gibt ja immer so irgendwann diesen ersten unbeschwerten Moment nach dem Verlucht.
00:18:15: vielleicht hast du ihn schon erlebt oder noch nicht?
00:18:18: Und dann kommt oft so direkt des schlechten Gewissen schämt sich schnell so für diese Leichtigkeit.
00:18:25: Oder dass man jetzt ein paar Sekunden nicht an die Person gedacht hat oder traurig war und es fühlt sich dann wie so einen Verrat an, also man stellt sich ja auch Fragen darauf, wie das jetzt überhaupt wo doch der geliebte Mensch gar nicht mehr da ist und verstorben ist.
00:18:42: Das darf ich mir doch wohl nicht erlauben usw.. Freude und Trauer schließen sich nicht aus.
00:18:50: Ich weiß nicht, warum mir das so krass in unsere Köpfe hand.
00:18:54: Sie kommen im selben Moment an.
00:18:56: Sie kann mich freuen und gleichzeitig unendlich traurig sein... ...und ich darf mir aber freuen und erst fünf Minuten später trauriger sein!
00:19:05: Das kann ich natürlich machen.
00:19:08: Und diese Art von Charme ist extrem weit verbreitet und gleichzeitig menschlich.
00:19:14: Also sie gehört einfach dazu.
00:19:17: Dieses Weiterleben und weitermachen und vielleicht sogar auch wieder irgendwann Wünsche oder Ziele zu entwickeln, bedeutet eben nicht irgendein Verrat.
00:19:28: Sondern ist Teil des Trauernsinnkeits genauso dazu.
00:19:31: Und nur weil du nach vorne mal blickst zwischendurch und einen Wunsch äußerst oder ein Ziel hast oder so, bedeutet es nicht dass du weniger liebst oder weniger trauerst sondern... Es integriert sich sozusagen in dieses neue Leben und es darf alles gleichzeitig da sein.
00:19:49: Das ist das Allerwichtigste!
00:19:51: Und auch das habe ich selber erlebt, kann mich noch erinnern an meine erste große Fernreise nach Sri Lanka, knapp ein Jahr nach ihrem Tod... ...und sie wollte immer weit weg und die Welt entdecken usw.. Ich habe mir richtig gefreut und ich wusste nicht im Flieger und es war so aufregend und super!
00:20:12: Ich kann mich doch jetzt nicht freuen.
00:20:15: Sie hat das nie erleben dürfen und ich sitze da und eigentlich muss sie da sitzen, und nicht ich.
00:20:20: Und die habe auch ganz stark nur mit Schuld zum Kämpfen gehört.
00:20:24: Also das war schon sehr heftig!
00:20:26: Und die haben mir dann echt so geschämt dass sie mich da so gefreut haben und haben dann zwischendurch wirklich absichtlich meine Freude immer wieder geschmälert klurn gehalten Abtauchen und sagen, so toll ist das ohne Dach.
00:20:43: Es war wirklich schwierig für mich.
00:20:49: Kennst du wahrscheinlich selber?
00:20:51: Aber eben, du darfst weiterleben!
00:20:52: Du darfst dich freuen!
00:20:54: Du durftest lachen und gleichzeitig bedeutet es nicht, dass deine Liebe kleiner wird dadurch.
00:21:03: Punkt Nummer sechs unserer letzten Punkt ist die Scham Hilfe zu brauchen.
00:21:10: Das kennst du vielleicht auch.
00:21:13: Viele schämen sich und sagen oder haben das Gefühl dann oft so, es nicht allein hinzukriegen, es ist nicht allein zum schaffen.
00:21:23: um Hilfe bitten fühlt sich an wie eine Schwäche, wie eine Last für andere.
00:21:29: Und so bleibt man oft eben allein mit dem Das eigentlich jetzt Begleitung braucht, weil er gerade oft das Umfeld wenig Verständnis hat.
00:21:39: Dann ja umso mehr dass man sich dann irgendwo Hilfe holt sei es eben Freundinnen die wirklich da noch verständnishand oder eben professionelle Begleitungen
00:21:50: etc.,
00:21:51: Weil grad wenn wir so Krisen erleben sind mir Menschen eigentlich oder auf ausgelegt in Verbindung zu kommen, also miteinander das durchzustehen.
00:22:02: Und es ist einfach ein krasser Mythos dieses Starkes alleine durch und Schwach ist jemanden um Hilfe zu bitten.
00:22:11: Dieses Alleine-Durch macht die Trauer und den Weg viel schwerer anstatt leichter.
00:22:19: Diese Hilfe annehmen ist eine Form von der Größten und notwendigstens selbst für Sorgen.
00:22:26: Also extrem wichtig!
00:22:28: Aber heimt kann ich scheit reden, sage ich gleich an der Stelle.
00:22:33: damals ging es mir nicht anders also ich habe mich wirklich aus der Art geschämt es nicht allein hin zum kriegen haben dann schnell Therapie angefangen.
00:22:41: das war da noch so okay.
00:22:42: man dachte ok ja passt ist Trauma usw.
00:22:46: brauchst therapeutische Hilfe.
00:22:48: Aber wo ich mich ganz schwer dohren war, finanzielle Unterstützung anzunehmen.
00:22:52: Weil die haben ja studiert und dann war ich auch noch im Krankenstand lang... ...und dann eben kaum Geld kriegt wirklich meine Miete zum bezahlen und so.
00:23:00: Und eine Freundin hat mir dann eben erzählt es gibt so einen Unterstützungsfonds in der Uni, die eben bei so Krisen hilft.
00:23:07: Und wie man dacht, na das ist ja voll peinlich!
00:23:10: Das kann ich doch nicht annehmen.
00:23:11: usw.. Ich hab mir die ganze Zeit gedacht, das andere Hand ist doch viel mehr verdient.
00:23:17: Und ich bin ja jetzt nicht so arm also wie auf der Strasse jemanden, der obdachlos ist oder so und ... Ja, die hat dann so gut zugerätet dass sie das dann doch gemacht haben und auch angenommen haben.
00:23:31: aber ich hab es kaum jemandem erzählt weil ich mich so abgrundtief geschämt habe Dass ich das jetzt nicht allein hinkriege da nebenbei Soviel zu arbeiten Unterhalt unerbestreiten kann.
00:23:45: Also ja, total bescheuert einfach was man sich da im Kopf alles einredet furchtbar.
00:23:52: Also Hilfe zu brauchen ist total menschlich.
00:23:54: unser Nervensystem ist darauf ausgelegt auf Okkoregulation.
00:23:59: miteinander Unterstützung und der Mut sie anzunehmen das ist die wahre Stärke.
00:24:06: Kann ich das sagen?
00:24:09: Das waren die sechs Punkte wo ich sage dass ist mir immer wieder begegnet bei meinen Trauerenden, die begleitet haben und auch bei mir selber natürlich.
00:24:18: Es gibt sicher noch einiges mehr aber das waren glaube ich so mal die Basis, die Kernpunkte.
00:24:24: Und ja Scham lebt einfach auch vom Schweigen und vom Verstecken und in dem Moment in dem sie ausgesprochen oder geteilt wird verliert sich eigentlich auch an Macht!
00:24:37: Und du bist mit dieser Scham nicht allein.
00:24:39: Hoffentlich hast du es jetzt auch gespürt und gemerkt, sie ist absolut Teil sehr vieler Trauer wegen.
00:24:45: Ihr erlebst wirklich tagtäglich mit meinen Trauern in meinen Programmen Und dass du die Schämisch bedeutet und nicht das möchte ich nochmal sagen Dass du irgendwie schlechter trauerst oder irgendwas falsch mit dir ist.
00:24:58: Im Gegenteil alles stimmt mit dir.
00:25:01: Alles ist ok so wie du es machst.
00:25:03: Jetzt noch den Bewegungsimpuls für dich.
00:25:06: Und zwar geht es ja in der Scham, im Gefühl ganz stark darum dass du eben nach vorn gebeugt und gekrümmt bist.
00:25:13: Und jetzt versucht man mal so ganz langsam und sachte die zu öffnen.
00:25:18: also komm gern in einen Stand oder einen Sitz.
00:25:21: Die Füße spüren fest den Boden die eine Hand legst du auf dein Herzbrustkorb und die andere auf den Bauch.
00:25:30: Das ist so eine Art G-Stamer, die ich gerne mache.
00:25:32: Ich bin ganz bei mir in Kontakt mit mir und spür mich.
00:25:38: Und dann kann ich mal zwei oder drei tiefe Atemzüge nehmen, auf einmal durchatmen und ankommen bei dir.
00:25:45: Im nächsten Schritt dann versuchst du immer beim Einatmen den Brustkorb ein bisschen mehr zu öffnen um den Blick einer kleinen Stück nach oben zu richten aber nur soweit bis es noch gut anfühlt.
00:26:01: Wenn du magst, kannst du gerne so Situation oder irgendwas hernehmen wo du dich schämt hast um da ein bisschen mehr reinzugehen in das Gefühl.
00:26:10: Wie fühlt sich es an wenn du eben dann einatmest?
00:26:14: und die ein bisschen aufrichtig und dann ausatmisch und aber nicht wieder einsingern?
00:26:20: Und dann wieder einatmen?
00:26:23: Die wieder mehr aufrichten und ausatmen und in dieser Aufrichtung bleibst.
00:26:30: Und das kannst du einige Atemzüge so wiederholen, dass du am Ende so richtig kraftvoll groß aufgerichtet da stehst und gern darfst du bei jedem Atemzug immer wieder innerlich sagen ich darf gesehen werden und ich darf mit zeigen wie ich bin oder ich darf so sein wie Da kannst du dir natürlich selber deine Sätze auch zurechtlegen, dass sie sich angenehm anfühlen.
00:27:05: Also probier das gerne einige Male, richte dich schön auf, mach fünf bis zehn solcher Atemzüge und spür mal rein, ob er körperlich gedanklich was sich da in dir tut und wie sich das Ganze anfühlt In meinem Programmgefühlskraftreise, das du vielleicht schonmal gehört hast, dann machen wir genau Also wir kümmern uns um diese Emotionen.
00:27:30: Wir bringen sie in Bewegung, wir spüren ihnen Körper und lernen diese Emotionen kennen und was sie eben mit uns machen.
00:27:39: Und da geht es um ganz vieles.
00:27:42: also einerseits um Trauer im Körper verstehen statt eben dagegen anzukämpfen die eigene Scham, Stress und andere Reaktionen erkennen, sanft regulieren.
00:27:53: Sich selber immer wieder spüren lernen bei sich im Körper wieder ankommen.
00:27:58: Und natürlich auch ein ganz großer Punkt mit anderen Trauerenden in einem geschützten Rahmen unterwegs sein.
00:28:04: Sich in der Form Unterstützung zu holen.
00:28:07: Schritt für Schritt auch Wiederhalt, Orientierung und Selbstkontakt finden!
00:28:12: Du kannst dir auf die Warteliste setzen, du findest den Link dazu in den Show Notes.
00:28:18: Das ist ganz unverbindlich und du kannst dann gleichzeitig so einen ersten kleinen Trauercheck für dich machen Und wir öffnen nämlich schon wieder Ende Juli für die Wartenliste inklusive zwei richtig tollen Bonusworkshops.
00:28:32: nur für die warte Liste Ja macht es gerne und vielleicht treffen wir uns dann bald in einem live workshop live training live plaudereinheit alles was die gefühlskraftreise dann mit sich bringt schaut ihr das gern an.
00:28:49: Und wenn dir diese folge schon ein bisschen helfen hat kennen und halt geben, hat es dann freue mich extrem über eine sterne bewertung von dir auf spotify oder apple was jetzt überall möglich ist.
00:29:05: Ein paar Sterne drauf freue ich mich und es hilft, dass andere Trauerende den Podcast besser, leichter finden.
00:29:14: Ja dann danke fürs Zuhören und bis zur nächsten Folge!
00:29:18: Tschüss!
00:29:22: www.zählensport.at und auch auf Instagram und Facebook unter Seelensport, für noch mehr Ideen rund um deine Trauer und deine Gefühle!
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