#147 Vom Flugzeugabsturz zur Trauerrednerin: Nicole Würstle über den Verlust beider Eltern

Shownotes

„Mama und Papa haben mir in dem Moment einfach die nötige Kraft gegeben."

Mit 28 Jahren verlor Nicole beide Eltern gleichzeitig durch einen Flugzeugabsturz – und erfuhr es noch vor dem Anruf der Kriminalpolizei aus dem Internet. In dieser Folge erzählt sie, wie sie die ersten Wochen überlebte, eine Beerdigung mit fast 1000 Menschen organisierte und dabei selbst die Trauerrede hielt. Ich nehme dich mit in ein sehr offenes Gespräch über das Begreifen ohne Abschied, über Schwangerschaft mitten in der Trauer und über das, was Worte in den schwersten Momenten leisten können. Aus der SeelenSport-Perspektive berührt diese Folge besonders, wie sehr der Körper diese doppelte Last trägt – und was uns trotzdem trägt. Eine Folge, die zeigt: Auch aus dem tiefsten Verlust kann ein neuer Weg entstehen.

✅ Wie Nicole den plötzlichen Doppelverlust ihrer Eltern erlebte – und was ihr in der Anfangszeit wirklich half ✅ Schwanger im ersten Trauerjahr: Wenn Freude und tiefe Trauer gleichzeitig da sein dürfen ✅ Warum Nicole heute ausgebildete Trauerrednerin ist – und was Worte in Trauerfällen wirklich bewirken können

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Trauerwelle ist der SeelenSport® Podcast für trauernde Menschen, die selbstsicher und mutig ihre Trauerwellen surfen wollen. Du erfährst, wie du deiner Trauer Raum und Zeit gibst und aus ihr deine körperliche Kraft zurückgewinnst. Denn Trauerwellen sind anstrengend und kosten Kraft, wenn sie über dich hereinbrechen, du sie ignorierst oder versuchst zu unterdrücken. In den einzelnen Podcast-Folgen leitet dich Katy Biber liebevoll und achtsam, und gleichzeitig mit Leichtigkeit durch die Wellen der Gefühle, damit du deine Trauer verstehst und den Mut findest deinen eigenen Trauerweg selbstwirksam zu gehen.

Transkript anzeigen

00:00:00: Wenn beide Eltern gleichzeitig sterben, bricht nicht nur eine Welt zusammen.

00:00:06: Es bricht ein ganzes Fundament weg – der Anker das Herz der Familie beides auf einmal!

00:00:13: Mein heutiges Gespräch mit Nicole Würstle geht genau dorthin wo es wirklich wehtut in diesem Moment als sie mit achtundzwanzig Jahren durch das Internet vom Tod ihrer Eltern erfuhr bevor die Kriminalpolizei an ihrer Tür stand In die Schwangerschaft mitten im ersten Trauerjahr und in die Frage, wie man Abschied würde folgestaltet wenn man keine Kraft hat.

00:00:38: Nicole spricht darüber als Tochter, als frisch gebackene Mama und als ausgebildete Trauerrednerin sehr offen und sehr berührend.

00:00:48: Wenn du gerade selbst mitten in deiner Trauer steckst und wissen willst, wie jemand anderes diesen Weg gegangen ist dann ist diese Folge für dich.

00:00:57: Ich sprich auch in dieser Folge über mein Online-Programm Gefühlskraftreise.

00:01:02: Du kannst sie dafür gern schon auf die Warteliste setzen, wir öffnen wieder im Sommer!

00:01:07: Den Link dazu findest du in den Shownotes.

00:01:10: Trauerwelle – dein Seelen-Sport Podcast für einen sicheren, ehrlichen und bewegten Weg durch all deine Trauergefühle hindurch von und mit mir Kati Bieber.

00:01:26: Liebe Nicole Schön, dass du heute hier bist in meinem Podcast Trauerwelle.

00:01:30: Wir kennen uns ja schon eine ganze Weile.

00:01:33: Magst Du die vielleicht erst mal kurz vorstellen?

00:01:36: Wer bist Du?

00:01:36: Wo lebst Du?

00:01:37: Was machst Du so?

00:01:39: Erzähl uns was von Dir!

00:01:41: Ja gerne.

00:01:42: Erstmal hallo liebe Kathi.

00:01:44: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:46: Ich freue mich total, dass wir da heute zusammen ein Gespräch aufnehmen.

00:01:51: und Ja, kurz zu mir.

00:01:53: Ich bin Nicole und ich komme aus dem Unterallgäu.

00:01:57: Ich habe einen Sohn und lebe mit meinem Mann und einem Hund zusammen.

00:02:04: Genau, zu viert sind wir hier.

00:02:08: Und dein Sohn ist ja nur ganz klein, eineinhalb Jahre alt?

00:02:12: Genau, richtig!

00:02:14: Das heißt turbulente Alltag wahrscheinlich gerade...

00:02:17: Ja, das auf jeden Fall.

00:02:19: Jeden Tag eine neue Herausforderung.

00:02:22: Und gleichzeitig schön, gell?

00:02:24: Ich kenne es!

00:02:25: Ja ja genau, ich fängt jetzt an zum Brabbeln.

00:02:27: Das ist total nett was da so rauskommt und lass mir ihn tatsächlich schon immer mehr versteht.

00:02:29: Das is richtig spannend.

00:02:37: Ja und wie ich schon gesagt habe wir kennen uns schon die ganze Weile nämlich seit zwanzig dreiundzwanzig.

00:02:41: schon im März zwanziger ist nämlich etwas passiert des drei Leben ob er radikal verändert hat, ganz schlimm.

00:02:49: Deine Eltern sind borde durch einen Unfall verstorben.

00:02:53: Magst du uns damals erzählen wie ist da zu kommen?

00:02:55: Was ist da passiert?

00:02:58: So viel wie du die damit wohlfüllst.

00:03:02: Genau also das ist jetzt drei Jahre her.

00:03:05: meine Eltern waren zusammen unterwegs sind also zusammentödlich verunglückt.

00:03:10: mein Papa war Pilot und hat mit meiner Mama zusammen einen Tagesausflug gemacht.

00:03:18: Und dann gab es in dem Zusammenhang nen medizinischen Notfall, dabei ist das Flugzeug abgestürzt, mit dem die beiden unterwegs waren.

00:03:29: Und Mama und Papa waren beide sofort tot.

00:03:33: Das ganze geschah damals morgens um neun rum.

00:03:38: Die Kriminalpolizei hat mich erst abends um achtzehn Uhr informiert weshalb ich das Ganze dann schon nachmittags aus dem Internet erfahren habe.

00:03:49: Ach wie krass, aber warum?

00:03:53: Weiß

00:03:53: ich nicht!

00:03:55: Darauf gibt es bis heute keine Antwort.

00:03:58: Wir hatten hier vor Ort mit den Kriminalpolizisten sehr viel Glück.

00:04:02: Es waren zwei ganz tolle Menschen.

00:04:05: die waren einfach sehr menschlich.

00:04:07: Vor Ort mit dem Kriminal-Polizisten haben wir das leider ganz anders erlebt Genau.

00:04:16: Und ja, ich war damals achtundzwanzig und hab dann sowas natürlich nie gedacht.

00:04:22: also Ich dachte immer wir hätten noch so viel Zeit und Wir hatten einfach auch nicht wahnsinnig gute Beziehung in der Familie.

00:04:32: Ich habe noch einen jüngeren Bruder.

00:04:34: Also wir waren auch immer zuviert.

00:04:39: Ja, meine Eltern waren einfach, das waren tolle Menschen.

00:04:41: Also wir hatten eine gute Beziehung und ich habe zu den beiden als Eltern auch immer aufgeschaut.

00:04:48: Und wo oder wie weit entfernt warst du zu dem Zeitpunkt?

00:04:52: Und wo war der Bruder?

00:04:53: War er bei dir in der Nähe oder?

00:04:56: Das war... Der Unfallort ist drei hundert Kilometer von uns entfernt circa.

00:05:01: Und als dann die Kriminalpolizei bin, mir vor der Haustür stand war mein Bruder in der Arbeit.

00:05:11: Ich hatte einen kürzeren Arbeitsweg, ich war dann schon daheim und hab daheimales übers Internet erfahren.

00:05:26: Inwiefern?

00:05:26: Weil es ist ja nicht so, dass meistens nicht namentlich genannt wird.

00:05:31: So weit bei Unfällen... Also ... Woran hast du sofort gewusst, dass es deine Eltern sind?

00:05:42: Mein Papa war immer auf dem Handy erreichbar.

00:05:45: Also wirklich immer oder?

00:05:47: er hat ziemlich bald zurückgerufen.

00:05:49: das war einfach meine verlässliche Handynummer.

00:05:51: auch und an dem Tag hat mein Mann mehrfach versucht ihn anzurufen und hat sich dann auch mehrmals bei mir gemeldet und gesagt habe ich erreicht ein Papa nicht ganz komisch Und am Anfang erinnert und dachte ja mal dann ruft der schon zurück.

00:06:07: Und ja, irgendwann sind wir das dann nachmittags noch mal gesagt.

00:06:11: Total nur dach komisch.

00:06:13: und dann habe ich mal meinen Bruder gefragt ob er weiß was los ist und dann hat er gemeint also ich hab zu dem Zeitpunkt nochmal daheim geholt.

00:06:21: das heißt ich wusste auch nicht dass die im Flugzeug unterwegs sind.

00:06:25: da stellen sich jetzt viele vor komisch.

00:06:27: jetzt hat sie gerade von einer guten Beziehung erzählt und weißt es net aber das war halt ein Hobby wie wenn jetzt jemand aufs Rennrad steigt und seine Stunde die Tour fährt.

00:06:37: Da erzählt man auch nicht, also man ruft da auch nicht dabei der Tochter an, die wo anders wohnt und sagt hey du ich steige jetzt auf das Fahrrad.

00:06:44: Na

00:06:44: voll nicht!

00:06:44: Also wenn ihr an meine Eltern denkt, keine Ahnung was sie den ganzen Tag machen so, gell?

00:06:49: Genau,

00:06:49: genau.

00:06:50: Das kriegt man halt mit, wenn man zu Hause ist, zu Hause wohnt.

00:06:55: Dann hat er gesagt, die sind mit einem Flugzeug unterwegs und machen einen Tagesausflug.

00:07:00: Und dann ist es mir sehr komisch vorkommen... ...und dann habe ich einfach mal googleden.

00:07:09: Also ich hab's dann auch probiert auf dem Handy.. ..und dann war eben nicht dieses erst gar nicht... also erst nicht erreicht was sondern das ist dieses... Also da ging gar nichts durch.

00:07:17: und dasselbe dann bei meiner Mama auch.

00:07:22: Die Handys waren einfach von dem Unfall so zerstört,... Da hat es nicht mehr geläutet.

00:07:28: Genau, und dann habe ich Google und dann war das sehr klar weil die Presse heutzutage ja leider sehr schnell an Informationen kommt und da dann auch konkret sagen kann, die kommen aus dem Unterallgäu und haben circa das Alte und ja, dann war mir das klar, dass passiert ja doch nicht allzu häufig.

00:07:52: Also das war dann so wie eins plus eins zusammenrechnen, alles hat zusammenpasst.

00:07:58: Und was ... also in dem Moment hast du Huren gesagt?

00:08:02: Hast du es erfahren?

00:08:04: Aber ohne da ganz klar von jemand ausgesprochen.

00:08:08: Man ist ja doch vielleicht noch ein bisschen in der Hoffnung oder irgendwie Panik und vielleicht auch nicht oder so.

00:08:15: Ja!

00:08:16: Wie viel später war die Kriminalpolizei bei dir?

00:08:21: Das war nicht arg viel später, das hat sich dann ziemlich wahrscheinlich um Minuten kandelt.

00:08:28: Es kommt einem sicherlich vor als wären es Stunden gewesen.

00:08:31: Es waren aber denke ich Minuten wo ich aus dem Fenster geschaut habe und einfach den typischen schwarzen BMW-Vorfahren hab sehen und dann war mir das klar.

00:08:42: also ich bin denen dann auch entgegen gelaufen und mir war dann klar was da jetzt kommt.

00:08:48: Was war dann der nächste Schritt, weil das war ja so diese große Entfernung?

00:08:51: Du hast gesagt vor Ort.

00:08:52: Das hast du bist dann auch mit deinem Bruder zusammen dorthin oder?

00:08:56: Genau.

00:08:57: also erst mal war der nächsten Schritt Mein Mann war zufälligerweise an dem Tag schon daheim und er kommt in der Regel sehr spät von der Arbeit Und an dem tag ging es ihm nicht so gut und er kam heim was normal auch nicht vorkommt wenn's ihm nicht gut geht Sieht ihr das halt trotzdem durch?

00:09:19: So die Männer halt.

00:09:21: Und da kam er dann heim und dann war er schon da, um die Kriminalpolizei... ...und dann war eigentlich das Wichtigste für mich, dass wir meinen Bruder zu mir kriegen.

00:09:33: In der Hoffnung, dass er nicht weiß was passiert ist besser bei mir ist.

00:09:37: Genau!

00:09:39: Da haben die Kriminalpolizisten kurz mein Bisschen gebrenzt weil sie sich nicht klar waren was ich da jetzt sage wenn ich telefoniere.

00:09:46: Und irgendwann habe ich einfach das Handy genommen und hab den angerufen.

00:09:49: Ich hab das mit ihm ausgemacht, dass er zu mir kommt... ...und hab ihm nichts davon gesagt.

00:09:56: Er hat mich auch nix angemacht!

00:09:58: Ich wusste aber nicht, dass ihn halt genauso wie mir ging.

00:10:01: Und er hat auch schon googleden gehabt.

00:10:03: Das war ihm auch schon klar was passiert ist.

00:10:05: Genau dann, es war ja dunkel abends und dann war er bei uns, mein Bruder Und dann kam nur seine Freundin und dann waren wir sozusagen zuviert.

00:10:18: Dann hat man halt mit den Kriminalpolizisten so die nächsten Schritte besprochen, und dann haben sie uns gefragt ob wir an die Unfallstelle wollen.

00:10:27: Das war für uns wichtig dass wir das sehen weil es so unvorstellbar ist.

00:10:34: Dass es nicht wie bei einem Auto, dass ein Autounfall hat und man da einfach nur einen Autorachs sieht sondern da ist sehr, sehr wenig noch da, weil es ein Kleinflugzeug war und das ist natürlich sehr leicht gebaut und somit sehr schnell in sehr viele kleinen Teile zerstört worden.

00:10:58: Genau!

00:10:59: Und dann sind wir am Tag danach an die Unfallstelle gefahren.

00:11:04: Wie war das für euch da zum sein?

00:11:07: Ist das eher so Schockstarre gewesen oder war dann, dass die Emotionen rausbrochen sind?

00:11:12: Das ist ja bei jedem immer unterschiedlich.

00:11:18: Wir waren alles sehr ruhig wir waren auch alle sehr klar.

00:11:21: Das waren wir auch eigentlich Tusschuhr durch.

00:11:28: Wir haben uns aber einfach dann auch die Zeit genommen das ganze Gebiet anzuschauen.

00:11:33: also es war ein großes Gebiet auf dem die Teile lagen und Kriminalpolizist vor Ort, dem was zu kalt.

00:11:43: Der wollte in sein Auto sitzen und hat uns dann erklärt da oben findet so nix mehr wichtig ist.

00:11:48: Und dann haben wir zehn gesagt er kann gerne sitzen besser und weiter.

00:11:52: zum Glück haben wir das gemacht Weil da oben dann schon noch ein paar persönliche Dinge einfach waren die natürlich für den Polizisten keine Bedeutung haben.

00:12:04: Für uns hat aber halt eine Decke die wir genau erkennen dass sie zu Mama und Papa hören Ne Bedeutung, genau.

00:12:12: Aber es war.

00:12:13: weiterhin waren wir sehr klar und eigentlich auch schon organisieren wie geht's jetzt weiter?

00:12:19: was ist jetzt zu tun?

00:12:22: Also das ist schon echt immer wieder erschreckend.

00:12:24: du kennst ja also ein bisschen oder ich weiß nicht viel von meiner Geschichte genau verfolgt hast oder kennst aber ich habe ja diese Begegnungen mit der Kriminalpolizei also generell bei der Suche war sie auch schon schwierig mit der Polizei am Anfang zumindest Und dann kann ich mich auch noch erinnern, wie du sagst.

00:12:41: Dieser Wert hat das überhaupt nicht im Blick.

00:12:44: Wir haben damals ja die Piercings und Schmuckteile von ihrem Körper übergeben gekriegt.

00:12:51: Das ist irgendwie sieben Monate später oder so... ...und ich habe meine Schwester auch nie gesehen.

00:12:55: also es hat ja nie ein Begreifen zu geben.

00:12:59: Der Kriminalpolizist hat uns das so verholen mit ihm im Gang Da hingeschleudert auf den Tisch.

00:13:05: Ja, das ist ja das Beweismaterial.

00:13:06: was übrig ist ausklärt die ganzen Perlen und alles in alle Richtungen und du hast sofort gesehen total deformiert und vom Wasser und so.

00:13:14: Und Du stehst da oder?

00:13:17: Und dann die reißt sein Boden unter die Füße wieder mal weg und der macht es so locker-flockig mitten im Alltag.

00:13:25: So war's das habe ich jetzt wieder.

00:13:29: Also manchmal fragt man sich wirklich, was machen diese Menschen in so einem Beruf?

00:13:33: Oder

00:13:35: ich fand das total erschreckend.

00:13:39: Ja es war einfach auch wahnsinnig schade dass eben die beiden die hier vor Ort bei uns waren und die wirklich menschlich waren und wirklich auch glaube ich verstanden haben was das für uns bedeutet Anführungszeichen, die Überbringer der Nachricht waren.

00:13:54: Also sie konnten ja nicht wirklich mehr für uns tun.

00:13:57: wenn wir die vor Ort gehabt hätten also am Unfallort dann wäre das sicherlich viel haltgebender gewesen.

00:14:07: Ja aber ich weiß auch nicht was vorher Menschen auf solchen Positionen tun.

00:14:13: Das

00:14:13: ist so wichtig weil man muss es wirklich verstehen diese Punkte sind essentiell folgenden Trauerprozess.

00:14:21: Das ist etwas, was wenn man jetzt Jahre später noch drüber riecht und bei mir ist es dreizehn Jahre her und trotzdem gibt man das heute noch einen Stich und verletzt mich, wenn ich zurückdenke.

00:14:34: Es behindert einfach so vieles an dem Prozess der eh schon schwer genug ist.

00:14:42: Und deswegen sage ich immer wieder im Podcast in der Hoffnung dass es jeder hört!

00:14:49: So, kann man nicht oft genug sagen.

00:14:50: Echt?

00:14:52: Ja es ist halt unverständlich weil der Aufwand für den Kriminalpolizisten wäre eigentlich gering was dem gegenübersteht was das den Angehörigen bedeuten würde.

00:15:06: also einfach nur ein bisschen auf Augenhöhe und ein bissel Zeit mitbringen und... Das war's ja so!

00:15:17: Also arg vielmehr Erwarten wird doch gar

00:15:20: nicht.

00:15:23: Und wie ist dann mit deinem Bruder weitergegangen?

00:15:25: Was war dann so der nächste Schritt, weil du gesagt hast, hier sei es dann auch direkt ins Organisieren kippt?

00:15:32: Die Mama und Papa waren ja weit weg von Unglück, also dreihundert Kilometer zirka.

00:15:38: Dann ist natürlich die Frage, wie kommen sie denn nach Hause?

00:15:44: Genau auf dem Heimweg vom Unfallort weiß ich noch, wie ich gefragt habe sucht man jetzt einen Bestatter aus, weil also ich hatte zuvor keine Berührungspunkte mit einem Bestatter.

00:15:58: Als meine Urober und meinen Uropa verstorben sind haben das meine Eltern übernommen.

00:16:04: Ich habe noch nie ein Bestatter aussucht Und genau so ging es dann halt.

00:16:09: und dann eben den Bestatter Aussuchen Wie kommen die beiden zu uns?

00:16:16: Weil wir ja eben soweit weg sind war die Frage Wie geht es?

00:16:21: Und ja, ich wusste nicht dass es die Variante gibt und für mich persönlich ist sie bis heute nichts.

00:16:30: Aber das ist wirklich für jeden einfach seine Entscheidung.

00:16:35: Es gibt die Möglichkeit, dass man dann die Verstorbenen am Unfallort also da in der Nähe verbrennt wenn's eine Ohne Beisetzung werden soll und Dann verschickt nach Hause.

00:16:53: Und als ich das gehört habe, war es für mich wirklich schlimm.

00:16:57: Also logischerweise gibt's da einen separaten Dienst.

00:17:01: die werden natürlich nicht mit der Post verschickt.

00:17:04: Das hat sicherlich alles seine Würde.

00:17:06: Aber das war für mich eine ganz schlimme Vorstellung.

00:17:09: und irgendwann wussten wir aber mein Bruder und ich einfach auch immer was sollen wir wie entscheiden?

00:17:13: Dann haben wir für uns verschluckt.

00:17:15: Wir fangen jetzt an zu denken Er hätte Mama für den Papa gemacht, wenn nur der Papa verstorben wäre.

00:17:22: Oder was hätte der Papa für die Mama gemacht?

00:17:23: Wenn nur die Mama verstorgen wär'.

00:17:25: Und als wir versucht haben so zu denken, was hätten die beiden... ...für den jeweils anderen Tarn war das für uns Sonnenklar.

00:17:33: unser Bestatter muss die dreihundert Kilometer dahin fahren und die beiden mit dem Auto holen.

00:17:40: Wie war jetzt eigentlich?

00:17:42: Bei so einem Unfall stelle ich mir das ebenfalls ganz schwierig vor.

00:17:45: Also Larissa war ja eben eine Wasserleiche, da ist es auch immer schwierig die Person dann zu sehen.

00:17:52: Wie war das bei deinen Eltern?

00:17:53: Hat's da die Möglichkeit geben oder... ...ebenfalls nicht?

00:17:59: Es gab die Möglichkeiten nicht.

00:18:02: Ich glaube so muss sie das formulieren.

00:18:06: Wir haben schon danach gefragt aktiv mein Bruder und ich ob wir die sehen können Und es wurde dann davon abgeraten und so haben wir das dann auch belassen.

00:18:19: Das ist ja eben finde ich also die Schwierigkeit für Angehörige wie uns, die eben jemanden erstens mal plötzlich verlierend schon und dann eben dieses Begreifen gar nicht hat.

00:18:31: D.h.,

00:18:32: die Realität kommt nicht wirklich an.

00:18:36: Du hast dieses Flugzeug sehen, das vielleicht in Verbindung mit deiner Eltern.

00:18:41: Aber trotzdem so ... Das Handfest der Begreifen ist schon extrem schwierig.

00:18:48: Inwiefern hat die das dann oder bis heute noch begleitet?

00:18:53: Wo du merkst durch die Schwer, dass es wirklichkeit ist?

00:18:58: Das

00:18:59: begleitert mich immer nur.

00:19:01: Ich denke auch, dass das vielleicht auch für immer so bleiben wird, wenn man einfach nicht, wenn man die Person nicht mehr sehen konnte.

00:19:13: Natürlich weiß der Kopf was passiert ist aber das Herz hat ja da immer noch so ein bisschen vielleicht Hoffnung oder so.

00:19:24: ich glaube dass es aber auch für Menschen die sowas nicht erlebt haben und die Toten sehen konnten schwierig nachzuvollziehen ist weil zufälligerweise erst in eine Runde angesprochen, wo Leute dabei saßen die sich viel mit dem Tod auseinandersetzen eigentlich.

00:19:44: und dann sagt einer davon zu mir naja aber was willst du denn jetzt noch?

00:19:48: Du weißt es doch.

00:19:50: Also ich natürlich weiß nicht dass Mama und Papa seit drei Jahren immer heim kommen sind.

00:19:56: also natürlich weiß ich das sie verstorben sind.

00:19:59: Es macht was mit einem, wenn man die nicht mehr sehen konnte.

00:20:03: Und wenn man einfach dieses Bild hat, okay das ist wirklich so.

00:20:10: Voll das Begreifen eben!

00:20:11: Das muss ich mir spüren.

00:20:12: Das ist ähnlich wie bei unseren Emotionen.

00:20:14: Ich kann so kognitiv theoretisch Wut, Traurigkeit vielleicht auflichten, was es ist und so weiter... Und gleichzeitig kann jetzt gar nichts spülen.

00:20:25: Ich muss es aber erst spünen damit es ankommt so richtig.

00:20:30: Und da braucht's unseren ganzen Körperoffen.

00:20:32: Ich hab ja auch viele Abschiede im Bestattungsunternehmen begleitet, weil mein Büro dort war, dass ich dann mitkriegte oder diese Verabschiedungen und dann dabei sein durfte, damit ich das selber einmal miterlebe, weil ich das eben nicht kannte oder mit offenem Sarg und so.

00:20:49: Das war so faszinierend für mich und so friedvoll gleichzeitig wie die ... die Angehörigen da gestanden sind und eben wirklich alles immer so abgetascht.

00:20:58: Also hundertmal Hingriffen, noch mal gar keine Berührungsängste sondern dieses Angreifen wirklich so, dieses Haptische dass ich spür ... Ich spüre ja dann auch den kalten Körper, gell?

00:21:07: Dass da Kollegen mehr drin ist und so und ich glaube wenn das einfach fehlt also kann es genau ähnlich.

00:21:14: und jetzt dreizehn Jahre später bei mir auch noch.

00:21:16: manchmal gibt's einen Funken in mir wo sie sagt vielleicht ist ja doch irgendwo auf Reisen oder so.

00:21:24: Irgendwie weiß ich es, aber ich spür's halt manchmal nicht.

00:21:27: Und das geht dann so ein bisschen verloren und dann kommt diese Nullkomma, Nullnull, Nulleinprozent an Hoffnung wieder durch?

00:21:35: Ja wir hatten einen ganz tollen Bestatter.

00:21:39: da bin ich ganz froh dass wir den gewählt haben.

00:21:41: der hat sich wirklich Zeit für uns genommen alles eigentlich ermöglicht, was wir uns so vorgestellt haben.

00:21:51: Und er hat uns schon einen Abschied bei sich in den Räumlichkeiten ermöglichen und da stand aber halt die Serie zu.

00:22:01: Also das war ihm schon sozusagen wichtig dass es es gibt.

00:22:03: Das ist kein... man hört ja auch von Bestattern, die da einfach schnell schnell und nee kann man immer anschauen fertig.

00:22:12: Er hatte uns schon die Möglichkeit geben Aber ich glaube, es war aus seiner Sicht einfach nicht zumutbar das in einer anderen Form als mit den Zunensergen zu machen.

00:22:25: Genau und so ein Zunersarge steht aber für mich nicht in Verbindung zu meinem Papa also... Das ist ein Sarg.

00:22:35: Also genau so wir sind an diesem geschlossenen Sarg und ihr habt uns auch mal im Aristenburg beschrieben eben so.

00:22:42: dann stehe ich vor dieser Christi.

00:22:43: dann denkst du so Ja gut, da kann jetzt jeder sagen.

00:22:46: Da kann jeder drin sein so warum sollte der grad mal Schwester?

00:22:48: Also das ist doch so... Das kommt nicht an, gell?

00:22:52: Nee natürlich stellt er auch ein Bild davon davor auf und also hat es wirklich gut gemacht und versucht im Rahmen der Möglichkeiten.

00:23:01: aber wie du sagst wieso soll jetzt in dieser Holzkiste genau deine Schwester oder meine Eltern liegen?

00:23:10: Es stand nie in Verbindung mit ihrem Leben.

00:23:13: Und drum tut es das auch nicht im Tod, also ...

00:23:16: Total voll!

00:23:18: Kann ich so nachvollziehen?

00:23:19: Und was du dann gemacht hast?

00:23:21: ja, also durchgesagtes Organisieren und eben Beerdigung vorbereiten und so.

00:23:27: Und ihr habt's dann langsam gewusst, was sie wollten.

00:23:29: Sie finden es total schien, dass ihr euch da so reinversetzt und überlegt habt wie könnte das Mama für den Papa und Anderschrum wünschen, total schienen Und dann hast du ja etwas gemacht.

00:23:40: Also, wo ich wirklich die bewunder oder so dein Gut

00:23:43: ...

00:23:44: Wahnsinn!

00:23:46: Du hast die Rede gehalten für deine Eltern und echt also allurwenn ihr das ... Wir kommen jetzt noch die Tränen oder ich krieg Gänze hat wenn ich daran denke weil ich kann mich auch noch gut erinnern an die Beerdigung von meiner Schwester und die habe ich auch mal bieb sagen können.

00:24:01: Also wirklich gar nichts ist rauskommen.

00:24:03: Nimm uns da mal mit wie ist überhaupt dass du den Gedanken hast, ich halte die Rede.

00:24:10: Und was ist dann am Ende geworden?

00:24:13: oder wie ist da dabei gegangen?

00:24:16: Also... Da gab es nicht wirklich einen Entscheidungsprozess.

00:24:20: Ich kann dir da jetzt nicht erzählen, dass ich der Transessen bin und überlegt habe oder abgehoben hab.

00:24:25: Sondern für mich war das einfach sofort klar, dass sich das machen möchte.

00:24:31: Oder vielleicht war's auch ein bisschen so dass ich das machen muss von mir aus.

00:24:38: Also es war keine bewusste Entscheidung, sondern für mich war das einfach ganz natürlich, dass sich das jetzt macht, dass ich an der Beerdigung eine Rede erhalten werde und für mich wars einfach der richtige Weg, mich dazu verabschieden und wie ich meine Eltern normal würdigen kann.

00:24:55: also Das war damals so der Gedanke.

00:24:59: drum stand das irgendwie klar.

00:25:02: Meine Eltern die waren einfach Zwei ganz tolle Menschen und jeder so auf seine individuelle Art und Weise, die haben sich sehr gut ergänzt.

00:25:10: Die waren sich nicht unbedingt in allen Punkten so ähnlich.

00:25:14: Die haben sie aber wahnsinnig gut ergetzt.

00:25:16: Und die Mama war halt so emotional warm.

00:25:21: Das ist das Herz wenn man da ein Symbol dafür will und hat immer die Verbindungen geschafft.

00:25:28: Mein Papa der war ... Wenn man wieder einen Symbol nimmt, der Anker Also der war einfach sehr ruhig, sehr stabil und verlässlich.

00:25:37: Und er hat auch immer nicht allzu viele Worte gebraucht!

00:25:42: Der war aber halt einfach da und hat Sicherheit geben.

00:25:45: Mir war es so wichtig dass ich das nochmal erzählen darf wie Mama und Papa wirklich waren und dass es nicht nur um den Tod geht... Darum kann ich dir das nicht genau erklären, sondern es war einfach da, dass sich das machen möchte.

00:26:03: Und ich habe das damit meinen Bruder noch abgesprochen und er fand das gut und dann hab' ich das auch gemacht.

00:26:10: Das man muss dazu sagen ist eine kürfliche Beerdigung.

00:26:15: Da war mir das wahnsinnig wichtig, diese Persönlichkeiten und die Art zu leben, wenn man hervorheben kann und was sie für uns bedeutet haben Mama und Papa.

00:26:27: Genau!

00:26:28: habe ich das gemacht.

00:26:30: Ich finde es so cool, total berührend.

00:26:33: und wie war das dann so mittendrin?

00:26:37: Hast du es auch geschafft?

00:26:43: Die Initiative und die Motivation ist etwas anderes als wenn es aktuell stattfindet bricht ja oft die Stimme oder so und dann kommt man vielleicht nicht weiter.

00:26:52: hat's dann so geklappt wie du es dir vorgestellt für deine Eltern?

00:26:58: Ich bin dann damals auf der Bank in der Kirche aufgestanden und dann eben rausklaufen.

00:27:04: Und ich habe dann noch gehört, wie ein Mann hinter mir – ich weiß aber bis heute nicht wer es war so eigentlich leise vor sich hingesagt hat, aber es war voll laut dass ich das auch gehört hab.

00:27:14: Nicole was tust du dir da jetzt an?

00:27:17: Und ich hab mich dann aber zum Glück da nicht beirren lassen.

00:27:20: Dann bin einfach vor Richtung Altar an dieses Lesepult am Ambo Und der steht ja eigentlich immer frontal zu den Zuhörern und hat ihn dann aber hochgenommen, und hat den dreht.

00:27:37: So dass ich frontal zum Mama und Papa stehe.

00:27:39: Dass ich zum Mama- und Papa sprechen konnte.

00:27:41: Cool!

00:27:42: Genau, und dann hatte ich praktisch die Trauergerste seitlich von mir... ...und in dem Moment bin ich innerlich ganz, ganz ruhig geworden.

00:27:50: Also da wusste ich das ist auf jeden Fall das Richtige Und Mama und Papa haben mir einfach die nötige Kraft in dem Moment gegeben.

00:27:58: Also wirklich, das war... Ich glaube es ist unvorstellbar.

00:28:01: ich habe dieses Pult hochgenommen, hab das rumdreht und dann war ich ganz ruhig.

00:28:07: Weil die Fragen auch immer kommen, ich habe keine Medikamente für die Beerdigung genommen weil's mir sehr wichtig war dass sich das komplett durchlebt und nicht in einem Nebel wo ich mehr im Nachhinein denke hätte ich nur Die frage kommt an der stelle oft.

00:28:24: Das wollen

00:28:26: die leite dann.

00:28:30: Ja okay, aber es gibt wirklich.

00:28:31: also ich kenne sie auch von vielen trauernden die begleitet haben die dann erzählen dass das ist halt also dass sich schnell zum haushaus gehen und dann sagen jetzt steht die berätigung noch die schaffst nicht und da wird halt doch nur schnell was verschrieben was gar nicht immer so eben förderlich ist, weil dann eben genau das passiert wie du sagst.

00:28:50: Manche kennen sich gar nicht so ganz erinnern und würden sich aber gerne mehr erinnernen wollen.

00:28:54: Das war

00:28:55: meine Sorge, darum habe

00:28:56: ich es nicht gemacht.

00:29:00: Und weil ich eben dann so wahnsinnig ruhig war und weil ich die Rede komplett fertig machen konnte ohne dass die Stimme abbricht, drum kommt die Frage oft auf oder kam die Frage auch auf?

00:29:14: Und das war sicherlich kein leichter Moment für mich.

00:29:18: Aber der war sehr, sehr klar und er hat mir irgendwie innerlich so ein bisschen so einen Stück Frieden geben.

00:29:26: Also es hat sich zwar schon schwer angefühlt aber wahnsinnig tragend dass ich das noch machen darf.

00:29:35: Genau also... Das war für mich der richtige Weg.

00:29:39: Na voll schön!

00:29:40: Und da kommen wir ja dann eher zum Schluss nochmal drauf, weil er sich ja noch viel mehr geöffnet in die Richtung.

00:29:47: Aber bevor wir da hinkommen liegt ja doch nur ein Weg von dem Tag der Beerdigung bis eben jetzt.

00:29:55: Das heißt du bist dann nach dieser Beerdigung ja wieder so langsam zurück in dein Alltag?

00:30:00: Wie waren so die ersten Wochen für dich so von den Gefühlen her vom körperlichen Herwester damit gegangen?

00:30:10: Also wir hatten sehr zu organisieren weiter hin und wenn du Tudus hast, dann kommst du schon durch den Tag.

00:30:20: Gleichzeitig hat sich aber natürlich irgendwann eine wahnsinnige Erschöpfung einfach breit gemacht weil logischerweise auch der Schlaf nicht mehr der Schlafe war wie er es schon mal war.

00:30:31: also da war der war null erholsam und das war dann ja so ein Ballonsakt aus.

00:30:43: weitermachen können, weitermachten müssen.

00:30:48: Manche sagen dir dann immer so schön über mal das Leben geht weiter oder das Leben muss weitergehen, worum sagen sie es ja und das ist halt die Aussage ist einfach nicht gut Das Leben Geht Weiter Und das ist das große Problem.

00:31:02: Es muss nicht weiter gehen aber es geht weiter.

00:31:04: und das isch das Riesenthema Du hast deine Dinge zu erledigen Dein Körper steckt aber noch sehr in der Trauer, du bist erschöpft und es geht eigentlich viel auch wirklich um dein eigenes Überleben.

00:31:21: Also wie komme ich jetzt durch diese gerade anfängliche Zeit?

00:31:26: Ich habe das mir oft gedacht Es ist viel einfach nur ein Wie überlebe ich diesen Tag heute weil Du ja auch nix ist oder Trinkt oder sonst was?

00:31:40: also die wirklich die essentiellen Dinge, die fallen sehr schwer.

00:31:45: Gleichzeitig sollst du aber halt irgendwie funktionieren.

00:31:49: Das heißt wenn du auch sprichst von organisatorischen hast du zu der Zeit dann wieder gearbeitet oder wie war das?

00:31:57: Nee ich war länger krank schrieben und habe dann aber auch den Arbeitgeber gewechselt weil er sich leider ganz unterirdisch zu der ganzen Sache verhalten hat.

00:32:12: Also kein Verständnis soweit?

00:32:14: Nee, gar nicht.

00:32:16: Ja das ist ja schwer, das ganze dann auch wieder, gell?

00:32:19: Genau!

00:32:20: Und...

00:32:22: Dann vielleicht noch mal zu dem Organisatorischen.

00:32:24: weil also ich denke gerade dran wenn ihr Eltern, Stereo und Dino zusammengelebt habt wie du ja gesagt hast gell, dann bleibt es ja über und Das ist das wahrscheinlich was du auch sagst mit dem ganzen Organisadorischen oder?

00:32:38: Genau genau und halt Ja, die ganzen Sachen wie Versicherungen und was passiert mit diesen Familienheimen?

00:32:48: Nimmt man das ja im steuerlichen Kontext also mit unserem Zuhause.

00:32:55: All diese Dinge genau!

00:32:57: Und irgendwie hat ich glaub schon dann auch das Gefühl... Also mein Bruder schöner als ich nicht vieler war.

00:33:03: Ich war einfach die große Schwester und hatte lange sehr dieses Gefühl dass ich nach ihm schauen muss.

00:33:11: Er hat mir das nie geben, aber die Mama ist nicht mehr da.

00:33:15: Also wer kocht?

00:33:17: Wer macht das Haus?

00:33:20: Genau und das habe ich dann einfach auf viel übernommen.

00:33:27: Und eine schöne Sache in der ganzen Anfangszeit war dann so klar wie mir war dass ich die Rede halten möchte.

00:33:37: So klar war mir auch in den ersten Wochen... in den ersten Tagen, dass ich jetzt einen Hund für mich brauche.

00:33:45: Also ich brauchte ihn wirklich hier und ich war... Ich war lange Zeit auf Hundeharie allergisch.

00:33:55: Im Jahr zwei tausend neunzehn war da der letzte Test.

00:33:58: und dann habe ich mir gedacht okay das muss jetzt mal abklären weil sonst kann nicht mehr ja jetzt kein Hund holen.

00:34:03: Und dann rufe ich da halt an und sagt, wie schwer es für mich zu kriegen.

00:34:06: Dann sagt sie ja, wie ich jetzt auf die Idee komme, dass sich das innerhalb vier Jahren verändert hat wenn's Diary zuvor immer so war.

00:34:12: Und habe ihr das ihr erzählt?

00:34:13: Und die war auch super nett!

00:34:14: Dann hat er gesagt, also morgen kommen, das machen wir.

00:34:18: Ich war nicht mehr auch von der Haare allergisch und hab mir dann vier Wochen nachdem das Ganze passiert ist einen Hund aus dem Tierheim geholt Und der hat natürlich anfangs, muss man sagen schon auch sehr viel Zeit gekostet.

00:34:32: Aber das war im positiven Sinne alles und über den bin ich sehr froh und sehr dankbar.

00:34:38: Der hat mir da gut durchgeholfen.

00:34:41: Ja vor allem bei Hunden ist ja oft so gekoppelt dran, ihr musst rausgehen!

00:34:46: Weil der Hund kann ja nicht nur Gassi gehen sogar... Das zieht dann ja so ein bisschen in dieses Leben oben, wenn es nur eben die Natur ist zum Sehen oder einen klaren Schritt mal rauszumachen und wieder was anderes zu sehen.

00:34:59: Das kann da schon ein bissel auch Antrieb sein.

00:35:04: Definitiv!

00:35:05: Mein Mann hat irgendwann noch zu mir gesagt, das ist schon gut dass wir jetzt den Theo haben, dann kommst du mal wieder unter Leute und sprichst auch mit Leuten weil die Hunde sind zwar untereinander ganz schnell an und macht ein gleiches Thema.

00:35:20: Und ich bin da nicht ausgekommen!

00:35:23: Ohne den Theo hätte ich mich weiterhin sehr distanziert, das war auch sehr positiv.

00:35:34: Noch etwas ist passiert in diesem ersten Trauerjager.

00:35:38: Ja.

00:35:39: Wir haben es hier schon am Anfang ein bisschen kurz angerießen, du bist ja Mama von einem eineinhalbjährigen Sohn und das heißt, dass fällt genau in diese Zeit.

00:35:47: Du bist dann schwanger geworden.

00:35:49: Wann war denn das genau?

00:35:50: Und...ja wie ist da zu kommen, brauche ich's nicht.

00:35:56: Das wäre ein anderes Thema quasi.

00:36:00: Falscher Podcast!

00:36:02: Genau.

00:36:03: Aber ja, wie war das dann auf jeden Fall

00:36:08: mit...

00:36:08: der Schwangerschaft?

00:36:10: Also, Mama und Papa sind im März, in den Jahr zwanzig gestorben.

00:36:15: Und ich war immer so jemand, der das ganze Leben irgendwie durchtaktet und plant hat.

00:36:21: Da war für uns schon klar, dass wir uns einfach Richtung Herbst, Richtung Ende des Jahres oder da für uns der richtige Zeitpunkt gewesen wären zu sagen okay ab jetzt kann man schwanger werden.

00:36:37: Dann kam der Unfall und dann war das für mich ganz unvorstellbar.

00:36:41: Wie soll ich schwanger sein, wie soll ein Kind bekommen?

00:36:45: Wie soll sich ein Kind großziehen, dass Oma und Opa nie wieder lebend sehen

00:36:50: wird?".

00:36:51: Und das habe ich meinen Mann ganz offen kommuniziert und er war sehr verständnisvoll und hat einfach gesagt, er versteht es, sollte sich das verändern, dann einfach nochmal ansprechen.

00:37:03: Und irgendwann hab' ich verstanden – das hat aber dauert Dass es ganz egal ist, ob ich im ersten Trauerjahr schwanger werde oder fünf Jahre nach dem Unfall bei Mama und Papa.

00:37:14: Die werden immer gleich fehlen.

00:37:16: Also die werden für mich immer gleichfehlen und für meinen Sohn als Oma und Opa.

00:37:24: Und ja daraufhin war ich dann im Januar vierundzwanzig schwanger.

00:37:31: Wie war's denn?

00:37:33: Ja, wo man es dann so erfährt.

00:37:35: Das ist ja dann etwas sehr Freudiges intensives

00:37:39: und

00:37:39: gleichzeitig.

00:37:40: Ich kenn's ja, wenn man dann trauert und die Trauer nur sehr frisch da war Dann kann ich mir schon vorstellen dass das noch emotional Intensiv war.

00:37:55: Es war ja dieses Leben und Tod irgendwie so gleichzeitig parallel laufen zu haben War schon schwierig, Oma und Opa nicht sagen zu können dass sie Oma oder Opa werden war für mich ein großes Thema.

00:38:18: Und einfach diese Parallel wie du schon gesagt hast die Freude auf der einen Seite, diese tiefe Trauer nach wie vor auf der anderen Seite es war glaube ich aber auch einfach dann ein Lärmprozess und auch ein guter Lärmprozess für mein weiteres Leben.

00:38:33: das ist immer parallel sein wird und darf.

00:38:37: Also die Vorstellung, dass die Trauer endet wie es manche ja haben von der dürfen wir uns verabschieden weil wenn die Traue endet, endet die Liebe.

00:38:48: das wollen wir ja alle gar nicht.

00:38:52: Und dazu lernen, dass alles parallel sein dürfte, dass nicht das eine des andere überlagert sondern dass ich mich wirklich vormittags aufreuen darf und nachmittags wein' ich.

00:39:04: Das war ein großer Schritt Aber ich glaube auch einfach ein wichtiger für die Zukunft, für mich.

00:39:10: Und so für dein Kind dann, gell?

00:39:11: Dass du ihm das von Anfang an beibringst alle Emotionen durften nebeneinander stehen nicht nur das eine oder das andere.

00:39:19: Das auf jeden Fall genau.

00:39:22: und in dieser Zeit bist du ja auch auf Seelensport gestoßen.

00:39:26: also Du warst ja dann zwanzig dreiundzwanzig bei Winterkraft dabei noch

00:39:30: Genau

00:39:32: Wie ist da zu kommen?

00:39:33: wo wie bist denn du?

00:39:34: Wo hast du mich denn entdeckt, dem Podcast?

00:39:37: Oder wo war denn das noch mal ... Das weiß ich gar nicht.

00:39:40: Nee, dass war tatsächlich so, dass ich ganz viele Situationen erlebt habe in denen mir von außen setzig gesagt wurden, die ich für Unmöglichkeiten hab, dass man die zu einer traurenden sagt.

00:39:52: Also

00:39:53: das war wirklich schlimm.

00:39:55: Hast du auch Beispiele davon?

00:39:58: Ja.

00:39:59: Schieß mal raus!

00:40:02: Es hören uns ja viele Trauerende zu.

00:40:04: Wie sieht sie dann immer vor mir?

00:40:06: Und das schreiben wir sogar viele, die sagen, Sie sitzen da und hören zu und sitzen nur da und nicken!

00:40:12: Also ihr könnt's jetzt gleich drauf losnicken.

00:40:14: Genau ich weiß auch wie gut es tut dass man nicht... also es ist schlimm, dass zu einem so was gesagt wird aber wie gutes dann tut das man nicht allein damit ist und nicht alleine damit Dass man einfach denkt, dass das so falsch ist.

00:40:28: Man kann das nicht sagen.

00:40:29: Also ich muss dir mir... Ich war ja zu dem Zeitpunkt am Anfang natürlich nicht schwanger und musste mir da ganz oft anhören, dass es sehr viel schlimmer ist ein Kind zu verlieren.

00:40:40: Ach,

00:40:40: das haben wir immer gehört.

00:40:41: Punkt eins, ne?

00:40:44: Bedingt jemand der gar kein Kind hat auch gar nichts.

00:40:48: Ja!

00:40:48: Und das bringt Gänse?

00:40:49: Das macht

00:40:49: schon logisch keinen Sinn

00:40:51: Total, total.

00:40:52: Also ich hatte auch zu dem Zeitpunkt, wo Kinder die ganze Zeit nur hören müssen ... eben es ist schlimmer.

00:40:58: das Schlimmste ist einfach das Kind zu verlieren.

00:41:00: ja was soll ich jetzt damit anfangen wenn ich nicht selber meine Mama bin?

00:41:03: und Es ist immer das schlimmste für jemanden Die eigene geliebte Person egal was für Beziehungsebene zu verliern das Leben einander ohne vergleich.

00:41:17: Und es geht einfach schlicht um die Beziehung, die ich zu dieser stoppenden Person hatte.

00:41:22: Genau.

00:41:24: Zu mir wurde auch gesagt, dass es ja ganz logisch ist, dass die Eltern vor einem sterben.

00:41:31: Bingo!

00:41:34: Ja aber halt nicht mit fifty-fünfzig und sechsundfuchzig.

00:41:37: Dann wurden noch Dinge gesagt wie... beziehungsweise die Straßenseite wurde einfach gewechselt, weil er mich gesehen hat.

00:41:46: oder Auf dem Friedhof war es ganz oft so, wenn du dann runter gehst zur Grabpflege, dann lenken sich die anderen okay das ist meine Chance zu gehen.

00:41:55: Da flüchten sie dann.

00:41:59: Genau und auf jeden Fall habe ich mir dann gedacht bei all diesen Sätzen... Ich verstehe das nicht.

00:42:08: Mir war's nicht klar dass das Menschen wirklich zu trauernden sagen und ich hab mich dann irgendwann hinsetzen und hab das hinterfragt warum Menschen auch einsame Trauenden so umgehen und hab dann einfach mal recherchiert.

00:42:22: Und da bin ich dann auf deinen Artikel gestoßen, also meine diese Dreizehn-Sagzee bei einem Trauen.

00:42:28: Dann habe ich mir eben so wie du gerade gesagt hast, bei jedem Satz dacht, genickt, geneckt, geneckt okay.

00:42:36: Ich glaub die weiß was ich fühl über den Tat und hab einfach mal recherchiert weiter was du anbietest und was deine Geschichte ist Da beim Winterkraft entdeckt und dann bin ich da rein.

00:42:48: Genau!

00:42:51: Und wie war das denn für dich?

00:42:52: Also, es war ja sehr umfangreich damals noch nicht ganz so viel wie jetzt aktuell diese Runde gewesen ist.

00:42:59: aber was hat er... Was war ja dann aus den ersten Weihnachten

00:43:03: usw.,

00:43:04: ist ja in die Richtung gegangen natürlich gar.

00:43:07: Was war so dein Highlight?

00:43:08: oder etwas wo du sagst, dass hat er besonders gut dadurch geholfen durch diese Zeit?

00:43:17: War glaube ich die Kombination aus den festen Terminen und gleichzeitig aber der Möglichkeit, dass sich nachhören kann.

00:43:26: Weil mir ging es muss ich ganz ehrlich sagen schon oft so das ich vor lauter Erschöpfung die Übungen gar nicht aktiv mitgemacht habe.

00:43:37: Ich war aber immer mit online habe mir das angeschaut und konnte ja dann weil wir die skripte auch bekommen haben, die einfach nachmachen.

00:43:46: Dann wenn sich es für mich gut angefühlt hat Das war glaube ich so diese fixie termin um gleichzeitig aber die flexibilität das war für mich ganz ganz wertvoll.

00:43:58: Und wie wir dann mal strukturiert haben, wie wir uns zu Tage wie Winter Weihnachten vornehmen, heilige Abend oder so.

00:44:08: Diese Struktur also dass wir uns da im Voraus Gedanken machen das war auch sehr wertvoll.

00:44:13: und dann natürlich die offene Runde in der wir uns immer in den kleinen Gruppen zusammen geschlossen haben und einfach nur gesprochen haben Die hat mir dann glaube ich auch am allerbesten Tarn weiter einfach Menschen waren die mich verstanden haben.

00:44:29: Ich muss dir da nicht viel erklären.

00:44:32: Und es ist ja oft so, du erklärst als Trauerender wenn du jemand bist der offen mit seiner Trauung geht Du erklärsch und erklärscht und denkst okay ich habe jetzt alles gesagt Der Kind eigentlich jetzt meine Seele und dein Gegenüber versteht's aber trotzdem nicht.

00:44:48: Genau das ist halt in deiner offenen Runde was ganz anderes.

00:44:53: Schön schön Ja des mit den Übungen eben Mittlerweile betone ich es sogar extra, oft glaube ich in jeder Einheit und so.

00:45:05: Dass das wirklich auch darum geht immer nur so viel mitzumachen wie man gerade kann.

00:45:11: Und jetzt haben wir ja aktuell die Gefühlskraftreise also Winterkraft gibt's ja auch gar nicht mehr.

00:45:18: Und da sage ich dann immer wieder du kannst aus dem Bett mitmachen.

00:45:21: Du kannst einfach nur aus einem Bett mit machen.

00:45:27: Das sieht mittlerweile immer mehr.

00:45:29: Ich glaube, weil ich es so oft kommuniziere und deutlicher sage wie vielleicht damals noch, dass jemand im Bett liegt und den Bernhüter oder den Arm einfach in der Kopfzichte liegen.

00:45:41: Und das hat ja dann schon Wirkung!

00:45:43: Weil ich sehe andere Leid, die mich verstehen... Ich bewege trotzdem mein Körper so und ich spüre ja trotzdem in meinem Körper.

00:45:50: Es muss ja nicht immer die ganze Übung.

00:45:52: Und wie du sagst, wenn ihr dann merkt, Hein-Tonni einen kraftvollen Tag, Hein Tonni luscht oder was auch immer Zeit drauf ... Die ganze Übung wollt zum Probieren?

00:46:00: Dann kann man es jederzeit machen!

00:46:01: Ja

00:46:03: genau.

00:46:04: Ach schön... Und wie ist dann weitergegangen?

00:46:07: also?

00:46:08: Weil du bist ja eben in der Zeit dann schwanger geworden und ... Wie hat sich dann auch so ….

00:46:15: Wie war das dann die Trauer in der ganzen Schwangerschaft und danach auch so nach Geburt?

00:46:21: Wie gesagt, ich habe ja selber ein Kind gekriegt.

00:46:22: Und mein Trauer war dann schon von Zeitrahmen her auch größerer Abstand.

00:46:30: Trotzdem hat es mich voll erwischt.

00:46:33: Ich habe zwischendurch auch eine heftigste Trauer, weil kein Geburt oder so.

00:46:37: Da brauche ich keinen Anfang und auch die Zeit danach.

00:46:40: Also ich bin so richtig... Teilweise redraumatisiert worden und so weiter.

00:46:45: Wie war das bei dir?

00:46:46: Hast du da auch gemerkt, boah es ist echt emotional.

00:46:48: noch mal ein anderes Level grad?

00:46:51: Ja

00:46:52: definitiv.

00:46:52: also das ist mal als Schwangerlebnis wäre glaube ich sowieso emotional in einem ganz anderen Zustand als nicht schwanger.

00:47:00: Und was für mich wirklich sehr sehr schwer war einfach zu merken und festzustellen und zu sehen zu erleben dass sie einfach wirklich fehlen, also in ganz konkreten Sachen.

00:47:18: In so Sachen wie Schwangerfenster putzen.

00:47:21: Da hätte mir meine Mama ohne das ich groß fragen müsste, hätte die mir da geholfen mal oder vorkochen dann.

00:47:31: Meine Hebamme hatte eine ganz tolle Hebammi Zum Glück, die hat mir dann irgendwann nachgelegt.

00:47:37: Du musst jetzt anfangen vorkochen und einfrieren fürs Wochenbett!

00:47:40: Weil woanders kochen dann die Mutti's?

00:47:42: Das hast du nicht.

00:47:46: Also das war dieses Fehl'n von einem Ansprechpartner der dir so nah ist dass du da... ...net lange zügig was zu fragen um Hilfe zu bitten, um eine Meinung zu bitten.

00:48:04: Das war glaube ich eines der größten Themen, die für mich über irgendwie super schwierig waren.

00:48:12: Ja das gleiche dann natürlich auch mit der Geburt, da wäre für mich die Mama die Person gewesen, mit der ich da einfach sehr offen hätte übersprechen können und es wär ja auch sehr sehr wichtig gewesen dass sich jemanden gehabt hätte, weil so romantisiert wie die eine oder andere Geburt wird war das bei mir jetzt auch nicht.

00:48:34: Das kannst du wahrscheinlich auch sehr gut nachvollziehen Kathi.

00:48:39: und dann einfach danach im Wochenbett dass jemand kommt dem du so sehr vertraut wo du dir gar nicht zweimal überlegst drück ich den mit meinen neuen Geborner in die Hand.

00:48:54: Also da waren viel so die Themen, die Handlungen, die gefehlt haben.

00:49:00: Genau oder... Ja auch wirklich tatsächlich so Die WhatsApp nach der Geburt.

00:49:10: Wem schreibst du jetzt groß?

00:49:12: Dein Bruderschreibstino Und dann klar irgendwann mal den engeren Freunden.

00:49:18: Das macht er aber ja nicht in der ersten Gefühl In der ersten Minute wo du wieder da bist.

00:49:25: Das hat mir wahnsinnig fehlt.

00:49:27: Also die Personen, Mama und Papa haben mir einfach so wahnsinnigt gefehlt... ...und ich habe das da so oft gemerkt und noch mal vorgehalten gekriegt und so schwarz aufweist, dass sie wirklich nicht mehr da sind.

00:49:39: Auch jetzt nicht!

00:49:40: Auch jetzt wo ich sie so dringend

00:49:42: bräuchte.".

00:49:44: Und was sollte dann aber geholfen in dieser Zeit?

00:49:48: Wer hat dir dann halt geben?

00:49:50: oder wie hast du dir selber geholft?

00:49:54: Also das war sicherlich ganz oben mein Mann, der ist einfach wahnsinnig verständnisvoll.

00:50:01: Der nimmt ganz viele Dinge einfach so mit.

00:50:05: Er hat auch irgendwann verstanden dass er eine Mama nach der Geburt vielleicht nur ein bisschen von neben der Spur ist und passt schon, hat er sich dann glaube ich gesagt?

00:50:16: Also der kann einfach viel annehmen!

00:50:19: Das ist ganz toll.

00:50:21: Mein Bruder und seine Freundin, die haben uns dann unterstützt.

00:50:26: Und ja bei mir war es ja auch so... Die Trauer.

00:50:30: ganz konkret hat ja ich sag sie mal so schön das Telefonbuch neu geschrieben also da sich wirklich einmal komplett gewandelt wäre unter den Favoriten steht und dass auch mit durch die Schwangerschaft nochmal weil man da einfach andere Mamas kennenlernt, andere Kontakte und das in wirklich tolle Freundschaften entstanden.

00:50:51: Und eine ganz liebe Freundin, die war ein Monat früher dran... ...und die konnte auch sehr schnell dann zum Beispiel uns besuchen!

00:51:00: Und es war total wertvoll dass jemand in dieser ersten Zeit der selber gerade einen Kind kriegt hat dazu mir kommt und sich die Zeit nimmt und sich da auf den Weg macht.

00:51:12: und ja

00:51:15: krass.

00:51:16: Also da waren einfach nochmal ganz andere Leute auch mit bei mir, als es dann vor dem Unfall war.

00:51:25: Und ich glaube also was sie wars du hast ja in Winterkraft Freundschaften gefunden zumindest Von einer war es jetzt auf jeden Fall, weil wir sind ja echt so nicht jeden Tag in Kontakt.

00:51:37: Aber trotzdem noch sporadisch immer wieder mal habe ich eine WhatsApp von dir gekriegt oder du von mir oder so hin und her.

00:51:44: Aktuell wie geht's gerade so?

00:51:47: Und du hast ja vor Kurzem eben erzählt, dass du bist grad auf dem Weg, glaube ich, holen oder was heimgehen.

00:51:54: Du hast gesagt, du hast gerade jemand besucht den du aus Winterkraft noch kennst.

00:51:58: Das finde ich so schier.

00:51:59: Also hat Rodin in die Richtung was ergeben?

00:52:03: Ja da war ich auf dem Heimweg von der Prüfung zur Trauerrednerin und dann habe ich mir gedacht einmal A. Die Prüfungen und B., dass sich eben die liebe Freundin aus Köln trafen hat.

00:52:16: das sind die zwei News die muss ich der Katis sagen.

00:52:19: und dann stand ich im Stau an, hab deine Sprache nachrichten gemacht Genau, also ich habe da eine Freundin kennengelernt bei dir im Kurs.

00:52:27: Die aus Köln kommt und die sehr viel Ähnliches erlebt hat.

00:52:33: Wir haben sehr viele Parallelen Und das angenehmste ist einfach Ich muss mich gar nicht erklären Das versteht sie auch so.

00:52:44: Oder Manchmal kommt es auch ganz oft dass wir sagen Es ist das um das Gefühl da oder die und diese Situation.

00:52:52: Und es ist ganz klar, sie kann man nicht ändern.

00:52:55: aber das Gefühl ist ja da und das möchte ja mitgeteilt werden.

00:52:59: Wenn du das manchen Leuten dann sagst, die das nicht verstehen, dann hast du die Antwort so Ja, aber was willst denn machen?

00:53:06: Und schnell weiter!

00:53:08: Und wenn ich ihres erzähle... Die nimmt das an, die weiß auch dass wir da jetzt nichts machen können Aber die weiß, dass dieses Gefühl kommt, dass es da sein darf und dass es ausgesprochen werden muss Und das sehr wertvoll.

00:53:20: Köln und Bayern unter Allgäu war dann einfach die Prüfung in Mannheim, gerade der HWM.

00:53:27: Dann haben wir gesagt, dass Nutzmals auf jeden Fall ... Ja, da haben zwei schöne Teilen miteinander verbracht und uns das erst immer live

00:53:32: gesehen!

00:53:33: So cool oder?

00:53:34: Ja, drei Jahre später.

00:53:37: Da geht mein Herz immer wieder.

00:53:38: Du glaubst ja echt immer wieder, ich kriege sicher auch mal in einer Woche genauso eine Nachricht.

00:53:44: Das motiviert mich noch immer wieder... ... überall dran zu bleiben, weiterzumachen.

00:53:48: Das ist echt schön.

00:53:50: Wollt du?

00:53:50: Auf jeden Fall!

00:53:51: Es ist wirklich das Wertvollste, wenn du jemanden hast... ... der ähnliche Gefühle schon mal durchlebt hat wie du und dem du nicht viel erklären musst oder wenn du was erklärst,... ... der es dann auch wirklich versteht und nachvollziehen kann.

00:54:05: Ja, genau.

00:54:07: Das

00:54:08: wäre sehr, sehr toll, dass ihr auf eine Runde, die du da bietet.

00:54:12: Ja danke schön.

00:54:14: Und du hast gerade im gleichen Zug ja schon erwähnt, Trauerrednerin.

00:54:19: Wir haben es ja schon erlebt und gehört vorhin dass Du die Trauer-Redeo für Deine Eltern halten hast und jetzt bist Du sogar Trauer Rednerin!

00:54:29: Wahnsinn was für ein Weg.

00:54:31: wie ist denn da zu kommen?

00:54:32: Also bist Du dann irgendwann aufgewacht nach der Nacht.

00:54:35: so Jetzt mach ich das noch.

00:54:37: oder wie ist der Weg?

00:54:38: Ja Wie ist es kommen?

00:54:41: Also da gab es auch jetzt noch den einen Moment, den ich dir jetzt nennen kann wo die Entscheidung gefallen ist.

00:54:47: Das ist glaube ich viel mehr.

00:54:48: aus dieser Summe an Erfahrungen die ich gesammelt habe entstanden also der Verlust meiner Eltern, die Erfahrung im Umgang mit der Trauer positiv wie negativ.

00:55:02: mein Gefühl dass in Trauerfern oft was fehlt wenn man dann nicht über die Persönlichkeit des Menschen und die Art zu leben spricht.

00:55:11: Und wenn man vielleicht auch einfach dann auch nicht die Kraft hat im ersten Moment, dass man sich da als Angehöriger nur so rein arbeitet und denjenigen der das macht, da wirklich drauf sensibilisiert.

00:55:22: hey!

00:55:24: Nicht nur einfach hier vormel sondern wir müssen wirklich schauen, dass wir den Verstorbenen nochmal gut beschreiben und lebendig machen.

00:55:32: in gewisser Maßen Seit dem Tod meiner Eltern weiß ich auch einfach, wie viel Kraft Worte haben.

00:55:39: Also man kann mit Worten Menschen so stärken und aufbauen und gleichzeitig auch so schwächen und verletzen.

00:55:47: Und da gibt es nichts vergleichbares das können nur Worte.

00:55:53: Genau dann gab's eben noch das Thema mit der Rede an Beerdigung meiner Eltern, wir hatten nahezu ein tausend Menschen auf der Beerdigung und ich konnte das trotzdem gut machen.

00:56:05: Ich habe dann da auch sehr deutliches Feedback bekommen dass einfach die Worte in dem Moment auch wirklich wirken konnten.

00:56:15: Ich hab da wohl viele Menschen auch wirklich erreicht Und dann hat mich das einfach alles nochmal losgelassen diese ganzen Erfahrungen.

00:56:25: Irgendwann dachte ich mir, dass ich Worte finden möchte.

00:56:29: Die Menschen einfach Halt geben in den Situationen, in denen für sie kaum noch Luft zum Atmen bleiben.

00:56:35: Bei du und ich wir wissen wie schlimm so Beerdigungen nochmal sind.

00:56:40: Also diese Nachricht über den Tod ist sehr schlimm aber eine Beerdigung ist nochmal ähnliches Level aus meiner Sicht Und so ist das einfach Schritt für Schritt entstanden, dass ich mich dazu entschieden habe.

00:56:55: Es gab keinen klaren Startpunkt und dann war für mich nur noch ganz wichtig... Wir haben ja bei so einer Trauersfeier nur diese eine Chance!

00:57:03: Ein Mensch kann zweimal, dreimal im Leben heiraten – es gibt zwei oder drei Hochzeitzeremonien – aber es gibt in Tod nur diese Eine Chance.

00:57:12: Darum war's mir ganz wichtig, dass sich das nicht einfach nur anbietet weil ich glaube, dass Ichs kann sondern dass ich das wirklich fundiert lern und da wirklich eine gute Ausbildung mit viel Erfahrungswerten auch dahintersteckt.

00:57:25: Und warum habe ich mich da jetzt dieses Jahr ausbilden lassen, und hab dann eine Prüfung bei der IHK gemacht?

00:57:31: Ich bin jetzt ausgebildet Trauerrednerin.

00:57:34: Schön!

00:57:34: Und ganz frisch hat sie ihren Instagram-Account eröffnet.

00:57:40: Den Link dazu findet ihr natürlich in den Show Notes.

00:57:43: Dann können Sie gleich nachguckseln... Wer die Liebe Nicole so ist und wie man zu ihr findet.

00:57:49: Und ja, wenn ihr da Interesse habt auf jeden Fall schreibt.

00:57:53: Ja

00:57:54: genau sehr gerne einfach ganz offen melden und bei mir darf jeder so sein wir es und das ist glaube auch ganz wichtig für den angenehmen Einstieg um in Kontakt auch zu nehmen.

00:58:06: also gerne einfach melden

00:58:10: Kann man absolut vorstellen, dass du das richtig gut machen wirst.

00:58:16: Die wünschen auch von Herzen, dass sich ganz viele Menschen bei dir melden und diese Reden von dir halten lassen.

00:58:24: Ja, danke Katja!

00:58:28: Zum Schluss noch... Wenn du dir jetzt eben vorstellst uns hocht jemand grad zu der noch wirklich ganz am Anfang steht mit seiner Trauer.

00:58:37: Was würdest du dem Menschen gerne mitgeben wollen?

00:58:39: Vielleicht auch Mama oder Papa verloren, oder beide Elternteile.

00:58:46: Mitgeben würde ich euch dann ganz gern ... dass wir gut um uns selber sorgen müssen.

00:58:53: im Sinne von uns Trauern wird ganz oft ganz schnell unterstellt das wir ja neben uns stehen und ähm Das wird uns ganz schnell übergestülpt, vor allem dann wenn wir nicht das so machen wie es das Außen von uns erwartet.

00:59:13: Und da ist für mich ganz wichtig einfach, dass habe ich gelernt, dass man Grenzen setzt für sich selber.

00:59:23: Es geht da nicht um die Härte nach außen sondern es geht auch um den Selbstschutz und die Selbstfürsorge.

00:59:30: Die Trauer macht dich sowieso offen und verletzlich.

00:59:35: Und da darf es einfach dann wirklich Momente geben, in denen du für dich einstisch und dich auch einfach bewusst

00:59:43: schützt.

00:59:44: Und genau darum Grenzen setzen sind ich wenns dem Bedarf einfach sehr wichtig.

00:59:53: Ja voll!

00:59:54: Das ist nochmal ein gutes Schlusswort auf jeden Fall.

01:00:00: Ja liebe Nicole Vielen lieben Dank, dass du den Mut auch gefunden hast da in dem Setting deine Geschichte noch mal zu teilen.

01:00:08: Das war sehr berührend und ich bin sicher sehr hilfreich für viele da draußen die sich jetzt denken war krass ja!

01:00:17: Ich fühle mich total verstanden und gesehen und danke an der Stelle und ich wünsche dir wirklich alles Gute weiterhin mit diesem Vorhaben.

01:00:28: Bin mir sicher das richtig toll wird.

01:00:31: Ja, gerne Tati.

01:00:32: Vielen Dank dir auch einfach für deine Arbeit!

01:00:34: Weil das war ja ein grundlegendes Element hier, warum ich so den Weg weitergegangen bin.

01:00:41: also ganz toll und danke für die Einladung

01:00:45: Und alle da draußen.

01:00:46: Danke fürs Zuhören.

01:00:48: und bis zur nächsten Folge Tschüss und mit Katibiba.

01:01:04: Du findest Seelensport auch in Netz unter www.seelsport.at Und auch auf Instagram und Facebook unter seelsport für noch mehr Ideen

01:01:16: rund

01:01:16: um deine Trauer und deine Gefühle.

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